Joseph Caraud: Prise d`habit de Mlle de la Valliere aus unserer Rubrik: Gemälde Neuerer Meister
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Joseph Caraud

1821 Cluny - 1905 Cluny

Alte Kunst am 21.04.2007, Los 1942


Caraud, Joseph
Cluny 1821 - 1905

"Prise d`habit de Mlle de la Valliere". Louise de la Vallière (1644-1710), traf 1661 als Ehrendame von Henrietta von England, am Hofe in Fontainbleau ein und wurde alsbald, gerühmt ob Ihrer Schönheit und zurückhaltenden Anmut, Meträsse Ludwig XIV., mit dem sie bis 1666 eine leidenschaftliche Beziehung führte. Ab dieser Zeit jedoch verblasste Ludwigs Interesse für die junge Hofdame, die ihm vier Kinder gebar, da er fortan die junge Marquise de Montespan favorisierte. Trotz eindeutiger Bevorzugung der letzteren, war Ludwig XIV. jedoch nicht willens sich von Louise zu trennen und wünschte, dass sie einen Wohnsitz mit der Marquise teilen solle. Gebrochenen Herzens versuchte Louise sich dieser Schmach zu entziehen und faßte, nach einem gescheiterten Fluchtversuch, endgültig den Entschluß, sich aus dem höfischen Leben zurückzuziehen und Frieden im Karmelitinnen Konvent zu finden. Nach Einwilligung des Königs, der Ihr Vorhaben zutiefst bedauerte, bat sie als reuige Sünderin bei Königin Maria Theresia öffentlich um Vergebung, die ihr Verhältnis mit Ludwig XIV, gedemütigt erdulden mußte.

Im Jahre 1675 fand nun die auf vorliegendem Gemälde dargestellte, feierliche Zeremonie der Aufnahme in den Konvent statt. Unter aufmerksamer Beobachtung Ludwig XIV., der Königin Maria Theresia und des gesamten Hofstaates, der eng gedrängt und um die besten Plätze in der Kirche buhlend, das einmalige Schauspiel miterleben wollte, legte sie vor Bischof Bossuet das heilige Gelübde ab. Gezeigt wird der Moment, als der Geistliche ihre aschblonden Haare schneidet, die sie später mit einem schwarzen Schleier bedecken sollte. Ein Anwesender schrieb hiernach über die fortan "Louise de la Miséricorde" genannte Nonne: "Niemals sah sie schöner und freidlicher aus. Sie scheint glücklich zu sein,...".

Joseph Caraud begann 1844 seine künstlerische Laufbahn an der École des Beaux-Arts in Paris unter Abel de Pujol und Charles-Louis Lucien Müller, die sein frühes Schaffen maßgeblich beeinflußten. Dies zeigt sich vor allem in seinen seit 1843 im Salon ausgestellten Werken, die vornehmlich Sujets, inspiriert von seinen Reisen nach Italien und Algerien, zeigten. Ab 1857 jedoch widmete er sich vornehmlich der Genremalerei mit historischen und anekdotischen Szenen aus dem höfischen Leben des 17. Jahrhunderts, insbesondere aus der Periode des Ludwig XIV. und dem Leben der Marie Antoinette. In starkem Konstrast zu seinen zeitgenössischen Künstlerkollegen, interessierte ihn besonders das luxeriöse Leben des französischen Hofes und der gehobenen Bourgeoisie. Inspiriert von den großen Meistern des 18. Jahrhunderts, setzte er historische Begebenheiten theatralisch in Szene und war sehr um die detailgetreue Darstellung, vor allem edler Kostüme und kostbarer Stoffe bemüht. Hierfür geschätzt und gefeiert, erhielt er neben anderen Preisen u.a. 1859 seine erste Salon-Medaille dritter Klasse sowie 1861 eine weitere der zweiten Klasse. 1867 wurde er mit dem ehrenvollen Titel "Chevalier de la Légion d'Honneur" ausgezeichnet. Während der Weltausstellung in Paris 1889 nahm er eine Bronzemedaille entgegen. Joseph Carauds Werke sind in zahlreichen öffentlichen Sammlungen, so u.a. in Cluny (Musée Ochier) und Le Mans (Musée de Tessé) vertreten. Öl auf Leinwand. Doubliert. 116 x 169cm. Signiert und datiert unten links: J. Caraud 1861. Rahmen.

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