Glossar: Stil­richtungen

Fauves

Fauves

(Frz. "Wilde Tiere"), Gruppe von jungen französischen Malern, die von ca. 1905 bis 1907 bestand und nachhaltigen Einfluss auf die Entwicklung der Moderne ausübte, u.a. auf den deutschen Expressionismus. Neben dem führenden Henri Matisse gehörten u.a. André Derain, Raoul Dufy, Othon Friesz, Albert Marquet, Georges Rouault, Maurice de Vlaminck, zeitweilig Georges Braque zur Gruppe. Entscheidend für die Ausprägung der fauvistischen Malweise war der Aufenthalt von Matisse und Derain im Sommer 1905 in Collioure. In Auseinandersetzung mit dem Postimpressionismus und angeregt u.a. durch Werke von Paul Gauguin setzten die Fauves leuchtende Farben ohne Kontur flächenhaft nebeneinander. Zur Ausstellung im Herbstsalon in Paris 1905 lösten diese Gemälde einen Skandal aus und veranlassten den Kunstkritiker Louis Vauxcelles zu dem Spottnamen "Fauves", den die Fauves dann selbst als Gruppennamen annahmen. Zum Herbstsalon 1906 stellte noch einmal die gesamte Gruppe aus, ab 1907 löste sie sich allmählich auf; einige ihrer Mitglieder wandten sich dem Kubismus zu.

Steppes, Michael; Schaller, Andrea: Seemann Künstlerlexikon. Leipzig, 2012: E.A. Seemann Verlag.