Otto Piene: "Feuerblume Dezember" aus unserer Rubrik: Post War Gemälde, Zeichnungen, Aquarelle
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Otto Piene

1928 Laasphe/Westfalen - 2014 Berlin

Modern am 29.05.2019, Los 298

Piene, Otto
1928 Laasphe/Westfalen - 2014 Berlin

"Feuerblume Dezember". 1973. Mischtechnik (Feuergouache) auf Leinwand. 101 x 101cm. Signiert und datiert verso oben Mitte rechts: Piene(eingekreist) 73. Hier zudem betitelt: FEUERBLUME DEZEMBER. Rahmen.

Provenienz:
- Galerie Heimeshoff, Essen
- Privatsammlung Baden-Württemberg

Feuer, Rauch und Licht sind Wirkungselemente in der Kunst von Otto Piene, die eng miteinander verbunden sind. Ende der 1950er Jahre entstehen die ersten Rauchzeichnungen auf Papier, in denen Rauch einer Kerze oder Petroleumlampe als bildnerisches Gestaltungsmittel eingesetzt wird. Daraus entwickelt Otto Piene in den 1960er Jahren die sogenannten Feuerbilder. Sie zeigen Krusten und Blasen, die beim Anbrennen von Fixativ, Pigment und Ölfarbe auf der Leinwand entstehen. Die Kraft der Flammen formt oder zerstört nicht nur das von ihr erfasste Material, ihr Ruß wird als bildnerisches Gestaltungsmittel eingesetzt und kann Farbe teilweise ganz ersetzen. Hierbei kommen Momente wie Zeit und das Prozesshafte der experimentellen bildschöpferischen Mittel ins Spiel. In Feuer- und Rauchbildern schreibt sich unwiderruflich die einst stattgefundene Aktion ein. Diese ist nur bis zu einem gewissen Grad kontrollierbar, und auch der Verfallsprozess entwickelt eine eigenständige Dynamik. Der Vorgang des Abbrennens hat für Piene dabei nichts Dekonstruktives an sich, sondern ist für ihn ganz im Gegenteil »ein Prozess, der Neues schaffen kann«. Durch das In-Brand-Stecken von Farbe werden Pienes Gemälde der späten 1960er- und 1970er-Jahre zunehmend assoziativ als Blumen, Pflanzen etc. lesbar und über die Vergabe von Titeln zusätzlich inhaltlich deutbar.
Das hier vorliegende Werk beeindruckt auf den ersten Blick durch seinen besonders expressiven Ausdruck. Die in der Mitte verdichtete Farbe scheint zu "explodieren". Der Schwarz-Weiß Kontrast verstärkt diesen Effekt noch. Wagt man einen zweiten Blick, so fallen die unglaublich ausgewogene Komposition auf und die feinen grünlich-rötlichen Farbnuancen, die in der Bildmitte aufblitzen. Assoziiert man dazu den Werktitel des Künstlers "Feuerblume", dann strahlt dieses Werk gleichzeitig Ruhe aus. Diese Divergenz macht das vorliegende Werk zu einem seiner besten Feuerbilder.

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29.05.2019, Los 298,
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