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Meissener Kumme mit Chinesenpaaren in Landschaft
Meissen, um 1730

Meissener Kumme mit Chinesenpaaren in Landschaft.

Meissen, um 1730.


Meissener Kumme mit Chinesenpaaren in Landschaft

Meissen. Um 1730. Porzellan, farbig und gold staffiert. Auf rundem Standring gefächerte Schale mit gebogtem Rand. Über drei eisenroten Ringlinien zwei feinlinig konturierte Chinesenpaare auf Terrainsockel. Dazwischen Prunus-, Bambus- und Pinus-Zweige auf Felsen sowie Phönixpaar. Unterhalb des Lippenrandes kleine spiralförmige Wolkenformationen. Im Fond der Kumme stilisierte chinesische Landschaft. Höhe 8,5cm/ + 20,5cm. Zustand B. Kleiner Randchip. Emailblaue Schwertermarke.

Literatur: Pietsch, Ulrich: Passion for Meissen. Sammlung Said und Roswita Marouf, Stuttgart 2010. Zu Gefäßform sowie der Darstellungsart der Figuren siehe S.318, Kat.-Nr. 160.; Sohono, Masako: Japanisches Aritaporzellan im sogenannten 'Kakiemonstil' als Vorbild für die Meißner Porzellanmanufaktur, München 1973. Zu der Darstellung der feinkonturierten Chinesenfiguren vgl. Abb.128-132.; Sammlung Victoria&Albert Museum London, collections.vam.ac.uk/item/O493508/dish/ (letzter Zugriff 9.03.2012) für mögl. Vorbild des Dekors.

310. Auktion "Europäisches Kunstgewerbe" am 12. Mai 2012, Los 1442.

Ergebnis: € 17.500

VAN HAM erzielt regelmäßig herausragende Preise für Meissener Porzellan.


Historie "Meissener Kumme mit Chinesenpaaren in Landschaft."

Die vorliegende Kumme geht in Form und Dekor auf Vorbilder des japanischen Aritaporzellans zurück. Vorlagen für diese Dekore fanden und finden sich in umfangreichem Maße in der Königlichen Porzellansammlung des Japanischen Palais' August des Starken. Knapp über 200 Objekte waren im Zusammenhang mit der Bestellung des Pariser Kaufmanns Rodolphe Lemaire Ende 1729 als Arbeitsvorlagen für Bossierer und Maler in die Meissener Manufaktur gebracht worden. Ein Teller, welcher sich heute in der Sammlung des Victoria & Albert Museums in London befindet, könnte möglicherweise das Vorbild für die figürlichen Darstellungen auf dieser Kumme gewesen sein. Der Teller trägt die Inventarnummer der Königlichen Porzellansammlungen im Japanischen Palais N:469 und zeigt im Spiegel sowohl die beiden an einem Tisch sitzenden Männer als auch den älteren Mann in Begleitung eines Jungen. Ebenso zu finden sind Prunus, Bambus und Pinus sowie die spiralförmigen Wolkenformationen entlang des Randes. Die geometrisch gestaffelte Formation in Rot, Gold und Schwarz auf der Kumme könnte eine Interpretation der auf dem Teller dargestellten Brücke sein, welche sich quer über den Spiegel des Tellers zieht.

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