Jan J. Schoonhoven: Auktion 329, Los 410 aus unserer Rubrik: Zeitgenössische Objekte
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Jan J. Schoonhoven

1914 Delft - 1994 Delft

Moderne + Zeitgenössische Kunst am 28.11.2013, Los 410

SCHOONHOVEN, JAN J.
1914 Delft - 1994

"R72-6". 1972. Relief aus Papiermaché. 18 x 18 x 3,5cm. Signiert, datiert, betitelt und bezeichnet verso: J.J. Schoonhoven, 1972, "R72-6", 18 x 18cm. Rahmen.

Provenienz:
Hans Dulfer, Amsterdam (als Geschenk 1972 direkt vom Künstler erhalten)
Privatsammlung Niederlande (seit 2010)

Über 40 Jahre lang widmet sich Schoonhoven einem Bildtypus, der die Absenz des Künstlers
propagiert und jegliche persönlichen, figurativen und emotionalen Elemente negiert: es
entstehen geometrische Raster-Reliefs als Befreiungsschläge, Spezialistentum und
Einzelgängerei. Mit seinen Mitgliedschaften an der "Informele Group" (1958-1960) und der
"Nul-Group" (1960-1965) folgt Schoonhoven dem internationalen Programmwechsel vom Informel
zu ZERO, ohne sich einer der beiden Strömungen völlig zugehörig zu fühlen. Das
spannungsgeladene Spiel zwischen Licht und Schatten, Höhen und Tiefen, Ruhe und Bewegung,
serieller Wiederholung, geometrischer Perfektion und imperfekten Abweichungen hat über die
Jahrzehnte keinesfalls seine Aktualität verloren. Die Einfachheit, das Minimalistische der
Reliefs macht gerade ihren Reiz aus: tastbar und dreidimensional definiert Schoonhoven in
gebrochenem bis reinem Weiß eine neue Idee des ästhetisch Einfachen.

"Es gab bei Anita und Jan Schoonhoven immer viel Besuch von jungen Künstlern, Musikern und
anderen. An den Abenden wurden Jazzplatten aufgelegt (Charlie Parker, Miles Davis usw.)
und über verschiedene Themen gesprochen, darunter auch sicher über Politik. Dabei wurde
Tee mit Genever getrunken. Inmitten aller Musik und Diskussionen bastelte Jan, während er
sich auch selbst an den Diskussionen beteiligte, an seinen Reliefs." (Develing, Enno: Die
Reliefs: Ordnung muss sein, in: Ausst.-Kat. Schoonhoven-Retrospektive, Haags
Gemeentemuseum, Den Haag 1985, S. 91).
In ähnlicher Atmosphäre kam der Jazzmusiker Hans Dulfer im Jahr 1972 zu dem hier
vorliegenden Raster-Relief. Anlässlich eines Jazz-Awards lud Schoonhoven Dulfer in sein
Haus in Delft ein, um ihm das sich gerade noch in Produktion befindende Relief sozusagen
als Preis zu verleihen.
Gegen die quadratische Ordnung der aus Stegen geformten Kästchen, setzt Schoonhoven in
dieser Arbeit eine schräg verlaufende, schießschartenähnliche Modulation der
Reliefrückwand. Das Resultat ist ein flirrendes, nicht enden wollendes Spiel aus Licht und
Schatten, welches lichtquellenbestimmt und abhängig vom Betrachterstandort immer neue
Assoziationen hervorrufen kann. Das Besondere an der Arbeit ist nicht nur ihr delikates,
intimes Format sondern auch die Tatsache, dass die Arbeit noch den ursprünglichen,
authentischen Charme der manuellen Bearbeitung durch Schoonhoven selbst trägt.

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329. Moderne + Zeitgenössische Kunst,
28.11.2013, Los 410,
Taxe: € 30.000
Ergebnis: € 51.600

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