Blick auf das Murnauer Moos von Gabriele Münter – Kaufen & Verkaufen | VAN HAM Kunstauktionen
Gabriele Münter: Blick auf das Murnauer Moos aus unserer Rubrik: Mod. Gemälde, Zeichnungen, Aquarelle
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Gabriele Münter

1877 Berlin - 1962 Murnau

Modern am 27.11.2019, Los 60


Münter, Gabriele
1877 Berlin - 1962 Murnau


Blick auf das Murnauer Moos. Um 1910.
. Öl auf Malkarton. 32,5 x 40,5cm. Werknummer der Gabriele Münter und Johannes Eichner-Stiftung verso auf Aufkleber: L 385. Rahmen.

Provenienz:
- Privatsammlung Neustadt (Familienbesitz Münter)
- Galerie Gunzenhauser, München (1980)
- Unternehmenssammlung Deutschland (1980)

Literatur:
- Hoberg, Annegret: Gabriele Münter, Köln 2017, Abb. S. 30f

Als Gabriele Münter im Juni 1908 nach Jahren des Reisens durch Europa und Nordafrika Murnau und die Umgebung des Staffelsees kennenlernt, ist sie sehr beeindruckt. So schreibt sie rückblickend: "... nirgends hatte ich eine solche Fülle von Ansichten vereint gesehen, wie hier in Murnau, zwischen See und Hochgebirge, zwischen Hügelland und Moos." (Münter in: "Murnau und Ich", handschriftliches Manuskript 1957). Seitdem ist die abwechslungsreiche und von Gegensätzen geprägte Voralpenlandschaft für die Künstlerin eine wichtige Inspirationsquelle, die sie immer wieder zu neuen malerischen Kompositionen treibt.

Unser "Blick auf das Murnauer Moos" zählt zu Münters frühen Bildern dieses Motivs und entsteht in einer Zeit höchster künstlerischer Auseinandersetzung mit ihren Malerfreunden Wassily Kandinsky, Alexej Jawlensky und Marianne von Werefkin. Von einem leicht erhöhten Standort zeigt die Künstlerin uns eine Sicht auf die moorigen Wiesen um einen See, hinter denen sich die Berge der Alpen erheben. Dabei verzichtet sie auf näher beschreibende Details, auf jegliche Differenzierung von Vorder- und Hintergrund wie auch auf die Farbwiedergabe des realen Naturvorbildes. Das Gesehene gibt sie vielmehr mittels konturierter Flächen additiv und skizzenhaft wieder und verwendet gewagt nebeneinander gesetzte Blau- und Grüntöne. Auch lässt sie den Pinselduktus der schnell verstrichenen Ölfarbe sichtbar stehen, wobei sie durch freigelassene Stellen die Farbe des Malkartons bewusst in die Komposition einbezieht. Mit diesen sparsamen Ausdrucksmöglichkeiten hält Münter eindrucksvoll und subtil die empfundene morgendliche Stimmung im Bild fest. Sicherlich mag zu ihrer malerischen Loslösung vom Naturvorbild das Erleben des Voralpenlandes beigetragen haben. Denn dessen spiegelndes Licht lässt die Landschaftsformationen häufig in starken, unwirklichen Farben mal wie nahe gerückt, mal wie weit entfernt erscheinen. So dürfte die vermeintlich willkürliche Farbwahl der Künstlerin durchaus einem Natureindruck entsprochen haben, doch zieht sie eine Essenz des Gefühlten aus den landschaftlichen Grundelementen. Durch die Intensität ihres Blickes und ihre Fähigkeit zur Vereinfachung des real Gesehenen erreicht Münter bei unserem Gemälde das, wonach auch Kandinsky und Jawlensky zur Steigerung des Ausdruckes streben: Die Vernachlässigung bzw. Aufgabe der Perspektive, die Reduktion der Einzelformen, die Unabhängigkeit der Farbe und eine zunehmende Vereinfachung der Dinge. So findet Münter mit Kompositionen wie bei unserem "Blick auf das Murnauer Moos" bei ihren Freunden große Bewunderung und wird in dieser Zeit der Neuorientierung zu ihrem Vorbild
.

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