VAN HAM Kunstauktionen

300. Auktion "Moderne u. Zeitgenöss. Kunst", 31. Mai 2011, Lot 437

Allegro. 1929 (Entwurf). Bronze, rot-braun patiniert. 72 x 50 x 23cm. . Ex. I. Monogrammiert und nummeriert auf der Plinthe: GK I sowie bezeichnet "Made in Germany". Auf der hinteren Plinthenkante Gießerstempel H. Noack Berlin-Friedenau. Es liegt eine schriftliche Bestätigung von Frau Dr. Ursel Berger, Georg-Kolbe Museum Berlin, vom 30.10.2003 in Kopie vor. Wir danken Frau Dr. Ursel Berger, Georg-Kolbe Museum Berlin, für die freundliche Unterstützung.
Ausstellungen: Der schreitende, springende, wirbelnde Mensch, Georg Kolbe und der Tanz, Georg- Kolbe-Museum, Berlin/Edwin Scharff Museum, Neu-Ulm 2003
Literatur: Beucker, Ivo: Georg Kolbe, Auf Wegen der Kunst, Berlin 1949, S. 103 (Abb. des Werkmodells) Ausst.-Kat. Der schreitende, springende, wirbelnde Mensch, Georg Kolbe und der Tanz, Georg- Kolbe-Museum, Berlin/Edwin Scharff Museum, Neu-Ulm 2003, Kat. Nr. VIII. 2

Ergebnis: € 72.000

300. Auktion "Moderne u. Zeitgenöss. Kunst", 31. Mai 2011, Lot 437

Allegro. 1929 (Entwurf). Bronze, rot-braun patiniert. 72 x 50 x 23cm. . Ex. I. Monogrammiert und nummeriert auf der Plinthe: GK I sowie bezeichnet "Made in Germany". Auf der hinteren Plinthenkante Gießerstempel H. Noack Berlin-Friedenau. Es liegt eine schriftliche Bestätigung von Frau Dr. Ursel Berger, Georg-Kolbe Museum Berlin, vom 30.10.2003 in Kopie vor. Wir danken Frau Dr. Ursel Berger, Georg-Kolbe Museum Berlin, für die freundliche Unterstützung.
Ausstellungen: Der schreitende, springende, wirbelnde Mensch, Georg Kolbe und der Tanz, Georg- Kolbe-Museum, Berlin/Edwin Scharff Museum, Neu-Ulm 2003
Literatur: Beucker, Ivo: Georg Kolbe, Auf Wegen der Kunst, Berlin 1949, S. 103 (Abb. des Werkmodells) Ausst.-Kat. Der schreitende, springende, wirbelnde Mensch, Georg Kolbe und der Tanz, Georg- Kolbe-Museum, Berlin/Edwin Scharff Museum, Neu-Ulm 2003, Kat. Nr. VIII. 2

Ergebnis: € 72.000

 

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Bronzen und Skulpturen

 

Weitere Werke von Georg Kolbe

Georg Kolbe

1877 Waldheim – 1947 Berlin


VAN HAM Kunstauktionen erzielte für eine Bronzeplastik "Allegro" von Georg Kolbe bei der 300. Auktion einen internationalen Auktionsrekord für dieses Modell.


Biografie von Georg Kolbe

Von 1895 bis 1897 studierte Georg Kolbe an der Akademie der Bildenden Künste in München. Seine ersten Arbeiten waren Malereien und Lithografien, die unter dem Einfluss von Max Klinger und Otto Greiner standen. Sein Studium setzte er in Paris an der Académie Julian fort, bevor er 1898 nach Rom ging. Erst dort wechselte Kolbe unter dem Einfluss von Auguste Rodin und Aristide Maillol zur Bildhauerei. Seit 1904 lebte er in Berlin, wo er 1905 Mitglied der Sezession wurde. Im selben Jahr erhielt er den Preis der "Villa Romana" und besuchte Florenz. Mitglied der Berliner Akademie der Künste wurde er 1919.

Kolbe interessierte sich in seinem plastischen Schaffen hauptsächlich für den nackten menschlichen Körper. Er wird in einer einfachen und harmonischen Weise dargestellt und soll in gelöster Harmonie und Bewegung den Einklang von Körper und Seele darstellen. Seine ausbalancierte "Tänzerin" wurde 1912 von seinen Zeitgenossen bewundernd aufgenommen. Zu Beginn der zwanziger Jahre zeigt sich ein Interesse für kubistische und expressionistische Kunst, die Einfluss auf sein Werk nahm.

Neben den Aktdarstellungen fertigte Kolbe einige Portraitbüsten, wie von "Paul Cassirer" 1926, und Denkmäler, wie das "Beethovendenkmal" im Modell von 1927, an. Seine Beliebtheit zeigte sich früh in der großen Anzahl an Skulpturen, die Kolbe für den öffentlichen Raum schuf. Mit heroisierenden und monumentalen Figuren kam Kolbe in den dreißiger Jahren, und besonders nach 1933, dem Gedankengut der Nationalsozialisten entgegen, die ihm weiter mit wichtigen Aufträgen versahen. So z.B. der "Ruhende Athlet"von 1935. Er schaffte es jedoch, im Gegensatz zu Arno Breker, nach dem Krieg seinen Ruf als Künstler zu rehabilitieren. (aus: Kunstmarkt.com)

Für die Skulptur "Allegro" von Georg Kolbe stand Eva Rechlin (später Eva Grossmann), ausgebildete Gymnastikerin und Mitglied des Berliner Tanzensembles "Die Roten Tänzer", Kolbe Modell. Die junge Frau galt seinerzeit im Zusammenhang mit der Körperkultur-Bewegung als Idealbild der sportübenden Frau. Die besondere Bewegungsfreude und der unverkrampfte Umgang mit Nacktheit, spiegelt sich in Kolbes "Allegro" wider. Die Skulptur ist für die Schaffensphase der späten 1920er Jahre insofern besonders, als dass in jener Zeit - bedingt durch den plötzlichen Tod seiner Frau Benjamine - Trauerfiguren zu seinem Hauptthema werden. "Eine Kolbe-Figur von 1929 unterscheidet sich jedoch deutlich vom damals vorherrschenden schwermütigen Gehalt der Werke: Allegro, eine Frauengestalt, die heiter und sieghaft die Arme nach oben reckt, genauso wie dies Eva Rechlin auf einem Aktfoto vorführt. Man könnte glauben, dass Kolbe durch die Präsenz dieses Modells, das - wie bei dem Künstler üblich - eigenständig im Atelier Bewegungen testete, für eine gewisse Zeit aus seiner Depression gerissen wurde." (Ausst.-Kat. 2003, S. 80f) Zwei weitere Details machen die Skulptur zusätzlich außergewöhnlich und liefern Zeugnis ab, über die erfolgreichste Periode des Bildhauers Georg Kolbe: der Stempel "Made in Germany" sowie die Nummerierung "I". Sie sind auf jenen Skulpturen zu finden, die vor dem II. Weltkrieg in die USA eingeführt wurden. Auf die mit "I-III" nummerierten Exemplaren fiel keine Steuer an und so gelangten jene Plastiken teils als Ausstellungsexponate, aber in nicht unerheblichen Mengen auch als Verkäufe an Privatsammler (so konnte beispielsweise die Familie Rockefeller gleich mehrere Kolbe-Plastiken zu ihrem Besitz zählen) nach Übersee. Von Georg Kolbes "Allegro" existieren laut Frau Dr. Ursel Berger lediglich 8 Lebzeit-Güsse aus dem Jahr 1929 sowie 3 nachweisbare spätere Güsse aus den 1960er Jahren. Das hier vorgestellte Exemplar zählt somit zu einem der äußerst seltenen, frühen Exemplare und zu einer ausgesprochen gelungenen Formfindung Kolbes. 

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