Emil Nolde: Stiefmütterchen und Spiraea aus unserer Rubrik: Mod. Gemälde, Zeichnungen, Aquarelle
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Emil Nolde

1867 Nolde - 1956 Seebüll

Moderne und Zeitgenössische Kunst am 05.06.2012, Los 426

Nolde, Emil
1867 Nolde - 1956 Seebüll

Stiefmütterchen und Spiraea. Um 1930. Aquarell auf Japan. 45,6 x 33,8cm. Signiert unten rechts: Nolde. Rahmen.

Es liegt eine Photoexpertise von Prof. Dr. Martin Urban, Nolde-Stiftung Seebüll, vom 16.
Februar 1985 vor.

Provenienz:
Galerie Neher, Essen
Privatsammlung Deutschland

Literatur:
Urban, Martin: Emil Nolde - Blumen und Tiere, Aquarelle und Zeichnungen, Köln 1980 (Lt.
Expertise von Prof. Urban)

Blumen haben im Leben von Emil Nolde eine immense Bedeutung, nicht nur was seine Malerei
betrifft. Stets grenzen an seine Ateliers - sei es auf der Insel Alsen, auf der Utenwarf
an der dänischen Westküste oder in Seebüll - meist selbst gestaltete Gärten mit üppiger
Blütenpracht. In dieser Umgebung findet er die Anregungen für seine Blumenbilder, die er
ab 1906 zunächst ausschließlich in Öl und seit etwa 1918/20 auch mit Aquarellfarben malt.

Intensiv setzt sich Nolde mit dem Thema auseinander und erarbeitet es in immer neuen
Variationen. Gerade bei diesem Motiv kann er seine Farbphantasien völlig freien Lauf
lassen und die absolute Wirkung der Farbe ausloten: "Die Farben sind meine Noten, mit
denen ich zu- und gegeneinander Klänge und Akkorde bilde ..." (Emil Nolde, 30.5.1943,
"Worte am Rande", Aphorismen in Tagebuchform (1938-1948), in: Werner Haftmann, "Emil
Nolde. Ungemalte Bilder", Köln 1963). Trotz der abstrahierenden Herangehensweise bleibt
Nolde die Bindung an die Natur Voraussetzung. Dabei geht es ihm weniger um das
Abbildhafte, als um die Veranschaulichung des Lebensprozesses der Natur selbst.
Wie in dem vorgestellten Aquarell fängt Nolde die Vision eines kurzen Augenblicks äußerst
subtil ein: die grazilen Spiraeas, deren Blüten und Blätter sich noch zögerlich, doch
züngelnden Flamen gleich dem Licht entgegen strecken und die zarten Stiefmütterchen, die
stolz ihre Blüten dem Licht öffnen. Dieses lautlose Spektakel weiß der Maler mittels der
Komplementärkontraste von Rot-Grün und Gelb-Violett zu einem Tusch zu steigern.
Was Nolde hier beschreibt ist eben nicht nur die flüchtigen Naturerscheinungen. Er
schildert vielmehr, gewissermaßen aus einer höheren Weltsicht, die Schöpfungen aller
Kreaturen - ob Mensch, Tier oder Pflanze -, die aus ein und demselben unbekannten Ursprung
zum Licht streben und dann dem Untergang geweiht sind. Darin folgt Nolde durchaus der
Maltradition des Blumenstilllebens. Bezeichnend für seine Darstellungsweise ist jedoch,
dass er stets den Moment der äußersten Pracht und Farbentfaltung festhält und nicht das
Verwelken und damit das Vergehen aller irdischen Dinge.

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