174. Auktion, 22. und 24. Oktober 1997, Los 1543
Georg Flegel und Marten II van Valckenborch (?)
Allegorie der Vergänglichkeit. Um 1600. Öl auf Holz. 82,5 x 124,5cm.
Ergebnis: € 311.000
Provenienz:
Sammlung Ev.Wolf-Ebenrod; Privatsamndung NRW
Gutachten:
1) Dr. Sam Segal, Amsterdam, Oktober 2001
2) Dr. Hana Seifertovä, Prag, Oktober 2001
Ausstellung:
Sammlung F. v. Wolf-Ebenrod; Städtische Ruhmeshalle Barmen, Juni/Juli 1929, Kat.Nr. 9: Dort als unbekannter Meister um 1600.
174. Auktion, 22. und 24. Oktober 1997, Los 1543
Georg Flegel und Marten II van Valckenborch (?)
Allegorie der Vergänglichkeit. Um 1600. Öl auf Holz. 82,5 x 124,5cm.
Ergebnis: € 311.000
Provenienz:
Sammlung Ev.Wolf-Ebenrod; Privatsamndung NRW
Gutachten:
1) Dr. Sam Segal, Amsterdam, Oktober 2001
2) Dr. Hana Seifertovä, Prag, Oktober 2001
Ausstellung:
Sammlung F. v. Wolf-Ebenrod; Städtische Ruhmeshalle Barmen, Juni/Juli 1929, Kat.Nr. 9: Dort als unbekannter Meister um 1600.
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Georg Flegel und Marten II van Valckenborch (?)
1563 Olmütz - 1638 Frankfurt/M; 1534/35 Leuwen - 1612 Frankfurt/M
VAN HAM hat 1997 einen herauragenden Preis für das Werk von Georg Flegel erzielt.
Biografie von Georg Flegel und Marten II van Valckenborch (?)
1929 erstmals und einzig der Öffentlichkeit vorgestellt, schlummerte das Werk von Georg Flegel und Marten II van Valckenborch bis zum heutigen Tage in einer nordrheinwestfälischen Privatsammlung und galt als verschollen.
Sam Segal hatte es anhand einer s/w-Fotografie 1984 erstmals in die Literatur zu Flegel und Valkenborch eingeführt.
Im Katalog zur großen Georg Flegel-Ausstellung (Frankfurt, 1993) widmete Alexander Wied in seinem Aufsatz „Georg Flegel und Lucas van Valkenborch“ diesem Gemälde einen ganzen Abschnitt und verwies auf die historische Quelle bei Heinrich Sebastian Hüsgen, der das Werk noch im späten 18. Jh. im Original gesehen haben muss und es unter anderem wie folgt beschreibt: „...wovon die halb Lebens Gröse liegende Wollust zeuget, welches das schönste Bild ist, so ich von ihm gesehen habe; dabey, daß es reizend koloriert und wohl gezeichnet ist, so hat er es einfach behandelt (Marten I Valkenborch. Anm. d. Verf), und durch wohl ordiniertes historisches Nebenwesen nicht überladen, welches dem Bild eine gewisse Gröse gibt: Georg Flegel hat durch seinen meisterhaften Pinsel, die vielen dabey befindlichen Früchte, silbern und goldene Gefäse etc...sehr schön verfertigt...“.
Wied vermutet nun – auch er kannte nur die s/w-Fotografie – in der Ausführung der Landschaft und der Figuren eher Marten Valkenborch II.
Dem schließt sich Frau Dr. H. Seifertová, Prag, an (Gutachten Oktober 2001), konzentriert sich aber vor allem auf das Stillleben Flegels: „...Die Partie mit Stillebenelementen ist für die frühe Schaffensperiode (um 1600) von Georg Flegel ganz typisch. Seine Vorliebe für goldene Pokale, für Gefässe aus reichem Material, für chinesisches Porzellan und Kleinodien ist aus anderen Kompositionen bekannt. […] Auf diesem Bild ist aber die Ausstattung mit Pokal, Münzen, ungewöhnlich schönen Juwelen und anderen Gegenständen besonders reich. Die ganze Partie ist für Flegel typisch dicht komponiert und auch die sehr feine malerische Ausführung ist für ihn sehr charakteristisch...“. Sam Segal (Gutachten Oktober 2001) sieht ebenfalls als Ausführenden der Landschaft und der Figuren eher Marten Valkenborch II.
Die Interpretation des Gemäldes bei „Allegorie des Reichtums und der Armut“ und/oder Darstellung der Wollust bzw. Luxuria zu belassen ist wenig plausibel. Ebensogut könnte man die Gegenpole Jugend und Alter, Luxus und Bescheidenheit, Tugend und Laster zur Erklärung heranziehen, ganz abgesehen von der Tatsache, dass es sich bei den Figuren am rechten Bildrand wahrscheinlich um Lot und seine Töchter handelt, damit also der Hinweis auf Sodom und Gomorra gegeben wäre – das Motiv der Vergänglichkeit jedenfalls ist deutlich.
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