Araki Nobuyoshi

1940 Tokyo

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Biografie des Künstlers

Nobuyoshi Araki ist der bedeutendste japanische Fotokünstler der Gegenwart. Bekannt ist er für seine tagebuchartigen Momentaufnahmen des Alltags, die von der Ästhetik des Großstadtlebens Tokios geprägt sind.

Begeistert von den Werken Henri Cartier-Bressons und Jean-Luc Godards studiert er von 1959 bis 1963 Fotografie und Film an der Chiba Universität, Tokio. Dann arbeitet er in der Werbebranche. Trotz des künstlerischen Durchbruches 1964 wendet er sich erst Anfang der 1970er Jahre ganz seiner Kunst zu. Neben den ganz gewöhnlichen Menschen lichtet er Stadtansichten, poetische Stillleben und erotische Blumenarrangements sowie Akte ab. Dabei betrachtet er die Motive stets aus einem subjektiven und emotionalen Blickwinkel und versucht die Abgründe des Zwischenmenschlichen aufzuspüren. So konfrontiert er in seinen Bildern die Realität des Lebens mit Sexualität, Obsession, Wunsch und Traum und stellt diese in den Kontrast zum Verfall und Tod. Diesen Wechsel zwischen Wahrheit, Wunsch und Fiktion bezeichnet er als "Foto-Ich". Mit seinen kühnen und gewagten Fotos sorgt er immer wieder für Kontroversen. Das gilt v.a. für die Aktaufnahmen der mit Seilen im Kinbaku-Stil verschnürten Frauen, bei denen er sich auf die traditionellen Werke der japanischen Shunga (Bilder mit sexuellen Handlungen) des 17. Jahrhunderts bezieht.

Neben den verschiedenen Fototechniken beschäftigt sich Araki auch mit Filmen, Zeitschriften und Büchern. Mehrfach wird er ausgezeichnet, u.a. 1990 mit dem Shashin-no-kai Preis, 2008 mit dem Österreichischen Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst sowie 2012 mit dem Mainichi-Kunstpreis.

 

Vertreten unter anderem in:

- Sammlung F.C. Gundlach, Hamburg

- Museum für Moderne Kunst, Frankfurt a.M.

- Centre Pompidou, Paris

- Tate Britain, London

- Tate Modern, London

- Fotomuseum, Winterthur

- San Francisco Museum of Modern Art

- MOCA Grand Avenue, Los Angeles

- Yokohama Museum of Art, Nishi-ku

- Three Shadows Photography Art Centre, Peking

Überblick über die bei VAN HAM versteigerten Werke:

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