Roelant Savery: "Orpheus und die thrakischen Weiber" aus unserer Rubrik: Gemälde Alter Meister
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Roelant Savery

1577 Kortrijk - (vor) 1639 Utrecht

Alte Kunst am 19.05.2017, Los 515

Savery, Roelant
1577 Kortrijk - (vor) 1639 Utrecht

"Orpheus und die thrakischen Weiber". Öl auf Eichenholz. 27,5 x 40,5cm. Signiert und datiert unten links: Roelant / Savery f / 1624. Rahmen.

Rückseitig:
Auf der Tafel altes Ausstellung- oder Auktionsetikett.

Gutachten:
Dr. Klaus Ertz, Lingen 05. Mai 2004.

Das zu versteigernde Gemälde besticht durch die Varianz der dargestellten Tierfiguren, die in einer phantastischen Berglandschaft vor einer Turmruine verbildlicht sind. Bezeichnend für das vorliegende Werk ist, dass die mythologische Szene, die dem Gemälde seinen Titel verleiht, im rechten Hintergrund des Bildes sichtbar bis zur Bedeutungslosigkeit an den Rand des Geschehens gerückt wird. Orpheus, nur schemenhaft im hell abgesetzten Bereich zu erkennen, versucht sich vor den Turmruinen gegen den Angriff der thrakischen Frauen zur Wehr zu setzen.
Bei der der Mythologie entstammenden Handlung ist Orpheus der Sohn des tharkischen Flussgottes Oiagros und der Kalliope, einer der neun Musen. Zugleich ist er ein gottbegnadeter Sänger und Kitharaspieler. Dem unwiderstehlichen Zauber seines Gesanges, der ihm Macht über die Geschöpfe der Natur verleiht - was in dieser paradiesischen Darstellung gezeigt wir -, kann sich auch der Hades nicht verschließen und gibt ihm seine an einem Schlangenbiss gestorbene Gattin Eurydike zurück, jedoch unter der Bedingung, dass sich Orpheus vor Erreichen der Oberwelt nicht nach seiner Gattin umdreht. Als er gegen dieses Gebot verstößt, verschwindet Eurydike auf immer. In der Trauer über diesen Verlust wird Orpheus zum Frauenverächter und von den thrakischen Mänaden zerrissen.
Roelant Savery hat sich mit den Darstellungen von Orpheus inmitten von Tieren sehr viel häufiger befasst als andere seine Zeitgenossen. Typisch für ihn und zugleich erstaunlich ist nur, dass er zwar immer wieder das Thema des Orpheus malte, aber diesen mythologischen Sänger in vielen Bildern nur im Hintergrund, oft sehr versteckt, "auftreten" lässt - wie auch in unserem Gemälde, in dem die Tiere und die Turmruine die eigentlichen "Hauptdarsteller" sind. Sein eigentliches Interesse gilt der Gestaltung der Landschaft und der zahlreichen, oft exotischen Tiere, die er auch in seinen Paradieslandschaften immer wieder bevorzugt.

"...Das Gemälde aus Maastricht ("Orpheus und die thrakischen Weiber", 27,5 x 42cm, Bonnefanten Museum) ist eine Variante nach dem zu begutachtenden. Dieses bildet in seiner Gesamtheit eine Einheit von überwältigender Schönheit, wie Savery dies in der Zeit um 1624 geschaffen hat."

Das vollständige Gutachten entnehmen Sie bitte hier:

Zusatztext Roelant Savery
Gutachten Dr. Klaus Ertz

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388. Alte Kunst,
19.05.2017, Los 515,
Taxe: € 80.000
Ergebnis: € 103.200

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