Lyonel Feininger: Thüringisches Dorf aus unserer Rubrik: Mod. Gemälde, Zeichnungen, Aquarelle
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Lyonel Feininger

1871 New York - 1956 New York

Moderne + Zeitgenössische Kunst am 26.11.2014, Los 35

FEININGER, LYONEL
New York 1871 - 1956

Thüringisches Dorf. Um 1952/54. Öl auf Leinwand. 51 x 66cm. Signiert oben links: Feininger. Auf dem Keilrahmen signiert und bezeichnet: Lyonel Feininger 1951 'Manhattan walls and windows'. Rahmen.

Provenienz:
Marlborough Fine Art Ltd., London
Marlborough Galerie A.G., Zürich (Aufkleber)
Privatsammlung Nürnberg (Stempel)

Ausstellungen:
Haus der Kunst München/Kunsthaus Zürich 1973 (Aufkleber)
Nationalgalerie Berlin/Haus der Kunst München 1998/99
Stiftung Moritzburg - Kunstmuseum des Landes Sachsen-Anhalt, Halle 2009

Literatur:
Ausst.-Kat. Lyonel Feininger, 1871-1956, Haus der Kunst München/Kunsthaus Zürich 1973,
Kat.-Nr. 164, Farbabb. S. 59 (hier datiert "um 1954" und mit dem Vermerk: "Lit. H. Hesse,
L. Feininger, 2. Auflage (in Vorbereitung), Nr. S8")
Luckhardt, Ulrich: Lyonel Feininger, München 1989, Nr. 59, S. 166f. mit Abb. (hier
datiert: "um 1952")
Ausst.-Kat. Lyonel Feininger - Von Gelmeroda nach Manhattan, Retrospektive der Gemälde,
Nationalgalerie Berlin/Haus der Kunst München 1998/99, Kat.-Nr. 134, Farbabb. S. 219 (hier
datiert: "um 1952")
Ausst.-Kat. Lyonel Feininger - Zurück in Amerika, 1937-1956, Stiftung Moritzburg -
Kunstmuseum des Landes Sachsen-Anhalt, Halle 2009, Kat.-Nr. 31, Farbabb. S. 113 (hier
datiert: "um 1952")

Auch während seines Spätwerkes, das etwa um 1950 beginnt, verliert Lyonel Feininger nicht
an Schaffenskraft. Ganz im Gegenteil. In der amerikanischen Heimat beginnt er nun, die im
Laufe seines Lebens gesammelten bildnerischen Eindrücke zu verallgemeinern und in einer
höheren Ebene zu vereinfachen. Dabei beachtet er weder die materiellen Details der
außerbildlichen Realität noch den Formwillen. Vielmehr folgt er seiner Intuition, die ihn
zur Darstellung einer Essenz des Gesehenen und Erlebten treibt.

Diesem Prozess der Auflösung der Form und damit auch des Motivs begegnen wir in dem
beeindruckenden Gemälde "Thüringisches Dorf": Ohne feste zeichnerische und farbliche
Begrenzungen ist eine Verortung von Häusern und Straße(?) nicht möglich. Die
Unwirklichkeit der Szenerie wird durch den sie überdeckenden braunen Nebel, der die hellen
und dunklen Farbpartien modelliert, weiter gesteigert.
Aus der Tiefe seiner Erinnerungen schildert Feininger uns hier einen Schauplatz, der an
eine raumlose Traumsequenz denken lässt. Es mag aber auch seine Sehnsucht nach Verlorenem
anklingen: "Was ich am meisten vermisse, ist nach der Natur zu zeichnen, 'Notizen' zu
machen, wie früher, an der Ostsee, in Deep oder in den Dörfern der Weimarer Umgebung.
Irgendwie geben mir die hiesigen Motive keine Genugtuung, sie haben zu wenig Anteil an
meiner inneren Vorliebe, und führen zu nichts als naturalistischen Übungen." (Feininger,
1953, zit. nach: Roland März: Lyonel Feininger - Der Maler, in: Ausst.-Kat.
Nationalgalerie Berlin/Haus der Kunst, München 1998/99, S. 41).

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