VAN HAM Kunstauktionen Home

Pariser Surtout de Table
Pierre-Philippe Thomire zugeschrieben

Pariser Surtout de Table

Paris. Um 1815


Pariser Surtout de Table

Pierre-Philippe Thomire zugeschrieben. Paris. Um 1815. Bronze vergoldet. Spiegelfläche flankiert von Galerie aus zweiflammigen Kerzenhaltern, sowie von Genien des Sieges gehaltenen Girlanden aus Früchten und Gemüse auf denen Pfauenfiguren sitzen. 24-flammig. 310 x 70cm. Zustand C. Bestehend aus insgesamt fünf Einzelteilen. Diverse Tüllen und Spiegelglas ergänzt. Literatur:Hans Ottomeyer u. Peter Pröschel. Vergoldete Bronzen, Bd.1. München 1986. Typ vgl. Abb.5.16.17

299. Auktion "Europäisches Kunstgewerbe und Schmuck" am 14. Mai 2011, Los 1116.

Ergebnis: € 40.000

VAN HAM erzielt sehr gute Ergebnisse für vergoldete Bronzen. Im Frühjahr 2011 konnte eine ganze Sammlung angeboten werden.


Historie "Pariser Surtout de Table"

Dieser einzigartige Tafelaufsatz besticht nicht nur durch seine immense Größe, sondern vor allem durch den hochfeinen, aufwändig gearbeiteten, umlaufenden Bronzefries. Bis ins Detail gefertigte Pfauen, Genien und Girlanden mit üppigem Früchte- und Gemüsedekor präsentieren sich dem Betrachter ebenso eindrucksvoll wie die je zweiflammigen Leuchterarme und die in Widderköpfen gestalteten Füße. In der o.g. Literatur sind einige Tafelaufsätze von Pierre-Philippe Thomire (Paris, 1751-1843) abgebildet, die in Stil und Dekor mit diesem Tafelaufsatz vergleichbar sind.

Im Laufe des Empire gewinnt eine neue Tafelkultur immer mehr an Beliebtheit, der sogenannte service à la russe. Diese neue Form des Essens verlangte auch nach neuen Dekorationselementen für die Tafel.
Der Überlieferung nach brachte der russische Botschafter Alexander Kurakin im frühen 19. Jahrhundert den service à la russe mit nach Paris und löste den bis dahin bestehenden service à la francaise ab.
Bei diesem überholten service à la francaise wurde eine Art Schauessen veranstaltet, bei dem die Speisen auf großen Platten und in Schüsseln auf den Tisch gestellt wurden und zu den verschiedenen Gängen wechselten. Die Zier der Tafel bestand aus den opulent dekorierten Gerichten und wechselndem Silbergerät. Die kunstvoll gestalteten Speisen mussten von Dienern oftmals noch tranchiert und vorgelegt werden, was sie meist schon erkalten lies.
Beim neuen service à la russe hingegen wurden die Speisen bereits auf den Tellern angerichtet und serviert. Somit blieb die Tischmitte frei und konnte mit einem Tafelaufsatz dekoriert werden. Auf den Spiegelplatten wurden je nach Belieben Frucht- und Blumenkörbe, Kandelaber, Etagèren und Konfektschalen aufgestellt. Das Augenmerk richtete sich hier besonders auf die optische Wirkung der Spiegelfläche.
Auch verringerte der neue Stil die Zahl der benötigten Diener und man konnte auf diese Art ein Essen in wesentlich intimeren Rahmen abhalten.

Zurück zur Übersicht