Peter Paul Rubens

1577 Siegen - 1640 Antwerpen

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Portrait Künstler Rubens Peter Paul (1577 Siegen  - 1640 Antwerpen),17.Jh....
Peter Paul Rubens

Biografie Peter Paul Rubens

Flämischer Maler, Zeichner. Die Antwerpener Familie von Rubens lebte wegen ihres calvinistischen Glaubens in der Verbannung, aber als der Vater 1587 starb, kehrte sie 1589 heim. Rubens konvertierte zum Katholizismus und besuchte die Lateinschule, was ihm später für seine Tätigkeit als Diplomat von Nutzen sein sollte. Sein prominenter Lehrer Justus Lipsius schulte ihn in der Philosophie des Stoizismus. In den 1590er Jahren Ausbildung zum Maler bei den niederländischen Romanisten Tobias Verhaeght, Adam van Noort und Otto van Veen; 1598 Aufnahme als Meister in die Antwerpener Lukasgilde. 1600-08 Italienaufenthalt als Hofmaler des Herzogs von Mantua, Vincenzo Gonzaga, der ihn 1603 auch erstmals in politischer Mission nach Spanien schickt. Herausbildung eines Personalstils in Auseinandersetzung einerseits mit den Meistern der Hochrenaissance sowie andererseits den Denkmälern der Antike, deren Hauptwerk er im Original in Venedig, Rom und Genua studiert. Wieder in Antwerpen 1609 Heirat mit Isabella Brant, der Tochter eines angesehenen Patriziers und Stadtsekretärs. Das Ereignis wurde von Rubens selbst in einem Doppelporträt (München, Alte Pinakothek) festgehalten, das ihn in seiner lebenslangen Rolle zwischen aristokratischem Habitus und dem Streben nach bürgerlicher Unabhängigkeit zeigt. Ernennung zum Hofmaler der Statthalter der spanischen Niederlande, Erzherzog Albrecht und der Infantin Isabella, ohne Verpflichtung, in Brüssel zu wohnen. 1610 Erwerb eines Hauses in Antwerpen, das Rubens zu einer repräsentativen Künstlerresidenz mit großer Werkstatt (heute Museum) ausbaut. Unter seiner Leitung arbeiten zeitweise auch selbstständige Meister wie Jan Brueghel d.Ä., Anthony van Dyck und Frans Snijders. Vier Jahre nach dem Tod seiner Ehefrau 1626 erneute Heirat mit der sechzehnjährigen Hélène Fourment. Arbeiten entstehen in nahezu allen Gattungen: sakrale (Kreuzaufrichtung; Kreuzabnahme, beide Antwerpen, Kathedrale) und mythologische Themen, Porträts und am Ende seines Lebens, nach dem Kauf des Landgutes Het Steen bei Elewijt/Mecheln 1635, auch Landschaften. Dabei spielt die politische Ikonographie eine zentrale Rolle, denn ab 1623 ist Rubens immer wieder als Diplomat auf Reisen: u.a. 1628 am Hof Philipps IV., wo er auch Diego Velázquez trifft, und 1629/30 bei Karl I. in England. Zu den großen Bilderzyklen zählen Verherrlichung der Maria de'Medici für die Galerie des Palais du Luxembourg, Triumph der Eucharistie für die Statthalterin Isabella und 1636/38 mehr als 100 Bilder nach Ovids Metamorphosen für das Jagdschloss Philipps IV., Torre de la Parada bei Madrid. Rubens prägte die katholische Barockkunst und bildete mit seinen oft großformatigen Ölbildern einen wichtigen medialen Gegenpol zur Bildpropaganda der nördlichen Niederlande, die sich v.a. auf die Druckgrafik stützte.

Steppes, Michael; Schaller, Andrea: Seemann Künstlerlexikon. Leipzig, 2012: E.A. Seemann Verlag.

Überblick über die bei VAN HAM versteigerten Werke von Peter Paul Rubens:

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