Pablo Picasso

1881 Malaga - 1973 Mougins

Spanischer Maler, Grafiker, Bildhauer, einer der wichtigsten Künstler der Moderne. Die wechselnden Anstellungen des Vaters, der als Zeichenlehrer arbeitet, bringen Picasso erst nach La Coruña und dann nach Barcelona. Hier besucht er die Kunstschule und kommt im Künstlerlokal Els Quatre Gats in Kontakt mit der lebendigen katalanischen Kunstszene des Modernisme. 1900 erste eigene Ausstellungen; reist mit dem Dichter Carles Casagemas nach Paris, wo sie gemeinsam das Atelier von Isidre Nonell beziehen. Nach seiner Rückkehr arbeitet Picasso für die Zeitschrift Arte Joven (Madrid) und Pel i Ploma (Barcelona). Die intensive Beschäftigung mit El Greco, dem Vater der Moderne unter den Alten Meistern, führt ihn zu seinem ersten eigenständigen Stil, der sogenannten »blauen Periode«. In den schwermütigen Figurenbildern herrscht eine programmatische Armut, die als Antwort auf die herrschende Salonmalerei verstanden werden kann. Diese melancholische Grundstimmung bleibt auch nach seinem Wechsel 1904 nach Paris erhalten, als er unter dem Einfluss des Dichters Guillaume Apollinaire Zirkusmotive, häufig vor einem rosa Hintergrund, daher »rosa Periode« (bis 1906), in den Fokus nimmt. Neben Radierungen und Kupferstichen entstehen nun auch die ersten Plastiken. Im Schlüsselwerk Les Demoiselles d’Avignon (1907; New York, Museum of Modern Art) fasst er das Erreichte zusammen und gibt seiner Kunst zugleich eine neue Richtung. Neben dem zentralen Vorbild, El Grecos Vision der Öffnung des 5. Siegels, greift er auf afrikanische Masken und Arbeiten von Paul Cézanne zurück, der im selben Jahr eine große Retrospektive hat. Den Kubismus entwickelt Picasso zeitgleich mit Georges Braque und, unterstützt von dem Galeristen Daniel-Henry Kahnweiler, u.a. auf einer Studienreise nach Spanien (Horta de Ebro) im Sommer 1909. Auf den analytischen folgt der synthetische Kubismus, zu dem Picasso besonders das Prinzip der Collage und aus Fundstücken geschaffene plastische Arbeiten beiträgt. In der Folgezeit stehen widersprüchliche Kunstrichtungen in Picassos Werk nebeneinander. Neben kubistischen entstehen realistische und klassizistische Arbeiten, in denen er ab 1919 auch auf antike mythologische Motive zurückgreift. Als bedeutsam erweisen sich auch die Anregungen durch die Surrealisten und die Kooperation mit seinem Landsmann Julio González in den Jahren 1928/29 auf dem Gebiet der Plastik, bei dem das Eisen als künstlerisches Medium einen Durchbruch erlebt. Plastiken von Picasso spielen auch noch bei der Gestaltung des Spanischen Pavillons auf der Weltausstellung 1937 in Paris eine zentrale Rolle, obwohl im Rückblick das großformatige Antikriegsbild Guernica (Madrid, Centro de Arte Reina Sofía), gemalt als Reaktion auf eine erste systematische Bombardierung von Zivilisten im baskischen Gernika v.a. durch deutsche Flugzeuge im Rahmen des Spanischen Bürgerkrieges, alles andere überstrahlt. Picasso, der im 2. Weltkrieg im besetzten Paris verbleibt, tritt 1944 der Kommunistischen Partei Frankreichs KPF bei, was ihn nach Ende des Krieges wachsender Kritik aussetzt und schließlich zum Wechsel an die französische Mittelmeerküste treibt. Hier experimentiert er wieder mit neuen Techniken, wie der Lithografie und der Keramik. In der Malerei variiert er zunächst die sein ganzes Leben durchziehenden bukolischen Themen und eröffnet sich dann ab 1954 durch seine eigenwilligen Metamorphosen Alter Meister ein völlig neues Arbeitsfeld (besonders Las Meninas, 1957; Barcelona, Museo Picasso) in einem Umfeld, das die Abstraktion zum Ziel aller Kunst erhoben hatte. Im Zentrum des Spätwerks steht die Beschäftigung mit dem Thema Maler und Modell, wozu auch wieder zahlreiche Zeichnungen und Radierungen entstehen. Einen guten Überblick zum Werk bieten die monografischen Museen in Barcelona, Paris, Antibes und neuerdings auch in Picassos Geburtsstadt Málaga.
Steppes, Michael; Schaller, Andrea: Seemann Künstlerlexikon. Leipzig, 2012: E.A. Seemann Verlag.

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