Ferdinand Hodler: Berner Mädchen aus unserer Rubrik: Mod. Gemälde, Zeichnungen, Aquarelle
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Ferdinand Hodler

1853 Bern/Gurzelen - 1918 Genf

Moderne & Zeitgenössische Kunst am 03.12.2009, Los 64

Hodler, Ferdinand
1853 Bern/Gurzelen - 1918 Genf

Berner Mädchen (Bildnis einer Base des Künstlers). Um 1898. Öl auf Papier. Auf Leinwand gezogen. 24 x 18cm. Signiert unten rechts: F. Hodler. Rahmen.

Provenienz:
Galerie Neupert, Zürich

Ausstellungen:
Kunstmuseum und Kunsthalle Bern 1921, Gedächnis-Ausstellung Bern, Kat.-Nr. 303, o. Abb. ("Berner Mädchen (Base des Künstlers in Gurzlen)". Ausstellungsaufkleber)

Literatur:
C.A. Loosli, Ferdinand Hodler - Leben, Werk und Nachlass, 1921-24, Bd. IV, S. 58, Nr. 142

Etwa 1890 beginnt Ferdinand Hodler seinen ganz eigenen "Monumentalstil" zu entwickeln, mit dem er den Impressionismus seiner frühen Werke überwindet und seinen bisherigen Realismus modifiziert. Ein kraftvoller Aufbau, feste Konturlinien, symmetrische Kompositionen vorwiegend mit parallelen Formen sowie flächenbetonte Farbigkeit, die häufig entsprechend dem Inhalt nach Symbolwerten gewählt ist, kennzeichnen von nun an seine Malerei. Diese Ausdrucksformen wendete er nicht nur in Figurendarstellungen und Landschaftsbildern überzeugend an, sondern auch in Porträts.

Hierfür ist das vorgestellte Bildnis einer Kusine des Künstlers ein eindrucksvolles Beispiel: Ganz nahe ist der Bildausschnitt gewählt, so dass erzählende Details des Umraumes fehlen. Dergestalt liegt der Fokus allein auf dem fein modellierten Antlitz der jungen Frau. Diese nimmt keinen Kontakt mit dem Betrachter auf; vielmehr ist der starre Blick ihrer großen Augen nach innen gerichtet. Die Ruhe des In-sich-versunken-Seins spiegelt sich in dem strengen Gestaltungsgefüge und dem beinahe düster wirkenden Farbkontrast von Schwarz und Weiß der Kleidung und des Hintergrundes wider - nur die widerspenstigen Haarsträhnen, die sich aus der Frisur gelöst haben, verleihen der Komposition eine gewisse Lebendigkeit. Gesteigert wird die Intensität des Ausdrucks noch durch das kleine Format.

Im Vergleich zu anderen Frauenbildnissen Hodlers sind hier keine symbolische Elemente zu finden, wie etwa Blumen, die die meditative Versenkung der Dargestellten unterstreichen. Die große Stille bezwungener Leidenschaften, die von diesen Arbeiten ausgeht, wird in unserem Gemälde einzig durch die Geste der Kontemplation versinnbildlicht.

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284. Moderne & Zeitgenössische Kunst,
03.12.2009, Los 64,
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