Glossar: Stil­richtungen

Leipziger Schule

Leipziger Schule

Gruppe von Malern mehrerer Generationen in Leipzig, deren Wirkungsstätte ab den 1950er Jahren die Hochschule für Grafik und Buchkunst wurde. Das Werk ihrer Protagonisten, Bernhard Heisig, Wolfgang Mattheuer, Werner Tübke, Sighard Gille, später u.a. A. Rink, Hartwig Ebersbach, Ulrich Hachulla, Wolfgang Peuker, V. Stelzmann und Hans-Hendrik Grimmling, weist vielfältige stilistische Orientierungen auf, vereint aber einen kritischen Realismus mit literarischen, historischen und mythischen Bildwelten, die durch metaphorische und fantastische Elemente verfremdet werden. Gemeinsam war ihnen eine zunehmend kritische Haltung zur sozialistischen Gesellschaft und die teilweise ungebrochene Fortführung ihres Schaffens nach 1989. Stilistisch lassen sich zwei verschiedene Positionen ausmachen, die präzise-zeichnerische bzw. nüchtern-sachliche sowie die malerisch-spontane, expressive Strömung.

Steppes, Michael; Schaller, Andrea: Seemann Künstlerlexikon. Leipzig, 2012: E.A. Seemann Verlag.