Günther Uecker: "Spirale" aus unserer Rubrik: Post War Objekte
Zurück

Günther Uecker

1930 Wentdorf

Modern am 29.05.2019, Los 346

Uecker, Günther
1930 Wendorf

"Spirale". 2001.

. Nägel auf Holzplatte, mit Leinen überzogen, partiell weiß gefasst120 x 120 x 16cm. Betitelt, signiert und datiert verso: SPIRALE Uecker 01. Sowie mit Richtungspfeil versehen.

Dieses Werk ist im Uecker Archiv unter der Nummer GU.01.011 registriert und wird vorgemerkt für die Aufnahme in das entstehende Uecker Werkverzeichnis.

Provenienz:
- Galerie van der Koelen, Mainz
- Kunsthandlung Vinzentz, Düsseldorf
- Privatsammlung Süddeutschland

"Die Leute, die sehen nur die Nägel. Ich mache Werke, die sich bewehren. Sie haben ihre eigene Verteidigungsdominanz, es sind bewehrte Bilder. Dahinter befinden sich auf der Fläche malerische Entwicklungen, die so übermalt sind, dass sie kaum wahrnehmbar sind. Darin sind Chiffren, Metaphern, Empfindungen artikuliert, dann wieder übermalt, am Ende werden die Nägel eingeschlagen." (Uecker in einem Interview im Handelsblatt, 16.10.2011)

Seit Mitte der 1950er Jahren schafft Günter Uecker mit Pinsel und Farbe, Hammer und Nagel seine poetischen Licht-Reliefs. Und fast ebenso lange setzt er sich mit dem Motiv der Spirale auseinander, die er zu immer neuen Nagel-Formationen variiert. Wie in unserem Beispiel bemalt er zunächst den Grund mit weißer Farbe, wobei er die runde Form schon andeutet. Dann schlägt er die Nägel ein und entwickelt das sich um seine Achse windende Gebilde aus dem Strudel im Zentrum und erweitert es hin zu den Bildrändern und darüber hinaus. Um das Bewegungsmoment zu forcieren, tüncht er die Köpfe der Metallstifte weiß, sodass er ihre silbrigen Schäfte wie staccato gesetzte Linien erscheinen lässt, die gemeinsam dem kreisenden Rhythmus folgen. Nicht vorhersehbar, aber vom Künstler gewollt, ergibt ihr Schattenwurf je nach Lichteinfall eine Gegenbewegung, wodurch die Dynamik des Reliefs noch gesteigert wird. Auf diese Weise vereint der Künstler die Elemente Licht, Raum, Bewegung und Zeit zu einem Ereignis.

Uecker wählt für seine Bilder zumeist Titel, die die dargestellte Formation einfach beschreiben, wie etwa Wind, Regen, Feld, Kreis oder Spirale. So ermöglicht er uns Assoziationen zu natürlichen Vorbildern. Spirituelle Gedanken schließt er aber nicht aus. Ganz im Gegenteil. Daher mag das Spiralmotiv auch als Metapher für die Kraft des Sich-Entfaltens und des In-Sich-Zusammenfallens und damit für das sich ständig erneuernde Leben verstanden werden.

Sie wollen ein ähnliches Objekt verkaufen?

Sie möchten zukünftig Angebote zu Günther Uecker erhalten?

Newsletter Suchkartei

429. Modern,
29.05.2019, Los 346,
Taxe: € 500.000

Weitere Künstler zum Thema ZERO

Bernard Aubertin Agostino Bonalumi Axel Dick Wojciech Fangor Lucio Fontana Hermann Goepfert Oskar Holweck Rolf Kissel Heinz Mack Piero Manzoni

Weitere Werke des Künstlers

"Aggressives Objekt" "both". "Großer Kubus" "Interferenzen" "Interferenzen" "Kurzer Weg" "Kurzer Weg" "Kurzer Weg" "Kurzer Weg" "Kurzer Weg"