265. Auktion „Moderne und Zeitgenössische Kunst“, 27 Mai 2008, Lot 153
Paar (Liebespaar). 1905. Kohlezeichnung, laviert auf Velin. 32,7 x 43,4cm.
Ergebnis: € 35.000 (Schätzpreis: € 15.000)
265. Auktion „Moderne und Zeitgenössische Kunst“, 27 Mai 2008, Lot 153
Paar (Liebespaar). 1905. Kohlezeichnung, laviert auf Velin. 32,7 x 43,4cm.
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Ernst Ludwig Kirchner
1880 Aschaffenburg - 1938 Frauenkirch/Davos
VAN HAM Kunstauktionen erzielte für die Zeichnung eines Liebespaars von Ernst Ludwig Kirchner im Mai 2008 einen Spitzenpreis.
Biografie von Ernst Ludwig Kirchner
Der deutsche Maler studierte von 1901 bis 1905 Architektur in Dresden. Er entschied sich aber gegen den Beruf des Architekten und schloss sich 1905 mit Erich Heckel, Fritz Bleyl und Karl Schmidt-Rottluff zur Dresdner Künstlergemeinschaft „Die Brücke“ zusammen. In dieser Zeit entwickelte er sich von einem impressionistisch beeinflussten Maler zum Expressionisten. In dieser frühen Schaffensphase fertigte Kirchner vor allem Akte, Porträts, Zirkus- und Bühnenszenen an.
1911 zog er nach Berlin. Nach der Auflösung der "Brücke" malt Kirchner eine Reihe großformatiger Straßenszenen, wie z.B. "Berliner Straßenszene". 1912 gründete er mit Max Pechstein das Institut "Moderner Unterricht in Malerei" (MUIM), das aber erfolglos bleibt. Das Folkwang-Museum in Hagen widmet ihm 1913 seine erste Einzelausstellung. Im selben Jahr verfasste Kirchner eine Chronik über die Brücke, in der er seine Bedeutung für die Künstlergruppe stark überbetonte. Daraufhin kam es zum Streit mit den anderen verbliebenen Mitgliedern, in dessen Folge Kirchner austrat.
Zu Beginn des Ersten Weltkrieges meldete sich Kirchner als Freiwilliger und wurde Fahrer bei einem Artillerieregiment. Im Frühjahr 1915 kam der Künstler als Rekrut nach Halle. Nach einem körperlichen und seelischen Zusammenbruch zog er 1917 in die Schweiz, in die Nähe von Davos, wo er sich behandeln ließ. Erst nach neun Jahren kehrte er zurück nach Deutschland. Eine linear abstrahierende Malweise kennzeichnete die letzte Phase seines Werks. Es entstehen weniger abstrahierende, aber stark von Licht- und Schattenproblemen geprägte, gegenständliche Bildkompositionen. In den 1930er Jahren ist Ernst Ludwig Kirchner auf zahlreichen Einzelausstellungen vertreten.
Nach der Machtergreifung der Nazis wurden in Deutschland zahlreiche Werke Kirchners aus den Museen entfernt und beschlagnahmt, 32 davon wurden im Rahmen der diffamierenden Ausstellung „Entartete Kunst“ gezeigt. Von Krankheiten angegriffen und verzweifelt über die Entwicklung in Deutschland, nimmt Ernst Ludwig Kirchner sich 1938 das Leben.
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