Glossar: Techniken

Action Painting

Action Painting

Der Begriff Action Painting stammt aus den Vereinigten Staaten, wo er 1950 von dem Kritiker Harold Rosenberg für die Arbeitstechnik Jackson Pollocks und der ihm folgenden Maler angewendet wurde („action painters“). Er bezeichnet die nur aus der Emotion des Augenblicks kommende, möglichst von keiner bewussten oder erinnerten Bildvorstellung geleitete und dem Zufall des Malprozesses nachgebende Arbeitsweise, die dem psychischen Automatismus der Surrealisten entspricht. Dabei werden sowohl das Prinzip der Komposition als auch die konventionelle Malweise aufgegeben, um alle Voraussetzungen für das freie Ausleben auf der Bildfläche zu schaffen. Jackson Pollock z. B. legte seine Malflächen meist auf den Boden, arbeitete von allen Seiten her mit den verschiedensten Werkzeugen, darunter Stöcken, Kellen, Spachteln, wobei er nicht nur Farbe, sondern auch Sand und anderes Material verwendete. Die Action Painting war der erste bedeutende Beitrag der amerikanischen Modernen zur abstrakten Malerei und wurde als „abstrakter Expressionismus“ zu einer weitverbreiteten internationalen Bewegung, die der ungegenständlichen Malerei neue Impulse gegeben hat (Informel, Tachismus). Unter ihrem Einfluss stehen besonders Willem de Kooning, Jean-Paul Riopelle, Sam Francis, Marc Tobey, Georges Mathieu, Franz Kline und Mattia Moreni.

Entwicklungsgeschichtlich geht die Action Painting direkt aus surrealistischen Anregungen hervor; so war Pollock sehr stark vom unterbewussten, dem Dadaismus verwandten Automatismus André Massons und von den Theorien André Bretons beeinflusst.

In Kooperation mit dem Seemann Verlag
Aus: Sachwörterbuch der Weltmalerei: Action painting. Kindlers Malereilexikon