Peter Halley: Essentialism aus unserer Rubrik: Zeitgen. Gemälde, Zeichnungen, Aquarelle
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Peter Halley

1953 New York

Modern | Post War | Contemporary am 28.11.2018, Los 372

Halley, Peter
1953 New York

Essentialism. 1998. Acryl und Roll-a-Tex auf Leinwand. 251,5 x 188,5 x 9,5cm. Zweifach signiert verso oben rechts: Peter Halley.

Provenienz:
- Sandra Gering Gallery, New York
- Privatsammlung New Jersey
- Privatsammlung Nordrhein-Westfalen
- Unternehmenssammlung Deutschland

Schon in den frühen 80er Jahren sorgt Peter Halley mit seinen minimalistischen Gemälden in New York für Aufsehen. Manhattan, auch als "The Greatest Grid", für sein durchgeplantes dreidimensionales Stadtraster, bekannt, bietet Halley die perfekte Grundlage für sein Interesse an der Erforschung der zunehmenden Geometrisierung der Städte. Den damit verbundenen Einfluss auf den sozialen Raum verarbeitet er nicht nur in Gemälden, sondern auch in Essays. Gerade in seinen Schriften wird das Interesse an diesen Themen sowie an den einhergehenden sozialwissenschaftlichen Philosophien erkennbar.
Für seine unverkennbaren Gemälde, wie auch für "Essentialism", übersetzt der Künstler seine Umwelt in eine eigene architektonische Bildsprache durch die Benutzung seiner typischen Elemente "Gefängnis", "Zelle" und "Leitung", welche die Organisationsformen und Abhängigkeitsverhältnisse des sozialen Raums manifestieren. Bei diesen Elementen wird der kunsthistorische Bezug zu Kasimir Malevich, aber auch den amerikanischen "Hard-Edge" Malern wie Joseph Albers, Barnett Newman oder Ellsworth Kelly deutlich. Sie werden durch die Benutzung von unterschiedlichen fluoreszierenden und metallischen Acryl-Farben, sogenannte "Day-Glo" Farben, sowie Roll-a-Tex, ein Farbadditiv, welches normalerweise für Häuserwände benutzt wird und ihm in der Malerei eine gewisse Griffigkeit bietet, herausgehoben. Auch durch seine unterschiedlich pastosen Farbaufträge und die Zerlegung des Gesamtbildes in Bauteile, durch die Benutzung von mehreren Teilstücken Leinwand auf breiten Keilrahmungen, unterstreicht er den architektonisch baulichen Ansatz und kreiert einen Diskurs um Malerei und Objektivität in seinem Werk. Ein anderer wichtiger Ansatz, welcher mit der "Organisation" des sozialen Raumes einhergeht, ist die Kommunikation zwischen den Bildelementen und dem Betrachter. So hat sich die Bedeutung der "Leitungen" in seinem Werk über die Jahre, durch die Weiterentwicklung von der linearen, limitierten zur kabellosen weitreichenden, integrativen Kommunikation stark gewandelt und auch der sozialphilosophische Ansatz seiner Bilder, welche oft ähnliche Titel tragen wie "Essentialism", scheinen in Zeiten von den heutigen sozialkritischen Debatten aktueller denn je. So anonym und repetitiv die Räume in seinem Gesamtwerk auch wirken, so stark sind sie doch an die gesellschaftliche Wirklichkeit gebunden und stellen in dem kulturellen und architektonischen Kontext, in welchem sie entstehen, bisherige Annahmen über die Abstrakte Kunst infrage.

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28.11.2018, Los 372,
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