Rudolf Bauer: Triptych-Symphony: Third Movement aus unserer Rubrik: Mod. Gemälde, Zeichnungen, Aquarelle
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Rudolf Bauer

1889 Lindenwald

Moderne und Zeitgenössische Kunst am 31.05.2011, Los 335

Bauer, Rudolf
1889 Lindenwald - 1953 Deal/New Jersey

Triptych-Symphony: Third Movement. 1930-1934. Öl auf Leinwand. 130 x 155,5cm. Stempel des Künstlers verso auf dem Keilrahmen: R. BAUER/ DAS GEISTREICH/ DIE BAUTOKRATIE/ An der Heerstrasse 7/ Berlin-Charlottenburg. Rahmen.

Provenienz:
Solomon R. Guggenheim Collection, New York
Leonard Hutton Gallery, New York (Etikett)
Privatsammlung Norddeutschland

Ausstellungen:
Art of Tomorrow, Solomon R. Guggenheim Collection of Non-Objective Paintings, New York
1939, Kat.-Nr. 134

Literatur:
Cail, Karole (Hrsg.): The Museum of Non-Objective Paintings - Hilla Rebay and the Origins
of the Solomon R. Guggenheim Museum, New York 2009, Abb. 22 S. 39, Abb. 46 S. 65, Abb. 100
S. 161
Ausst.-Kat.: Art of Tomorrow, Solomon R. Guggenheim Collection of Non-Objective Paintings,
New York 1939, Kat.-Nr. 134, Abb. S. 4 (hier als rechte Tafel gemeinsam mit den beiden
anderen Gemälden des Triptychons gezeigt)

Auf der Suche nach einer zeitgemäßen Kunst gelangt Rudolf Bauer Anfang der 1920er Jahre zu
einer expressiven, lyrischen Abstraktion. Mit ihr findet er ein neues malerisches
Vokabular, um weniger der äußeren, materiellen Welt Ausdruck zu verleihen, als vielmehr
seiner spontanen Erfindungsgabe und seiner inneren, spirituellen Natur. Seine Gemälde
"waren in ihrer Farbigkeit bewundernswert und subtil und halfen, die Menschen in die
abstrakte Kunst einzuführen. Wir hatten keine Künstler in jenen frühen Jahren, deren Werk
bei dem Publikum im allgemeinen soviel Anklang und Ansprache fand." (Katherine S. Dreier
1949; neben Man Ray und Marcel Duchamp ist sie Mitbegründerin der Société Anonyme 1920 in
New York).
Um seinen Lebensunterhalt zu finanzieren, arbeitet Bauer als Karikaturist für Magazine und
Tageszeitungen. Auf diese Weise lernt er 1912 den Berliner Kunsthändler und Verleger
Herwarth Walden kennen, der ihn als "Maler der absoluten Form und Farbe" sehr schätzt. Zu
den Künstlern, die Walden vertritt gehören der von Bauer sehr verehrte Wassily Kandinsky -
erst 1930 begegnen sie sich - sowie u.a. Franz Marc und Paul Klee. Es kommt zu einer
fruchtbaren Zusammenarbeit: Bis 1921 ist Bauer für Waldens Zeitschrift "Der Sturm" tätig
und wird Lehrer an der "Sturm"-Schule. Zudem zeigt er 1915 erstmals in der "Sturm"-Galerie
seine Werke in einer Gruppenausstellung. 1917 folgt hier dann die erste Einzelausstellung
mit 120 Arbeiten.
In diesem Jahr begegnet Bauer der deutschen Malerin Hilla von Rebay, mit der ihn eine
lebenslange Freundschaft verbindet. Beide sind 1918 Mitbegründer der "Novembergruppe" und
1920 der Künstlervereinigung "Der Krater". Gemeinsam gründen sie 1929 "Das Geistreich",
das Museum für Gegenstandslose Malerei in Berlin, in dem sie Bauers Arbeiten wie auch die
der anderen Künstlerfreunde der Öffentlichkeit zugänglich machen. In den nun folgenden
Jahren verändert Bauer seine malerische Ausdrucksweise. Wohl inspiriert von dem
modernistischen und funktionalen Stil der Bauhaus-Künstler und der Russischen
Konstruktivisten, eignet er sich eine geometrische Formensprache an.
Von Rebay ist es, die Solomon R. Guggenheim, den sie während einer USA-Reise 1927
kennenlernt (etwa zehn Jahre später wird sie Gründungsdirektorin der Guggenheim-Sammlung),
mit den Werken Bauers bekannt macht. 1930 treffen sich beide erstmals persönlich in
Deutschland. Der amerikanische Magnat erwirbt einige Bilder des Malers und wird ein
begeisterter Sammler und Förderer dessen Kunst. Bald erhalten Bauers Bilder einen
zentralen Platz in der Sammlung Guggenheims. So werden 1936 60 Werke in der Ausstellung
"Solomon R. Guggenheim Collection" im Gibbes Museum of Art in Charleston präsentiert, die
in der Folgezeit in zahlreichen Städten der USA zu sehen ist.
Gleichzeitig werden 1937 in der Ausstellung "Entartete Kunst" in München Bauers Arbeiten
zur Schau gestellt. Von den Nationalsozialisten verfolgt, wird er im Jahr darauf für
einige Monate inhaftiert. Mit Hilfe von Rebay und Guggenheim kann er frei kommen und
emigriert 1939 in die USA. Bauer kehrt nicht mehr in sein Heimatland zurück.
Wie sehr Guggenheim die Kunst Bauers bewundert, zeigt, dass er das hier vorgestellte
großformatige Gemälde in seinem privaten Schlafzimmer aufhängen ließ (vgl. Abb.). Der
Titel "Symphony in tree - Third Movement" verweist auf ein ursprünglich dreiteiliges Werk.
Auf einer Abbildung im Katalog zur legendären Ausstellung "Art of Tomorrow", 1939, - die
erste Präsentation der Solomon R. Guggenheim Foundation in New York - ist unsere Arbeit
als rechter Teil des Triptychons zu sehen (vgl. Ausst.-Kat. New York 1939, Abb. S. 4)
.

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