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Fritz Klimsch
(1870 Frankfurt a. M. - 1960 Saig)
Meditation. Um 1906
Marmor. Signiert auf der Leiste der Standfläche neben dem rechten Fuß: F. Klimsch. Höhe:183cm. Standfläche 78 x 47cm. Provenienz: Sammlung Ernst Voss, Hamburg. Sammlung A.R., Jelmstorf, bis 1990. Privatbesitz, Köln. Literatur: Braun, Hermann: Fritz Klimsch. Eine Dokumentation, Köln 1991 (Hrsg. Van Ham Kunstauktionen, Köln), S. 321, Nr. 42: "Die Entstehungsgeschichte des bis heute unveröffentlichten Werkes läßt sich unschwer rekonstruieren, und zwar sowohl unter dem Gesichtspunkt der Datierung als auch unter typologischen Aspekten. - Als Fritz Klimsch von den Eltern des verstorbenen Arztes Dr. Böhler den Auftrag für die Gestalung des Grabdenkmals erhielt, schlug er zunächst eine antikisierende Form vor (S. 422, Abb. VI.): Er entwarf die Steinfigur eines griechischen Jünglings, der sich auf eine Urne stützt, die auf einer zerbrochenen kannelierten Säule steht. Wie wir wissen, wurde Diese Lösung von den Eltern verworfen. Die zur Ausführung gekommene Variante (Nr. 35) stellt einerseits eine persönlichere Form dar, denn der Bronzeakt zeigt ganz deutlich das Antlitz des Verstorbenen, andererseits sind jene, die Vergänglichkeit symbolisierenden Beigaben - die zerbrochene Säule und die Urne - durch einen schlanken Pfeiler ersetzt. Mit dieser Veränderung sah Klimsch die Möglichkeit, eine freie Plastik zu schaffen und weniger Kritik zu erhalten als bei seiner "Salome" (Nr. 22), die wegen der Massigkeit des um die Hüfte gelegten Tuchs getadelt wurde. Hier konnte das Tuch hautnah um Beine und Oberschenkel modelliert werden, - die statische Problematik löst er durch den Pfeiler, den er nun, da er im Gegensatz zum Grabdenkmal keine Inschrift aufnehmen muß, schräg stellt. Auf diese entstand eine Komposition, die die Bewegung von linkem Arm und linker Hand der Salome wieder aufnimmt, aber durch die Mimik des lieblichen Antlitzes zu einer konträren Stimmung geführt wird. Mit seiner Verinnerlichung gehört dieses Mädchengesicht zu den reifsten Leistungen der Jugendstilzeit. Ernst Voss hat diese Figur bald nach der Entstehung, jedenfalls bevor Klimsch ihn porträtierte - das war spätestens 1911 (Nr. 65)-, erworben. Die Plastik stand bis zum Tode von Voss im Garten seiner Villa in der Schliemannstraße in Hamburg. Die rechte Schulter wurde im Krieg durch einen Bombensplitter beschädigt (bei der Aufnahme für diese Publikation war die Fehlstelle noch durch Gips ergänzt). Die Benennung "Meditation" stammt nicht von Klimsch." 1285 Nicolaes Pietersz Berchem Provenienz: Sammlung E.F. Weber, Hamburg, Kat. 1907, Nr. 256; Versteigerung Sammlung Weber, Lepke (Berlin), 1912, lot 256; Sammlung Dr.W. Beck, Berlin Friedenau, 1955; Versteigerung Van Ham, Köln, als Jan Both; Privatsammlung NRW. Literatur: Hofstede de Groot, Nr. 137, als Jan Both mit fragwürdiger Both-Signatur. Das Werk ist im RKD, Den Haag, erfaßt und dokumentiert. Wir danken Frau Marijke de Kinkelder für ihre freundliche Unterstützung. Im Jahre 1620 in Haarlem geboren, erhielt Nicolaes Berchem seine künstlerische Ausbildung laut Houbraken unter anderem bei Jan van Goyen, Nicolaes Moeyaert, Pieter de Grebber und Jan Wils. 1651-1653 unternahm er mit aller Wahrscheinlichkeit eine ausgedehnte Reise nach Italien. Nach mehrmaligen Umzügen zwischen Haarlem und Amsterdam ließ Berchem sich im Jahre 1677 bis zu seinem Tode in Amsterdam nieder. Neben mediteranen Hafenszenen, Allegorien, mythologischen und religiösen Darstellungen sowie Genrestücken ist er vor allem für seine italianisierenden Landschaften mit variierenden Staffagen bekannt, die er in Anlehnung an die "Bamboccianti", den italienischen Szenen der niederländischen "Italianisanten" Pieter van Laer, Jan Asselijn und Jan Both, anfertigte und somit in die zeite Generation der niederländischen "Italianisanten" einzureihen ist. Besonders in der Frühzeit legte Berchem in seinen Landschaftsdarstellungen den Schwerpunkt auf die Darstellung von Harmonie zwischen Mensch und Natur, was auch in dem vorliegenden Werk zum Ausdruck kommt. Hinsichtlich seiner Landschaftsdarstellungen blieben Jan Both und Jan Asselijn während seiner gesamten Schaffensperiode von Bedeutung
Provenienz:
Sammlung Ernst Voss, Hamburg.
Sammlung A.R., Jelmstorf, bis 1990.
Privatbesitz, Köln.
Literatur:
Braun, Hermann: Fritz Klimsch. Eine Dokumentation, Köln 1991 (Hrsg. Van Ham Kunstauktionen, Köln), S. 321, Nr. 42:
"Die Entstehungsgeschichte des bis heute unveröffentlichten Werkes läßt sich unschwer rekonstruieren, und zwar sowohl unter dem Gesichtspunkt der Datierung als auch unter typologischen Aspekten. - Als Fritz Klimsch von den Eltern des verstorbenen Arztes Dr. Böhler den Auftrag für die Gestalung des Grabdenkmals erhielt, schlug er zunächst eine antikisierende Form vor (S. 422, Abb. VI.): Er entwarf die Steinfigur eines griechischen Jünglings, der sich auf eine Urne stützt, die auf einer zerbrochenen kannelierten Säule steht. Wie wir wissen, wurde Diese Lösung von den Eltern verworfen.
Die zur Ausführung gekommene Variante (Nr. 35) stellt einerseits eine persönlichere Form dar, denn der Bronzeakt zeigt ganz deutlich das Antlitz des Verstorbenen, andererseits sind jene, die Vergänglichkeit symbolisierenden Beigaben - die zerbrochene Säule und die Urne - durch einen schlanken Pfeiler ersetzt.
Mit dieser Veränderung sah Klimsch die Möglichkeit, eine freie Plastik zu schaffen und weniger Kritik zu erhalten als bei seiner "Salome" (Nr. 22), die wegen der Massigkeit des um die Hüfte gelegten Tuchs getadelt wurde. Hier konnte das Tuch hautnah um Beine und Oberschenkel modelliert werden, - die statische Problematik löst er durch den Pfeiler, den er nun, da er im Gegensatz zum Grabdenkmal keine Inschrift aufnehmen muß, schräg stellt. Auf diese entstand eine Komposition, die die Bewegung von linkem Arm und linker Hand der Salome wieder aufnimmt, aber durch die Mimik des lieblichen Antlitzes zu einer konträren Stimmung geführt wird. Mit seiner Verinnerlichung gehört dieses Mädchengesicht zu den reifsten Leistungen der Jugendstilzeit.
Ernst Voss hat diese Figur bald nach der Entstehung, jedenfalls bevor Klimsch ihn porträtierte - das war spätestens 1911 (Nr. 65)-, erworben. Die Plastik stand bis zum Tode von Voss im Garten seiner Villa in der Schliemannstraße in Hamburg. Die rechte Schulter wurde im Krieg durch einen Bombensplitter beschädigt (bei der Aufnahme für diese Publikation war die Fehlstelle noch durch Gips ergänzt).
Die Benennung "Meditation" stammt nicht von Klimsch."
1285 Nicolaes Pietersz Berchem
Provenienz:
Sammlung E.F. Weber, Hamburg, Kat. 1907, Nr. 256;
Versteigerung Sammlung Weber, Lepke (Berlin), 1912, lot 256;
Sammlung Dr.W. Beck, Berlin Friedenau, 1955;
Versteigerung Van Ham, Köln, als Jan Both;
Privatsammlung NRW.
Literatur:
Hofstede de Groot, Nr. 137, als Jan Both mit fragwürdiger Both-Signatur.
Das Werk ist im RKD, Den Haag, erfaßt und dokumentiert.
Wir danken Frau Marijke de Kinkelder für ihre freundliche Unterstützung.
Im Jahre 1620 in Haarlem geboren, erhielt Nicolaes Berchem seine künstlerische Ausbildung laut Houbraken unter anderem bei Jan van Goyen, Nicolaes Moeyaert, Pieter de Grebber und Jan Wils. 1651-1653 unternahm er mit aller Wahrscheinlichkeit eine ausgedehnte Reise nach Italien. Nach mehrmaligen Umzügen zwischen Haarlem und Amsterdam ließ Berchem sich im Jahre 1677 bis zu seinem Tode in Amsterdam nieder.
Neben mediteranen Hafenszenen, Allegorien, mythologischen und religiösen Darstellungen sowie Genrestücken ist er vor allem für seine italianisierenden Landschaften mit variierenden Staffagen bekannt, die er in Anlehnung an die "Bamboccianti", den italienischen Szenen der niederländischen "Italianisanten" Pieter van Laer, Jan Asselijn und Jan Both, anfertigte und somit in die zeite Generation der niederländischen "Italianisanten" einzureihen ist.
Besonders in der Frühzeit legte Berchem in seinen Landschaftsdarstellungen den Schwerpunkt auf die Darstellung von Harmonie zwischen Mensch und Natur, was auch in dem vorliegenden Werk zum Ausdruck kommt.
Hinsichtlich seiner Landschaftsdarstellungen blieben Jan Both und Jan Asselijn während seiner gesamten Schaffensperiode von Bedeutung
Schätzpreis
€ 35.000
Zuschlag
€ 38.000
229. Auktion "Alte Kunst", Los 1268, 20.11.2003
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