Max Beckmann

1884 Leipzig - 1950 New York

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Portrait Künstler Beckmann Max (1884 Leipzig  - 1950 New York),Moderne Kunst...
Max Beckmann

Biografie Max Beckmann

Deutscher Maler, Grafiker, Bildhauer, einer der wichtigsten Vertreter der Moderne. Studium: 1900-03 Großherzoglich-Sächsische Kunstschule Weimar. Lebt 1904-14 in Berlin; 1906 Heirat mit Minna Tube. Malt zunächst Landschaft, Porträts und Stillleben sowie vielfigurige Kompositionen zu aktuellen, biblischen und mythologischen Themen, meist in der Art der Berliner Sezession (deren Mitglied 1906-13). Stellt bei Paul Cassirer aus (dort 1913 erste Retrospektive). Im 1. WK 1914 Sanitätssoldat in Flandern; 1915 bricht er zusammen und wird nach Frankfurt am Main gebracht, wo er fortan (bis 1933) lebt. Sowohl Weltbild als auch Kunst ändern sich nun radikal, Beckmann entwickelt seinen höchst individuellen, von Expressionismus und Kubismus wie auch von Alten Meistern inspirierten Stil. Die vielfigurigen Komposition scheinen wie aufgebrochen, die Räume bieten den dargestellten, oft kantigen oder zergliederten Figuren keinen sicheren Boden mehr, die Farben sind bevorzugt kühl. Das Gefühl von Bedrohung und Angst, von Sinnlosigkeit und der Absurdität menschlichen Handelns bestimmt nun Gemälde wie Die Nacht (1918/19) oder Grafikserien wie Welttheater (11 Radierungen, 1918) und Die Hölle (11 Lithografien, 1919). Inhaltlich kennzeichnend werden Vieldeutigkeit und Verschlüsselung, die bis heute einen starken Reiz ausüben. Daneben zahlreiche (Selbst-)Porträts (häufig auch der Ehefrau), Darstellung zum Thema »Mann und Frau«, Stillleben und Landschaften. Ab Mitte der 20er Jahre werden die Kompositionen beruhigter und klarer, die Palette wird farbiger, Schwarz spielt eine tragende Rolle. 1925 Scheidung und Heirat mit Mathilde (»Quappi«) Kaulbach; maßgeblich beteiligt an der Ausstellung »Neue Sachlichkeit« in der Mannheimer Kunsthalle. Beckmann ist äußerst produktiv und stellt erfolgreich international aus. Mythologische und biblische Themen bereichern das Repertoire. Von den Nationalsozialisten als »entartet« gebrandmarkt (1937 werden 509 Werke beschlagnahmt); lebt dennoch 1933-37 in Berlin. Nun entstehen die ersten Triptychen, u.a. Abfahrt (1932-35?) und Argonauten (1949/50), außerdem Plastiken wie Mann im Dunkeln (Bronze, 1934). 1937-47 in Amsterdam im Exil; neben zahlreichen Selbstporträts und Bildnissen von Freunden malt er komplexe mehrfigurige Kompositionen wie Karneval (1942/43). Lebt ab 1947 mit Unterbrechungen in den USA, wo er zu einem der gefragtesten Künstler des Jahrhunderts wird. Das umfangreiche grafische Werk (ca. 373 Bll.) umfasst Radierungen, Lithografien und Holzschnitte.

Steppes, Michael; Schaller, Andrea: Seemann Künstlerlexikon. Leipzig, 2012: E.A. Seemann Verlag.

Überblick über die bei VAN HAM versteigerten Werke von Max Beckmann:

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