Gerhard Richter: Abdallah aus unserer Rubrik: Zeitgen. Gemälde, Zeichnungen, Aquarelle
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Gerhard Richter

1932 Dresden

Moderne Kunst / Zeitgenössische Kunst am 06.06.2013, Los 166

Richter, Gerhard
1932 Dresden - lebt und arbeitet in Köln

Abdallah. 2010. Lack hinter Glas. 32 x 32cm. Signiert verso auf Glas: Richter 2010 sowie auf Rahmenrückseite vom Künstler(?) bezeichnet: 917-84, Richter 2010. Künstlerrahmen.

Provenienz:
Direkt beim Künstler erworben

Das Bild wird unter der Wvz.- Nr. 917-84 im Gerhard-Richter Archiv Dresden geführt. Wir
danken Herrn Elger, Gerhard Richter Archiv Dresden, für die
freundliche Unterstützung.

Das Werk ist auf der offiziellen Gerhard Richter Internetseite (www.gerhard-richter.com)
unter der Nummer 917-84 aufgeführt und abgebildet.

Seit 2008 erstellte Gerhard Richter mehrere Serien von Hinterglasbildern. Die Titel der
Serien sind der arabischen Namens- und Geisteswelt entnommen. So sind 'Sindbad' und
'Aladin' auch im Westen bekannte Figuren aus gleichnamigen Märchen. 'Ifrit' ist ein
Geisteswesen, welches aus Feuer geschaffen ist und dem Reich der Dämonen angehört.
'Abdallah' ist ein arabischer Name, welcher unter anderem auch 'Diener Gottes' bedeutet.
Auch Abdallah ist in der Märchensammlung 'Tausend und eine Nacht' mit der Geschichte des
blinden Baba Abdallah erwähnt.
Die technische Ausführung der Bilder ist hoch interessant. So hat Richter "hier Lackfarben
auf einem glatten Untergrund aufgetragen, mit dem Spachtel vermischt und sie eine gewisse
Zeit sich selbst überlassen. Dabei reagieren die verschiedenen Lacke unterschiedlich
miteinander, sie laufen ineinander, vermischen sich oder ziehen sich zu fantastischen
Strukturen zusammen. Schließlich drückt Richter eine Glasplatte in die Farbe und fixiert
dadurch das momentane Ergebnis auf dem Glas. In einer unveröffentlichten Ateliernotiz hat
er selbst diesen Werkprozess anschaulich beschrieben: 'Eine beliebige Platte. Die
mindestens doppelt so groß ist wie die geplanten Hinterglasbilder, bedecke ich mit
Kunstharzlack, d.h. mit verschiedenen Buntfarben (geschätzte Menge ca. 1 bis 5 Esslöffel).
Diese Farben stehen dann teils hart nebeneinander, teils verfließen sie ineinander und
ergeben einen Anblick, in den ich mit Pinsel oder Spachtel eingreife, störe, vermische,
durcheinanderbringe. Dann beobachte ich die nun selbst entstehenden Strukturen und
Vermengungen, bis ich mich für einen Zustand entscheide und diesen abnehme. Das geschieht,
indem ich eine Glasplatte vorsichtig auf das darunterliegende Lackbild lege und mit
leichtem Druck die vollständige Übertragung des Anblickes erzeuge. Danach kann das
Glasbild ein bis zwei Tage trocknen. Bis auf seltene, durch Bewegung entstehende
Unschärfen zeigt die so abgenommene Oberfläche exakt bis in jedes Detail das gleiche Bild
- genau genommen dasselbe Bild.'
Gerhard Richter ist mit diesen Arbeiten so nahe an dem Werk seines früheren Weggefährten
Sigmar Polke wie seit ihrem Gemeinschaftsarbeiten in den sechziger Jahren nicht mehr.
Ähnlich den alchemistischen Kompositionen Polkes, lässt hier Richter dem Material seine
Eigendynamik" (Elger, Dietmar: Gerhard Richter in der Dresdner Galerie, Schriften des
Gerhard Richter Archiv Dresden, Band 7, Dresden 2010, S. 38)..

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