Alexej Jawlensky: Früchteschale aus unserer Rubrik: Mod. Gemälde, Zeichnungen, Aquarelle
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Alexej Jawlensky

1867 Twer/ Moskau - 1941 Wiesbaden

Moderne und Zeitgenössische Kunst am 01.06.2016, Los 28

Jawlensky, Alexej
1867 Twer/ Moskau - 1941 Wiesbaden

Früchteschale. Um 1901. Öl auf Leinwand. 58 x 46cm. Signiert unten rechts: A. Jawlensky. Bezeichnet auf Etikett verso: Jawlensky 11010 Stilleben. Rahmen.

Zu diesem Gemälde liegt eine Bestätigung der Echtheit von Andreas Jawlensky, vom 3. Juli 1970, in Kopie vor. Wir danken Frau Angelica Jawlensky Bianconi, Alexej von Jawlensky-Archiv, Locarno, für die freundliche wissenschaftliche Unterstützung.

Es liegt zudem eine Leihanfrage des Kunstmuseums Moritzburg für die Ausstellung 'Alexej von Jawlensky und Georges Rouault - Sehen mit geschlossenen Augen' vor. Die 2. und 3. Station der Ausstellung werden in Japan sein.

Provenienz:
Hauswedell & Nolte, Hamburg, Auktion Juni 1970, Los 523
Galerie Aenne Abels, Köln (Aufkleber)
Privatsammlung Bayern
Privatsammlung Nordrhein-Westfalen

Ausstellungen:
Grand Palais, Paris 1905, vermutlich Nr. 771 (hier betitelt "Vase au fruits")
Kunstverein Bremen, 1906, vermutlich Nr. 150 (hier betitelt "Fruchtvase")
Städtische Kunstsammlungen, Bonn, 1971, Nr. 1
Galerie Aenne Abels, Köln, o.J., Nr. 16

Literatur:
Jawlensky, Maria/Pieroni-Jawlensky, Lucia/Jawlensky, Angelica: Alexej von Jawlensky - Catalogue Raisonné of the Oil Paintings, Volume One 1890-1914, Wvz.-Nr. 30

Als Alexej Jawlensky 1896 nach München übersiedelt, hatte er bereits an der Kunstakademie in St. Petersburg studiert und war Mitglied des Künstlerkreises um Ilja Repin, dem Vertreter des Kritischen Realismus Russlands. In der Bayrischen Kunstmetropole, in der sich viele Künstler zu dieser Zeit gegen die vorherrschenden Traditionen der Akademie auflehnen, will auch er den konservativen Einflüssen entfliehen und neue, zeitgemäße Ausdrucksmittel finden. Er nimmt von 1897 bis 1899 Unterricht an der Malschule von Anton Azbé. Von dem slawischen Maler lernt er nicht nur seinem malerischen Instinkt und seiner eigenen Begabung zu folgen, sondern auch den Weg des freien Ausdrucks zu beschreiten. So experimentiert Jawlensky mit unterschiedlichen malerischen Ansätzen und setzt sich mit verschiedenen Vorbildern, insbesondere Cézanne und Gauguin, auseinander. Mehr und mehr löst er nun seinen Duktus vom dargestellten Gegenstand. Dieser wird ihm zum dominierenden, autonomen Element, mit dem er die Formen umreißt und den Rhythmus der Komposition bestimmt.

In dieser Schaffensphase des Suchens nach dem persönlichen Stil beschäftig sich Jawlensky besonders mit farbharmonischen Stillleben, meist mit Früchten, "denn in ihnen konnte ich leichter mich selbst finden. Ich suchte intensiv in diesen Stilleben nicht den stofflichen Gegenstand, sondern wollte durch Farbe und Form das ausdrücken, was in mir vibrierte."
Ein schönes Beispiel für die Umsetzung dieses Anliegens ist unsere "Früchteschale": In spätimpressionistischer Manier gibt Jawlensky in nahem Bildausschnitt die wahllos angeordneten Gegenstände auf einem Tisch in unbestimmtem Raum wieder. So verzichtet er weitestgehend auf Konturen, wodurch sich etwa die weiße Porzellantasse, der Fuß der silbernen Obstschale sowie der hellblaue Teller mit dem weißen Tischtuch zu "verschmelzen" scheinen. Während er diese Dinge in eher gedeckten Weiß-Blau-Nuancen hält, malt er die Birnen und Äpfel in kräftigen Grün- und Orangetönen, denen er das dunkle Blau des Glases gegenüberstellt. Mittels der intensiven Farbgebung und den gesetzten Lichtakzenten erzeugt er eine besondere Leuchtkraft. Und nicht nur durch die Farbkontraste, sondern auch durch die zügigen, breiten Pinselzüge erreicht er die bildimmanente Dynamik.
Jawlensky geht es hier nicht mehr um die Schilderung von Details, sondern um die Darstellung seiner Idee, um die Reduktion auf das Wesentliche. Diese im Mittelpunkt seiner Kunst stehende vereinfachte Bildsprache, die Natureindruck und innere Vision umfasst, bezeichnet er später als "Synthese".

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