253. Auktion "Alte Kunst", 19.-21.04.2007
Hochbedeutende Tabatière, sogenanntes Steinkabinett. Gelbgold, Edelsteine und Email. Strenge runde Form. Auf allen Außenseiten goldgerahmte leicht passig geschweifte Reserven mit Edelsteinen aus dem Kurfürstentum Sachsen, alle Reserven sind nummeriert 2 bis 101. Auf dem Deckel befindet sich im Zentrum eine Rosette mit 14 erhaben gefaßten Edelsteinen und einer Perle. Die flach gefaßten, umgebenden Reserven sind konzentrisch um das Zentrum angelegt und ergeben in ihre Gesamtansicht eine Blüte, gerahmt wird das Bild von einem Kranz aus Scheinperlen. Der Boden der Dose ist ähnlich gestaltet, nur befindet sich hier im Zentrum ein kleiner gerahmter Blütenkranz. H.2cm, + 6,5cm. Zustand A/B. Dresden. Um 1775-80. Johann Christian Neuber.
Ergebnis: € 262.000 (Schätzpreis: € 80.000)
253. Auktion "Alte Kunst", 19.-21.04.2007
Hochbedeutende Tabatière, sogenanntes Steinkabinett. Gelbgold, Edelsteine und Email. Strenge runde Form. Auf allen Außenseiten goldgerahmte leicht passig geschweifte Reserven mit Edelsteinen aus dem Kurfürstentum Sachsen, alle Reserven sind nummeriert 2 bis 101. Auf dem Deckel befindet sich im Zentrum eine Rosette mit 14 erhaben gefaßten Edelsteinen und einer Perle. Die flach gefaßten, umgebenden Reserven sind konzentrisch um das Zentrum angelegt und ergeben in ihre Gesamtansicht eine Blüte, gerahmt wird das Bild von einem Kranz aus Scheinperlen. Der Boden der Dose ist ähnlich gestaltet, nur befindet sich hier im Zentrum ein kleiner gerahmter Blütenkranz. H.2cm, + 6,5cm. Zustand A/B. Dresden. Um 1775-80. Johann Christian Neuber.
Ergebnis: € 262.000 (Schätzpreis: € 80.000)
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Neuber Tabatière
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Historie "Neuber Tabatière"
Die oben beschriebene Tabatière ist zwar unbezeichnet, kann aber auf Grund ihrer charakteristischen Gestaltung eindeutig dem bedeutenden Dresdener Goldschmied Johann Christian Neuber zugeschrieben werden. Typisch für Neuber ist es, seine Dosen in Form sogenannter Steinkabinette zu gestalten, das heißt die Wandungen der Dose werden in einer Art Patchworktechnik mit Edelsteinen gefaßt die alle im Kurfürstentum Sachsen gefunden wurden. Jede Reserve mit einem Edelstein ist mit einer fortlaufenden Nummer versehen, Neuber lieferte zu seinen Steinkabinetten kleine Legendenbücher, in denen die einzelnen Steine beschrieben wurden. Ein solches Buch hat sich z.B. bei einer Neuber-Dose im Royal Scottish Museum, Edinburgh erhalten, es trägt den Titel "Spécification d'une Tabattière composé d'un Cabinet des Pierres dans la quelle on trouve LXXVIII pièces des pierres précieuses qui se trouve dans l'Electorat de Saxe; Faite par Jean Chretien Neuber." Da unsere Dose nur einen Durchmesser von 6,5cm hat, kann man davon ausgehen, daß es sich hier um die Anfertigung für eine Dame handelt. Im Journal der Moden im Mai 1786 heißt es "(..)so bey Herrn Johann Christian Neuber, Hof Juvelier zu Dreßden, wohnt in seinem Hause auf der Seegasse, die Sonne genannt, 2 Treppen hoch, (..) Die vorzüglichsten Artikel, so viel sich hier bestimmen lassen, sind folgende, als: Ganz große ovale Mannsdosen von Gold mit Blumen, Früchten und Perlen, nach der Zeichnung, alles von Sächsischen Steinen ausgelegt; die Preise sind von 200. bis 300. Rthlr. Desgleichen Damesdosen von 100. bis 150. Rhtlr. Desgleichen ovale und runde Manns- und Damesdosen, als Stein-Cabinets (..) von allen Sächsischen Landsteinen, als Carneols, Calcedons, Ametisten, Jaspisen, Agaten, und petrificirten Hölzern, nummeriert (...)".
Johann Christian Neuber wurde am 7. April 1736 in Neuwernsdorf geboren, 1742 begann er seine sechsjährige Lehre. Am 13.Juli 1762 wurde Neuber Bürger zu Dresden, im selben Jahr wurde er als Meister eingeschrieben, ab 1775 darf er den Titel eines Hofjuweliers führen. Am 1.Januar 1808 stirbt er.
Walter Holzhausen schreibt in seiner Einleitung zu Johann Christian Neuber (Holzhausen, Walter: Johann Christian Neuber, Dresden 1935): Der Dresdner Goldschmied, Edelsteinschneider und Hofjuwelier Johann Christian Neuber ist damals eine der führenden schöpferischen Persönlichkeiten des sächsischen Kunsthandwerks. Seine Bedeutung geht weit über die Landesgrenzen hinaus und gewinnt durch seine Leistungen internationale Geltung. Er beschließt das Jahrhundert, wie Johann Melchior Dinglinger es eröffnet hat.
Im Musée Cognacq-Jay, Paris befindet sich eine Neuber-Tabatière deren Deckel fast identisch gestaltet ist wie der Boden unserer Dose, eine weitere fast identische Dose findet sich bei Holzhausen, Abb.12 und 13.
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