Günther Uecker: "Aggressives Objekt" aus unserer Rubrik: Zeitgenössische Objekte
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Günther Uecker

1930 Wendorf

Moderne + Zeitgenössische Kunst am 26.11.2014, Los 402

UECKER, GÜNTHER
1930 Wentdorf

"Aggressives Objekt". 1972. Nägel und Graphit, auf Leinwand auf Holz aufgezogen. 31,2 x 30,1 x 9,5cm. Betitelt, signiert und datiert unten rechts: Aggressives Objekt Uecker 72.

Es liegt eine Fotoexpertise des Künstlers von 2013 vor.

Provenienz:
Privatsammlung Nordrhein-Westfalen

"Das Nagelobjekt gehört zu Uecker wie das Concetto spaziale zu Fontana und die Monochromie
zu Yves Klein. Uecker beobachtet früh, dass die Bürsten, die er selbst herstellte, um
seine ersten Bilder zu bearbeiten, einen höheren Wirklichkeitsgrad hatten als die Bilder
selbst. Und so begann er, aus diesen Geräten künstlerische Objekte zu machen, die zunächst
sehr zufällig, dann immer klarer, komplizierter und virtuoser, man könnte auch sagen
selbstbewusster, wurden. Kein Mensch hat in seinem Leben so viele Nägel verarbeitet wie
Günther Uecker und so variantenreich. Die Arbeitsweise bestimmte Größe und Dichte der
Strukturen. Die Felder hängen von der Reichweite der Arme, die Nagelstellung von der Dicke
seiner Finger ab, ganz gleich, ob die Nägel intuitiv oder planmäßig, frei oder regelhaft
geschlagen werden. Die Herstellung geschieht in der Regel auf der Erde in einer überaus
konzentrierten und physisch anstrengenden Aktion. Während andere Objekte in der
Vorstellung und oft auch in Zeichnungen vorgeklärt werden, entstehen die Nagelobjekte
spontan, fallen die Entscheidungen im Augenblick. Obwohl es bestimmte Typen dieser Felder
gibt (bewegt, regelmäßig, gereiht, kreisförmig), so sieht doch jedes anders aus, ist von
Lust, Konzentration und physischer Kraft, auch Aggressivität abhängig. Diese kann sich
gegen das Objekt oder (wo die Nägel mit den Spitzen auf uns gerichtet sind) auch gegen den
Betrachter richten, vor dem er sich gleichsam verteidigt. So werden diese Objekte Ausdruck
von Spannung und Gelöstheit gleichermaßen. (Aus: Dieter Honisch, Günther Uecker, Berlin
1984, S. 25).

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344. Moderne + Zeitgenössische Kunst,
26.11.2014, Los 402,
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