Glossar: Asiatische Kunst

Jade

Jade

Jade, Jadeschnitzerei (von span. piedra de hijada „Nierenstein“, ihm wurde Heilkraft gegen Nierenleiden zugeschrieben; der Ausdruck wurde ins Franz. als l‘ejade übernommen und fälschlich im 17. Jh. zu le jade umgebildet), Sammelbezeichnung für die Halbedelsteine Jadeit (Gruppe des Augits) und Nephrit (Gruppe der Hornblende), die äußerlich kaum zu unterscheiden sind, jedoch morphologisch, chemisch und in der Härte voneinander abweichen. Jade ist in chemisch reinem Zustand weis, kommt aber immer in Verbindungen vor. Jadeit ist ein Sodium-Aluminium-Silikat, härter als Nephrit, die Farbe ist Grün, Rötlich, Gelb, Braun, Violett oder Schwärzlich; Vorkommen sind in Burma. Nephrit ist ein Kalzium-Magnesium-Silikat, die Farbe ist Grün, Grau, Gelblich, Rötlich, Braun oder Braunschwarz; Vorkommen sind in Khotan. Falsch ist es, grünlicher Granit unter anderem mit Jade zu bezeichnen - Jade wird gesägt und geschliffen, seine Farbigkeit reicht von einem Schwarz-Weis bis zum vorherrschenden Grün.

Jade ist seit dem Neolithikum zu Werkzeugen, Waffen, Kultgerät und Schmuck verarbeitet worden. Besonders geschätzt hat man ihn in China, wo die Jade-Schnitzerei bereits zur Shang-Zeit (14.-11.Jh. v.u.Z.) hoch entwickelt war. Hergestellt wurden Ritualgeräte (Himmels- und Erdsymbole, Zepter), figürliche Plastiken (Tiger, Hase, Hirsch u. a.), Musikinstrumente, Gürtelschlösser usw. Jade stammte zum Teil aus Turkestan, vorn Baikalsee und seit dem 18.Jh. aus Burma. Aus allen späteren Epochen Chinas gibt es zahlreiche Jade-Arbeiten; sie werden dort auch heute noch gepflegt. Viele von ihnen haben nur das Niveau eines massenhaften Exportartikels.

 

In Kooperation mit dem Seemann Verlag
Aus: Lexikon der Kunst