Zur Unternehmensgeschichte
Unternehmen mit Pioniergeist
1959 gründete die Kunsthistorikerin Carola van Ham in ihrer Heimatstadt Köln das Auktionshaus "Kunsthaus am Museum". Frau van Ham hatte an der Kölner Universität studiert, ein Volontariat im Kunsthaus Lempertz absolviert und war mehrere Jahre Mitarbeiterin von Franz A. Menna, der sein Auktionshaus 1958 aus Altersgründen aufgab. Als erste Auktionatorin Europas führte sie die Tradition des Hauses Menna mit viel Optimismus, fundierten kunsthistorischen Kenntnissen und einem von ihrer Mutter, der ersten in Deutschland zugelassenen Börsenmaklerin, ererbten kaufmännischen Geschick fort. Ein mutiges Unterfangen, denn allein die Miete betrug nahezu zwei Jahresgehälter. Dazu ermutigten Frau van Hams Kunsthandel-Kollegen - bis dato eine Männerdomäne - die junge Unternehmerin keinesfalls: Sie sahen für das junge Unternehmen nur wenig Zukunftschancen. Nach kurzer Zeit jedoch wurde aus dem im Herzen Kölns gelegenen Geschäft ein erfolgreiches Unternehmen, das schon bald zu den wichtigsten deutschen Auktionshäusern zählen sollte.
Wichtige Mitstreiter
Bedeutenden Anteil an der Entwicklung des Hauses hatte der Kunsthistoriker Dr. Werner Stopp, den Frau van Ham bereits 1960 als Mitarbeiter gewinnen konnte. Ihr ehemaliger Kommilitone war nach seiner Promotion zuerst als Gemälderestaurator tätig gewesen. Herrn Dr. Stopps beruflicher Wechsel bedeutete eine große Bereicherung für das junge Auktionshaus: Mit seinem umfangreichen Fachwissen baute er die Gemäldeabteilung des Hauses auf. Sein Interesse galt hierbei insbesondere der Malerei des 19. Jahrhunderts, die zu Anfang der 60er Jahre noch erheblich unterbewertet war. 1970 erfolgte die Umwandlung der Firma in eine offene Handelsgesellschaft. Neben Frau van Ham, seit 1968 mit dem Kaufmann Hansjörg Eisenbeis verheiratet, wurde Dr. Werner Stopp persönlich haftender Gesellschafter.
Obwohl Frau van Ham - Eisenbeis Ende der 70er Jahre aus familiären Gründen nach Kassel zog, führte sie nicht nur die Geschäfte weiter, sondern pflegte ebenso ihr soziales Engagement in Köln. Mehr als 25 Jahre war sie als Handelsrichterin tätig. Weiterhin befand sie sich im Prüfungsausschuss für Auszubildende im Kunsthandel, ein Ausbildungsweg, den sie selbst initiiert hatte. Ebenso engagierte sie sich im Vorstand des Kölner Verkehrsvereins und im Wirtschaftsrat der CDU. Ihre Tätigkeit als vereidigte Sachverständige für Antiquitäten gab sie erst 1998 aus Altersgründen auf.
Generationswechsel
Im Sommer 1995 trat ihr Sohn Markus Eisenbeis als Mitglied der Geschäftsführung ins "Kunsthaus am Museum - Carola van Ham" ein. Nach zweijähriger Ausbildung zum Bankkaufmann beim Kölner Bankhaus Sal. Oppenheim Jr. & Cie. studierte er Kunstgeschichte, klassische Archäologie und Betriebswirtschaft an der Universität Bonn und dem University College London.
Internationale Erfahrungen im Auktionsgeschäft sammelte Markus Eisenbeis parallel zu seinem Studium durch Praktika bei Christe's, London, und bei Jean-Louis Picard (heute PIASA), Paris.
1996 wurde das Haus in eine KG umgewandelt und Markus Eisenbeis zum alleinigen persönlich haftenden Gesellschafter ernannt. So konnte sich Frau van Ham - Eisenbeis ins Privatleben zurückziehen. Auch Herr Dr. Stopp wurde dadurch deutlich entlastet. Der reibungslose Generationswechsel war nicht nur Frau van Hams langjähriger Erfahrung im Kunsthandel sondern auch einem sehr engagierten und motivierten Mitarbeiterstab zu verdanken. Reinhard Singer, der Nachfolger von Herrn Dr. Stopp, soll hier besonders erwähnt werden. Herr Singer ergänzte die Gemäldeabteilung um den Bereich der Alten Meister und baute diesen erfolgreich aus. Während Markus Eisenbeis daran gelegen war, die Tradition des Hauses fortzuführen, wandelte er gleichzeitig das Familienunternehmen in ein modernes Auktionshaus um. Dieses stellt nunmehr auf dem internationalen Kunstmarkt eine feste Größe dar. Im Zuge der Erneuerung des gesamten Unternehmens-Erscheinungsbildes wurde aus Anerkennung des Verdienstes Frau van Hams der Firmenname von "Kunsthaus am Museum" auf "Carola van Ham" geändert.
Das Rekordjahr 1997
Im gleichen Jahr feierte man auch den ersten großen internationalen Erfolg des Hauses. Mit einem Zuschlag von 1,51 Mio. DM für das Gemälde "Hafen von Jaffa", Hauptwerk des Orientalisten Gustav Bauernfeind, wurde gleich ein dreifacher Rekord gefeiert: VAN HAM glänzte mit dem höchsten Versteigerungsergebnis für den Künstler sowie mit dem höchsten Preis, der je für ein Gemälde des 19. Jahrhunderts in Deutschland gezahlt wurde. Am Ende des Jahres 1997 wurde mit einem Gesamtumsatz von 16 Mio. DM das Vorjahr um beachtliche 50% übertroffen.
Aufbau des Repräsentantennetzes
1998 wurde ein Repräsentantennetz aufgebaut: Frau Dr. Barbara Haubold, eine ehemalige Mitarbeiterin, München, in Süddeutschland, und Petra Versteegh-Kühner, Autorin des Werkverzeichnisses von Gustav Bauernfeind, in Belgien und den Niederlanden stehen Ihnen für Anfragen gerne zur Verfügung. Auf dem japanischen Markt werden unsere Kunden durch Mr. Yoshinori Tsukuda (DAA GmbH) von Tokyo aus betreut.
Der neue Standort
Ende Juni 1999 ging die Zeit am traditionellen Standort neben dem "Museum für angewandte Kunst" (ehemals Wallraf Richartz Museum) zu Ende.
Die neuen Räumlichkeiten in Köln-Bayental, Schönhauserstraße 10-16, bieten ideale Voraussetzungen für den Versteigerungs- und Ausstellungsbetrieb. Das Konzept und die Raumgestaltung wurden mit dem ausführenden Architekten Jochen Siebel, Haan, und dem Kulturingenieur Jürg Steiner, Berlin, erarbeitet. Jürg Steiner ist seit Jahren eine bekannte Größe im Ausstellungswesen. Er ist sowohl im Museumsbereich, wo er u.a. Ausstellungen im Martin Gropius Bau, Berlin und im Gasometer, Oberhausen, organisierte, als auch im Kunsthandel erfahren: Die Gestaltung der Orangerie (ehemalige Berliner Kunstmesse) und der Villa Grisebach gehörten hier zu seinen Projekten.
In den neuen Räumlichkeiten stehen insgesamt drei verschiedene Ausstellungssäle zur Verfügung, die unabhängig voneinander genutzt werden können. Der größte Saal besitzt mit 360qm und einer Höhe von sechs Metern Museumsqualität und ist "als der großzügigst dimensionierte Auktionssaal Deutschlands zu bezeichnen" (Handelsblatt, 24.9.1999).
Das Gelände bietet zahlreiche Parkmöglichkeiten und ist sowohl mit dem PKW als auch mit dem Personennahverkehr sehr leicht zu erreichen. Die offizielle Eröffnungsfeier fand im Oktober 1999 statt. Gefeiert wurde jedoch nicht nur die Einweihung der neuen Räume, sondern auch das 40 jährige Firmenjubiläum.
Zeitgleich zum Umzug wurde auch der Name des Unternehmens geändert: Das "Kunsthaus am Museum, Carola van Ham" firmiert seit Herbst 1999 unter "VAN HAM Kunstauktionen". Die Umbenennung unterstreicht einerseits die Tradition des Hauses, akzentuiert andererseits den Neubeginn.
Zukunftsweisende Kooperationen
Für die Auktion "Teppiche, Ausgrabungen, Asiatica" im Herbst 1999 konnte für eine in Deutschland beispiellose Kooperation die Kölner Asiatica-Spezialistin Trude Klefisch gewonnen werden: Frau Klefisch veranstaltet seitdem sowohl Vorbesichtigungen als auch Auktionen in den Räumen von VAN HAM.
Einmalig ist auch die Partnerschaft mit dem auf den Kunstmarkt spezialisierten Internet-Unternehmen ExtraLot.com. Als Teilhaber und Mitbegründer dieses Unternehmens konnte Markus Eisenbeis als erster deutscher Auktionator mit diesem Medium einen weltweiten Kundenkreis erschließen.
Aufbau der Photographie-Abteilung
Zusammen mit der Auktion "Kunst des 20. Jahrhunderts", fand im Herbst 2000 erstmals eine eigene Auktion für Photographie statt. Expertin für diesen Bereich ist Frau Anne Ganteführer-Trier, ehemalige Kuratorin der Sander-Stiftung in Köln. Das letzte Projekt im Rahmen ihrer Tätigkeit als Stiftungs-Kuratorin war die grossartige Ausstellung "Zeitgenossen - August Sander und die Kunstszene im Rheinland der 20er Jahre" in der Josef-Haubrich-Kunsthalle in Köln.
Das Rekordjahr 2001
Im Juni des Jahres 2001 gelang VAN HAM Kunstauktionen ein phänomenaler Wurf: Mit der Versteigerung des Gemäldes "Der Zahnarzt" des Rembrandt-Schülers Gerrit Dou brach VAN HAM den deutschen Auktionsrekord.
Das kleine Nachtstück (36,8 x 26,6 cm) ging für einen Zuschlag von 4, 7 Millionen DM (5, 7 Millionen inkl. Aufgeld) in den Handel und war und ist somit bis zum heutigen Tage das teuerste Bild, das jemals auf einer deutschen Auktion versteigert wurde. Das Auktionshaus beschloss das Jahr mit einem Gesamtumsatz von rund 25 Millionen DM und steigerte damit das Vorjahresergebnis um 25 Prozent.
Moderne und Zeitgenössische Kunst
Im Jahr 2002 begann die Umstrukturierung der Abteilung "Moderne und Zeitgenössische Kunst", die gleichzeitig personell verstärkt wurde. Dieser wichtige und zukunftsträchtige Sektor sollte sich rasch zu einem der wichtigsten Standbeine des Hauses entwickeln und konnte bis zum Jahr 2006 die Umsätze verdreifachen.
Historischer Schmuck und Juwelen
Ab dem Jahr 2003 begann der konsequente Aufbau der Abteilung "Historischer Schmuck und Juwelen", ein Bereich, der auf deutschen Auktionen oft vernachlässigt wird. Durch den großartigen Einsatz unserer Expertin, Frau Beate Kalisch, ist es uns gelungen, schon im Jahr 2005 in diesem Segment zum führenden Auktionshaus in Deutschland aufzusteigen.
VAN HAM Art Publications
Eine besondere Neuerung ist die Gründung des Verlages VAN HAM Art Publications. VAN HAM Art Publications veröffentlichte bereits im Jahr 1991 eine Dokumentation über den Künstler Fritz Klimsch von Hermann Braun.
Helles Licht ins Schaffen des großen Malers und Graphikers Karl Hofer (1878-1955) bringen VAN HAM Art Publications und der Autor Karl Bernhard Wohlert im April 2008. Zu diesem Zeitpunkt erscheint sein umfangreiches Werkverzeichnis der Gemälde. Weitere Publikationen, wie das Werkverzeichnis der Aquarelle und Zeichnungen Karl Hofers, sind bereits in Vorbereitung.
Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an:
Markus Eisenbeis
Öffentl. bestellter und vereidigter Kunstversteigerer | Vizepräsident des Bundesverbands der deutschen Kunstversteigerer (BDK)
VAN HAM Kunstauktionen
Schönhauser Str. 10-16
D- 50968 Köln
Tel.: +49 · 221 · 92 58 62-13
Fax: +49 · 221 · 92 58 62-4
E-Mail: info@van-ham.com






