Markus Lüpertz: Ähre aus unserer Rubrik: Mod. Gemälde, Zeichnungen, Aquarelle
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Markus Lüpertz

1941 Liberec/Böhmen

Moderne und Zeitgenössische Kunst

Ähre

Lüpertz, Markus
1941 Liberec/Böhmen

Ähre. 1971. Öl auf Leinwand. 160 x 130cm. Signiert unten rechts: MARKUS. Rahmen.

Provenienz:
Galerie der Spiegel, Köln
Rheinische Privatsammlung

Literatur:
Vgl. Ausst.-Kat. Markus Lüpertz, Staatliche Kunsthalle Baden-Baden 1973, S. 71
Vgl. Giovanni Carandente, Markus Lüpertz, Milano 1994, S. 19
Vgl. Ausst.-Kat. Markus Lüpertz, Stedelijk Museum Amsterdam, Düsseldorf 1997, S. 155

Zwischen 1970 und 1975 wurde die 'Motiv-Malerei' zu einer neuen Phase im Schaffen von Markus Lüpertz. Besonderes Augenmerk verwandte der Künstler dabei auf Motive, die durch die deutsche Ideologie -respektive Geschichte- stark belastet sind: Ähre, Stahlhelme, Militärmützen usw. Lüpertz kreierte den Begriff 'Dithyrambe' zur Verdeutlichung seiner künstlerischen Auffassung. Dabei "handelt es sich um eine Form, die mit der Symmetrie das Dekorative betont, mit der Plastizität den Dingcharakter hervorhebt. Meist frei schwebend, mutet ihr architektonischer Charakter zwiespältig an. Zoomorphe Züge durchsetzen das konstruktive Gerüst. Es fehlt jeder Maßstab und die räumliche Illusion wird mit der Evokation zugleich ad absurdum geführt. Rückblickend sah Lüpertz in der 'Dithyrambe' seinen individuellen Beitrag zur Abstraktion. 'Abstraktion nicht im Sinne des Abstrahierens, sondern als die Erfindung eines unsinnigen Gegenstandes...Als eine Art Ufo, ein aus einer anderen Welt gestrandetes Element. Als neuen, unsinnigen, poetischen Gegenstand. So verstand ich damals die Abstraktion: als das nicht Begreifbare.'

Mit der Wiederaufnahme wurde der Begriff Dithyrambe für Lüpertz zum Programm. Er signalisierte seine Absicht, die Malerei grundlegend zu erneuern. Darüber hinaus fungierte die griechische Bezeichnung als Signet eines malerischen Universums, das Lüpertz von einem durchgängigen Rhythmus geprägt sah, von einem dithyrambischen Rhythmus, dem sich alles unterordnete.

So kristallisierte sich für etliche Jahre in dem Terminus Dithyrambe Lüpertz' künstlerische Vorstellungswelt. Das Wort selbst verwendete er dabei substantivisch und adjektivisch, je nachdem, ob ein Ding oder der malerische Gestus gemeint war, aber die Intention zielte auf Einebnung solcher Differenz. Auf der erwähnten Zeichnung hatte Lüpertz bezeichnenderweise die Absicht formuliert, eine 'der Dithyrambe entsprechende Malweise' zu entwickeln. Damit stellte er die entscheidende Entwicklung her: Motiv und Stil sollen auf einen Nenner gebracht werden (...).
[Die Bilder spiegeln folgendes wieder:] eine auffällige Vorliebe für gleichmäßig strukturierte Gegenstände oder Flächen, die in ihrer Unscheinbarkeit kaum jemals zu malerischen Sujets geworden waren, zumal sich keine spezifische Bedeutung mit ihnen verbinden ließ (...). Die Banalität der Sujets, ihre simple Form und ihre gleichmäßige, repetitive Struktur provozieren offensichtlich die Rythmisierung des Pinselduktus, er an Bedeutung gewinnt, ohne das Motiv zu vergewaltigen und unkenntlich zu machen.

Nicht um Variation geht es, sondern um Wiederholung. Zu diesem Gegensatz hat sich Lüpertz geäußert und seine Bemerkungen belegen erneut, wie brüchig sich seine Vorstellungen ausnehmen. Nichts erscheint eindeutig. Alles ist auf Widersprüche angelegt. So notiert er 1968 beispielsweise: "Die Wiederholung befreit den Künstler von der Qual (zu erfinden), verlangt aber einen größeren Kampf mit Material und Erinnerung. Sie kann nur geduldet werden bei gleichbleibender Leistung und Qualität. Sie ist die Prüfung , ob das Werk die Faszination im Entstehen und in der Fertigung enthält. Mit der Wiederholung ist der Künstler in der Lage, sehr weite Zeitabläufe zu erleben und zu überprüfen" (Armin Zweite, in: Ausst.-Kat. Markus Lüpertz, Gemälde - Skulpturen, Kunstsammlung NRW, Ostfildern-Ruit 1996, S. 15ff.).

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