277. Auktion "Moderne unf Zeitgenössische Kunst", 27. Mai 2009, Los 233
Kinetisches Objekt. 1967/68. Schwarz gefasste Hartfaserplatte mit 37 Edelstahlscheiben, motorbetrieben, 199 x 199 x 12,5cm.
Provenienz: Galerie Thelen, Essen
Ausstellungen:
museum folkwang essen, gerhard von graevenitz, essen 1968, Nr.27
Literatur:
Vgl. Ausst.-Kat. Gerhard von Graevenitz, Kunsthalle zu Kiel, Kiel 1974/75, Abb. o.S.
Vgl. Ausst.-Kat. Gerhard von Graevenitz. Eine Kunst jenseits des Bildes, Staatliches Museum Schwerin, hrsg. von Kornelia von Berswordt-Wallrabe, Ostfildern 1994, Abb. S. 99, essen 1968, Nr.27
Ergebnis: € 30.750 (Schätzpreis: € 12.000)
277. Auktion "Moderne unf Zeitgenössische Kunst", 27. Mai 2009, Los 233
Kinetisches Objekt. 1967/68. Schwarz gefasste Hartfaserplatte mit 37 Edelstahlscheiben, motorbetrieben, 199 x 199 x 12,5cm.
Provenienz: Galerie Thelen, Essen
Ausstellungen:
museum folkwang essen, gerhard von graevenitz, essen 1968, Nr.27
Literatur:
Vgl. Ausst.-Kat. Gerhard von Graevenitz, Kunsthalle zu Kiel, Kiel 1974/75, Abb. o.S.
Vgl. Ausst.-Kat. Gerhard von Graevenitz. Eine Kunst jenseits des Bildes, Staatliches Museum Schwerin, hrsg. von Kornelia von Berswordt-Wallrabe, Ostfildern 1994, Abb. S. 99, essen 1968, Nr.27
Ergebnis: € 30.750 (Schätzpreis: € 12.000)
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Gerhard von Graevenitz
1934 Schilde - 1983 Schweiz
Im Bereich der kinetischen Kunst und Lichtkunst hat VAN HAM sich eine führende Rolle in Deutschland erarbeitet. Der Weltrekord von Gerhard von Graevenitz unterstreicht dies.
Biografie von Gerhard von Graevenitz
Gerhard von Graevenitz beschäftigt sich seit den 1950er Jahren intensiv mit den Möglichkeiten kinetischer Kunst und gehört zu den Gründern der "nouvelle tendence", die sich als eine Art bildender Ingenieure der visuellen Forschung sahen. Es galt, das Hauptproblem, die monotone Wiederholung, die jedem motorischen Antrieb zu eigen ist, zu überwinden. Von Graevenitz bezieht daher den Zufall in sein Schaffen mit ein. Bewegung und Licht sind seine Mittel, um in die strenge Rationalität und Materialität seiner Formen die Dimension des Imaginären einzubringen. Zu dem Moment der Bewegung in seinem Werk meinte der Künstler selbst: "Die Elemente sollten sich minimal so schnell bewegen, dass Bewegung überhaupt erkennbar ist, und maximal, dass sie noch ihre Identität behalten. Bei hoher Geschwindigkeit bilden die Elemente andere virtuelle Gestalten. (...) das wichtigste ist, dass die Bewegung indeterminiert ist, das heißt unvorhersehbar ist, sich also nicht wiederholt, und dass sie kontrolliert ist. Ein Objekt, das sich wiederholt, unterscheidet sich nicht von einer Maschine. Die Maschine muss sich wiederholen." (zitiert nach: Interview mit Frans Haks, in: Ausst.-Kat. Kunsthalle zu Kiel, Gerhard von Graevenitz , Kiel 1974/75, o. S.). Die Tektonik und Mechanik der kinetischen Objekte bedingen die unerwartete und unvorhersehbare Bewegung jedes einzelnen Elements.
Die Bildstruktur gewinnt durch die Bewegung ein scheinbares oder tatsächliches Eigenleben, das sich immer wieder selbst erneuert. Mit jeder Bewegung auch nur eines Teiles entsteht ein neues reales und visuelles Bild. In diesem Zusammenhang gewinnt die Tatsache an Bedeutung, dass die einzelnen Elemente nicht mit dem Bildgrund verbunden sind. Sie stehen ohne jeden Übergang visuell nebeneinander. Damit löst sich die traditionelle Bindung zwischen dem Bildgrund und Bildelementen auf und schafft damit ein "System von Beziehungen", wie der Künstler selbst es nennt. Eine weitere Beziehungsebene ist von grundsätzlicher Bedeutung für die kinetischen Objekte von Graevenitz : diejenige zwischen Objekt und Betrachter. Seine Definition von kinetischer Kunst, wie er sie 1961 gab, lautet: "kinetische Kunst ist kein neuer Stil, sondern eine neue Kunst in dem Sinn, dass sie eine neue Beziehung zwischen Objekt und Betrachter herstellt." (zitiert nach: Jürgen Morschel, sehen heißt ordnen. Ein Versuch zum Werk von Gerhard von Graevenitz, in: Ausst.-Kat. Rijksmuseum Kröller-Müller, Otterlo 1984, S.58).
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