Glossar: Stil­richtungen

Deutscher Werkbund

Deutscher Werkbund

1907 im Zuge der Reformbewegungen des deutschen Kunsthandwerks gegründet Vereinigung mit dem Ziel, anspruchsvoll gestaltete, funktionale, materialgerechte, zeitgemäße Gebrauchsgegenstände, Möbel, Druckerzeugnisse und Architektur zu entwickeln, die international wettbewerbsfähig sind. Grundlage hierfür ist das Zusammenwirken von Kunst, Handwerk und Industrie. Zu den zwölf Gründungs-Mitgliedern zählen u.a. Peter Behrens, Josef Hoffmann, Hermann Muthesius, Josef Olbrich, Bruno Paul, Richard Riemerschmid und Fritz Schumacher; hinzu kommen u.a. die Deutschen Werkstätten und die Wiener Werkstätte. Nachhaltige Impulse gehen von den Werkbund-Ausstellungen in Köln (1914, '27 in Köln) aus; die 1927 in Stuttgart errichtete internationale Ausstellungs-Siedlung "Am Weißenhof" wird bis heute rezipiert. Wichtige Ergebnisse sind das von Peter Behrens entwickelte "Corporate Design" für AEG, Industrie-Architektur von Walter Gropius und Hans Poelzig sowie Serienmöbel von Richard Riemerschmid, ferner die Publikation Werkbund-Jahrbuch (1912-20), die Zeitschrift Die Form (1925-34) sowie die Reihe Bücher der Form (ab 1924). Nach der Auflösung durch die Nationalsozialisten seit 1947 Weiterarbeit als föderal organisierter Verbund. 1972 in Berlin Gründung des Werkbundarchivs mit dem Museum der Dinge.

Steppes, Michael; Schaller, Andrea: Seemann Künstlerlexikon. Leipzig, 2012: E.A. Seemann Verlag.