Max Liebermann: Blick über die Blumenterrasse im Wannseegarten nach Nordosten aus unserer Rubrik: Mod. Gemälde, Zeichnungen, Aquarelle
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Max Liebermann

1847 Berlin

Moderne und Zeitgenössische Kunst am 31.05.2011, Los 444

Liebermann, Max
Berlin 1847 - 1935

Blick über die Blumenterrasse im Wannseegarten nach Nordosten. ca. 1920-25. Pastell auf Velin. 25,1 x 30cm. Signiert unten links: MLiebermann. Rahmen.
Wir danken Frau Dr. Margreet Nouwen, Max Liebermann Archiv, Berlin, für die freundliche
Bestätigung der Authentizität.

Provenienz:
Privatsammlung Berlin
Privatsammlung Frankfurt/Main
Galerie Salis & Vertes, Salzburg
Privatsammlung Deutschland

Ausstellungen:
Max Liebermann, Landesgalerie Hannover/Kunstverein Hamburg/Kunstverein für die Rheinlande
und Westfalen, Düsseldorf, 1954, Kat.-Nr. 116
Max Liebermann 1847-1935 Berlin, Kunsthalle Bremen, 1954, Kat.-Nr. 117

Literatur:
Max Liebermann, Landesgalerie Hannover/Kunstverein Hamburg/Kunstverein für die Rheinlande
und Westfalen, Düsseldorf, 1954, Kat.-Nr. 116
Max Liebermann 1847-1935 Berlin, Kunsthalle Bremen, 1954, Kat.-Nr. 117
Vgl. Ausst.-Kat.: Im Garten von Max Liebermann, Hamburger Kunsthalle u.a. 2004/05

Auf der Rückseite des Blattes befindet sich eine Bleistiftzeichnung, die Max Liebermann
offenbar verworfen hat. Sie stellt ein Selbstbildnis dar und ähnelt in der Auffassung
seinem Konterfei in der Radierung von 1922 (vgl. Wvz. Schiefler, Nr. 360) wie auch seinem
Porträt in der Lithographie von 1924 (vgl. Wvz. Achenbach, Nr. 83). Die Zeichnung hat
Liebermann wohl kurz vor dem Pastell geschaffen. Da der Maler meist sparsam mit dem Papier
umging, hat er wahrscheinlich - als er sah, dass die Zeichnung misslungen war -, das Blatt
umgedreht, um die unbenutzte Seite für ein anderes Bild zu verwenden.
Diese neue Arbeit zeigt eine heitere Sommeransicht der sogenannten Blumenterrasse in
Liebemanns Garten am Wannsee: Von einem etwas erhöhten Standpunkt aus blickt man auf die
Farbenpracht der rot blühenden Blumen, die auf der "Terrasse" angepflanzt sind. Im
Hintergrund links von ihr sieht man die hellgrünen Heckengärten und rechts erkennt man
durch die dicht stehenden Laubbäume das leuchtende Hellblau des Wassers.
Max Liebermann konnte 1909 eines der letzten Seegrundstücke am Großen Wannsee, südwestlich
von Berlin, erwerben. Schon im folgenden Jahr zog er mit seiner Familie in die neu erbaute
Villa ein, die er als Sommerresidenz nutzte. Im Atelier entstanden dann auch bald die
ersten Gartenbilder. Mit der Planung und Gestaltung des großen Gartens war von Anbeginn
Alfred Lichtwark betraut, Direktor der Hamburger Kunsthalle und Freund des Malers. So
entstand ein moderner Garten, der den ästhetischen Forderungen der Gartenreform entsprach
und zugleich die Möglichkeit zur wirtschaftlichen Nutzung bot.
Sein "Schloß am See" war Liebermanns ländliches Refugium, in das er sich gerne zurückzog.
Als ihm die Geschehnisse des I. Weltkrieges seine alljährlichen Studienfahrten nach
Holland unmöglich machten, wurde die Villa für ihn zum ständigen Aufenthaltsort im Sommer.
Bis zu Beginn der 1930er Jahre fertigte Liebermann hier über 200 Studien, Pastelle und
Gemälde mit Motiven des Gartens an. Obwohl die Blumenterrasse eine sehr kleine Fläche des
Gartens einnahm, war sie seit 1914 eines der beliebtesten Motive des Künstlers. Aus allen
nur erdenklichen Blickwinkeln hielt er ihre Ansicht im Bild fest. Wie bei unserem Blatt
schilderte er sie stets in sommerlicher Blüte, wobei er sie fast ausschließlich bei
strahlendem Sonnenschein und möglichst hohem Sonnenstand malt. Denn Liebermann
interessiert sich allein für die Vielfalt und Farbigkeit der Natur, nicht aber für ihre
Erscheinung im Wechsel der Tages- oder Jahreszeiten. (Ritze, Stephanie: Die
Blumenterrasse, in: siehe Ausst.-Kat., S. 87f.)


Wir verweisen auf die Ausstellung "Max Liebermann - Wegbereiter der Moderne" in der
Bundeskunsthalle Bonn vom 21. April bis 11. September 2011.

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