298. Auktion "Alte Kunst", 19. November 2011
Raden Saleh Ben Jaggia
In letzer Not. Signiert und datiert unten links: Raden Saleh 1842. Öl auf Leinwand. 154 x 168,5cm. Rahmen (194 x 207cm)
Provenienz:- 1842 direkt vom Künstler durch Adolf H. Schletter (1793 - 1853) erworben;- in den 20./30. Jahren des 20. Jh. Privatsammlung NRW, durch Erbfolge bis heute. Es handelt sich hierbei um das größte bislang bekannte Gemälde von Raden Saleh. In Kooperation mit Sascha Tyrra Kunstvermittlung.
Ergebnis: € 1.950.000 (Schätzpreis: € 400.000)
298. Auktion "Alte Kunst", 19. November 2011
Raden Saleh Ben Jaggia
In letzer Not. Signiert und datiert unten links: Raden Saleh 1842. Öl auf Leinwand. 154 x 168,5cm. Rahmen (194 x 207cm)
Provenienz:- 1842 direkt vom Künstler durch Adolf H. Schletter (1793 - 1853) erworben;- in den 20./30. Jahren des 20. Jh. Privatsammlung NRW, durch Erbfolge bis heute. Es handelt sich hierbei um das größte bislang bekannte Gemälde von Raden Saleh. In Kooperation mit Sascha Tyrra Kunstvermittlung.
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Prinz Raden Sarief Bustaman Saleh Ben Jaggia
1811 Semarang/Java - 1880 Bogor/Java
Für die seltenen Werke von Raden Saleh erzielt VAN HAM regelmäßig herausragende Preise. In der 298. Auktion kam wieder eines der Hauptwerke zum Aufruf. Für den Rekordpreis von 1,95 Millionen Euro verkauft, handelt es sich 1. um einen neuen Auktionsrekord für ein Gemälde von Raden Saleh, 2. um das teuerste Los für ein Gemälde des 19. Jahrhunderts in Deutschland und 3. um den höchsten Zuschlag auf deutschen Auktionen im ersten Halbjahr 2011.
Biografie von Prinz Raden Sarief Bustaman Saleh Ben Jaggia
Der javanische Prinz und Maler malte nach Reisen durch die Niederlande, Frankreich, Italien und Deutschland in westeuropäischer Weise. Sein Studium absolvierte er, als einer der ersten Nichteuropäer, bei Cornelius Krusemann und Andreas Schelfhout.
Das hier vorgestellte Bild ist der Höhepunkt dieser thematischen Entwicklung. Mit einer Reihe von Skizzen, Vorzeichnungen und Ölbildern im Kleinformat, die alle um die Lösung des gleichen Problems - wie sollen Löwe und Pferd in Beziehung gesetzt werden? - ringen, bereitete Raden Saleh den großen Wurf vor. Zunächst versuchte er, die mörderische Dynamik des angreifenden Löwen und die schiere Panik des flüchtende Pferdes zeichnerisch in den Griff zu bekommen. Zwei erhaltene Zeichnungen, die über den Skizzenstatus weit hinausgehen (Abb.1), zeigen, dass ihm dies bald gut gelungen war. Da eine der Zeichnungen der Königin von Preußen geschenkt wurde, können wir davon ausgehen, dass Raden Saleh mit dem Ergebnis zufrieden war. Der schnelle Erfolg mag auch daran gelegen haben, dass er für die Lösung des panischen Pferdes auf ein bekanntes Werk von Horace Vernet (Mazeppa 1826), zurückgreifen konnte (Abb. 3). Saleh hatte eine besondere Vorliebe für diesen französischen Maler, dessen dynamische Kompositionen und kräftige Farbgebung ihn sehr
beeindruckten. Die Pferde auf den Skizzen, dem großen Ölbild und den späteren kleineren Formaten in Öl (eines wurde am 8.3.2011 bei Christie's Amsterdam versteigert), zeigen nicht nur die gleiche Dynamik, sondern sogar die gleiche Fellfärbung wie Vernets "Mazeppa" Pferd. Das deutet darauf hin, dass Raden Saleh dieses Zitat nicht etwa verstecken, sondern herausstellen wollte. Es ist ein Bekenntnis zur Kunstauffassung Vernets, die, wie wir wissen, im Gegensatz zu der von Delacroix stand. So gesehen ist das vorliegende Bild geradezu ein Manifest der Salehschen Kunstauffassung.
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