Rudolf Bauer: Auktion 329, Los 11 aus unserer Rubrik: Mod. Gemälde, Zeichnungen, Aquarelle
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Rudolf Bauer

1889 Lindenwald

Moderne + Zeitgenössische Kunst am 28.11.2013, Los 11

BAUER, RUDOLF
1889 Lindenwald - 1953 Deal/New Jersey

Andante. 1938. Öl auf Leinwand. 131 x 131cm. Signiert unten rechts: 'R.Bauer'. Verso nochmals signiert: 'R.Bauer', viermal bezeichnet 'F.N. 199' sowie auf dem Keilrahmen Stempel 'Das Geistreich'. Rahmen.

Provenienz:
The Solomon R. Guggenheim Collection, New York
Privatsammlung Norddeutschland

Ausstellungen:
The Solomon R. Guggenheim Museum, New York 1939, Kat.-Nr. 199

Literatur:
Ausst.-Kat. Art of Tomorrow, Solomon R. Guggenheim Collection of Non-Objective Paintings,
New York 1939, Kat.-Nr. 199 Abb. S.114
Vail, Karole (Hrsg.): The Museum of Non-Objective Paintings - Hilla Rebay and the Origins
of the Solomon R. Guggenheim Museum, New York 2009, Abb.45 S.63, Abb.46 S. 64, Abb.116 S.
173.

Wie vielen Malern zu Beginn des 20. Jahrhunderts, ist Rudolf Bauer Inhalt und Idee
wichtiger als die Form des Abgebildeten. So sucht er in seinen ungegenständlichen
Kompositionen nach einem neuen, angemessenen Vokabular, bei dem Linie, Fläche, Form und
Farbe alleinige Bedeutungsträger sind. Inspiriert von der Kunst Wassily Kandinskys findet
er diese zunächst mittels impulsiven, von Kompositionsregeln befreiten, expressiven
Formulierungen. Bis etwa Anfang der 1920er Jahre nutzt er sie zur Veranschaulichung
emotionaler Bewegung und moderner Spiritualität.
Durch die Auseinandersetzung mit der Malerei Kasimir Malewitschs und Piet Mondrians
gelangt Bauer dann zu einer Klärung seiner Darstellungsweise. Besonnen und differenziert
legt er nun seine Kompositionen an, wobei er einzig einfache geometrische Formen
verwendet. Mit diesem reduzierten Malstil hat er für sich die adäquate
Ausdrucksmöglichkeit entwickelt, um die "höchsten" menschlichen Erkenntnisprinzipien zu
verbildlichen. Bis zum Ende seines Schaffens bleibt er dieser Art der geometrischen
Abstraktion treu.

Mitte der 1930er Jahre steht Bauer auf dem Höhepunkt seines malerischen Werkes. Seine
Bilder stellt er nicht nur in Deutschland, sondern auch in Amerika aus. So kann er 1936
durch seinen Mentor Solomon R. Guggenheim 60 Werke in zahlreichen Städten der USA
präsentieren. Während er dort erfolgreich ist, wird Bauer in der Heimat von den
Nationalsozialisten verfemt. Sie stellen 1937 einige seiner Arbeiten als "entartete Kunst"
zu Schau. Im dem Jahr, in dem er "Andante" malt, wird er schließlich verhaftet. Es gelingt
ihm, freizukommen und 1939 nach Amerika zu emigrieren. Nach Deutschland kehrt er nicht
mehr zurück. Seine Kunst gerät hier nach dem Zweiten Weltkrieg in Vergessenheit. Erst
durch eine Ausstellung seiner Werke 1969 in Köln wird man wieder auf sie aufmerksam.

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329. Moderne + Zeitgenössische Kunst,
28.11.2013, Los 11,
Taxe: € 230.000
Ergebnis: € 258.000

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