Norbert Bisky: "Explorer" aus unserer Rubrik: Zeitgen. Gemälde, Zeichnungen, Aquarelle
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Norbert Bisky

1970 Leipzig

Modern am 29.05.2019, Los 1007

Bisky, Norbert
1970 Leipzig

"Explorer". 2008. Öl auf Leinwand. 130 x 110cm. Signiert, datiert und betitelt verso oben links: "EXPLORER" Bisky 2008. Sowie unten rechts 'm'? bisky 2008.

Provenienz:
- Galerie CRONE, Berlin


Ausstellungen:
- Museum Abtei Liesborn, Wadersloh-Liesborn 2013
- Bayer AG, Leverkusen 2014/2015
- Museum Abtei Liesborn, Wadersloh-Liesborn 2015/2016

Faszination, wenn auch von einer anders gearteten Qualität, geht von dem Gemälde "Explorer" aus, das Norbert Bisky im Jahr 2008 gemalt hat. Unvermittelt und mit voller Wucht springt, um nicht zu sagen spuckt, einem das Hauptmotiv ins Auge. In höchst energetischer Pose steht als Halbfigur mittig im großen Bildformat ein junger muskulöser Mann mit nacktem Oberkörper, die Arme erhoben mit hinter dem Kopf verschränkten Händen. Nach rechts gewandt, dreht er sich mit größter Dynamik in die entgegengesetzte Richtung. Aus seinem geöffneten Mund sprühen feuerrote und schwarze Zungen, die sich durch die heftige Bewegung über das gesamte Bildformat verteilen.
Bisky hält in diesem Gemälde einen Moment größter, viriler Dynamik fest, sowohl in einer spektakulären Farbexplosion als auch einer dem Bildmotiv angemessenen, äußerst extravaganten Perspektive. In betrachtender Untersicht scheint man sich fast ducken zu müssen, um von der schleudernden Gewalt nicht erfasst zu werden. Form und Inhalt stehen hier in fulminantem Einklang.
"Man muss sich einfach nur trauen", sagte Bisky einmal in einem Interview. Ein Ausspruch, der sich auch auf dieses Gemälde anwenden ließe. Hier traut sich einer etwas, nämlich seiner strotzenden Dynamik, Kraft, Energie und Bewegtheit ungezügelten Lauf zu lassen, unbeeindruckt davon, was dies mit seiner Umgebung anrichtet. Ist es ein Forscherdrang bis in die letzten Extreme? Bisky misst den Namen seiner Gemälde größte Bedeutung zu, die so weit geht, dass bisweilen der Titel vor dem Werk existiert und dann bildlich gefüllt werden möchte.
Bewegung, Fliegen im Besonderen, ist es, die einen zeitlichen Verlauf erst sichtbar macht. Ein Tier, Mensch oder Gegenstand befindet sich nicht mehr am selben Ort wie noch vor einiger Zeit und deutet dem aufmerksamen Beobachter damit an, dass es eine Zwischenzeit gegeben haben muss, in welcher der Standort verändert wurde. Es gibt ein Vorher, ein Jetzt und ein Später. Bisky wählt nun in seiner Darstellung die mutigste Art in der Malerei. Er wählt die Gleichzeitigkeit.
(Vgl. www.ww-asset.com/kunst/147-qdas-schlimmste-ist-gleichgueltigkeitq.html (Zugriff am 5.1.2017))

Prof. Dr. Teresa Bischoff.

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