Franz Radziwill: Die Dangaster Pferderennbahn aus unserer Rubrik: Mod. Gemälde, Zeichnungen, Aquarelle
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Franz Radziwill

1895 Strohhausen/Wesermarsch - 1983 Wilhelmshaven

Modern am 30.05.2018, Los 89

Radziwill, Franz
1895 Strohhausen/Wesermarsch - 1983 Wilhelmshaven

Die Dangaster Pferderennbahn. 1934. Öl auf Leinwand. Auf Holz aufgezogen. 63 x 87cm. Signiert und datiert unten rechts: Franz Radziwill 1934. Modellrahmen.

Wir danken Herrn Prof. Dr. Dr. Gerd Presler für die freundliche Unterstützung.

Provenienz:
- Privatsammlung Plön
- Unternehmenssammlung Deutschland

Ausstellungen:
- Landesmuseum Oldenburg 1946, Nr. 61
- Kunsthalle Wilhelmshaven 1949, o. Nr.
- Württembergischer Kunstverein 1949, o. Nr.
- Museum Goslar 1952, o. Nr.

Literatur:
- Firmenich, Andrea/Schulze, Rainer W.: Franz Radziwill, 1895 bis 1983 - Monographie und Werkverzeichnis, Köln 1995, WVZ.-Nr. 405 mit s/w Abb.
- Handgeschriebenes Werkverzeichnis des Künstlers, WVZ.-Nr.204 (unveröffentlicht)


März 1921. Franz Radziwill seit wenigen Wochen im "verflackernden" Berlin; irgendwie passte er hier nicht hin. Karl Schmidt-Rottluff, der den jüngeren Kollegen schätzte, - "Ein famoser, prächtiger Kerl" - bemerkte seine Unruhe, seine wachsende Unzufriedenheit: "Du, Franz, ich bin früher viel in Dangast gewesen. Das ist was für Dich." Und tatsächlich: Radziwill reiste in das kleine Bauern- und Fischerdorf am Jadebusen, erlebte eine wundervolle Baumblüte - und blieb. In den Wirren der Inflation verkaufte er zwei Gemälde an einen japanischen Sammler. Der zahlte in Dollar. Damit konnte der Maler ein Haus in der Sielstraße erwerben. Es wurde sein lebenslanges Domizil. Später baute er einen Turm an, konnte über das Meer bis zum Horizont, letztlich bis in die Unendlichkeit blicken. Der fürsorgliche Rat des Freundes und eine glückliche Fügung in angespannter Zeit bestimmten seinen Lebensweg. Und er bejahte immer und uneingeschränkt, was geschehen war: "Kein Bild von mir ist ohne Dangast möglich."
Ein Schimmer dieser Entscheidung findet sich vor allem auch in jenem Gemälde, das er 1934 malte, und in dem ein Stückchen Land, direkt am Meer gelegen, die Hauptrolle spielt. Das Wasser des Jadebusens drang immer wieder im Wechsel der Gezeiten bis zum niedrigen Binnendeich mit einem vom ständigen Nordwestwind gebeugten Busch vor. Gleichwohl nutzten die Dangaster diesen umkämpften Flecken Erde für ein Fest, in dessen Mittelpunkt ein Pferderennen stattfand. Auf dem nahen Strand lagen die Boote der Krabbenfischer, die hier auch ihre Fangkörbe zum Trocknen aufstellten. Ein Strandwärterhäuschen, das dort Jahrzehnte, ein wehrhafter Turm, der dort niemals gestanden hat, ergänzen die Szenerie. Und darüber ein unglaublicher Himmel, wie ihn nur Franz Radziwill gesehen hat. "Das größte Wunder ist die Wirklichkeit." Und weit draußen auf dem Meer in aller Gefahr ein Segelboot. (Gerd Presler).

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