Willi Baumeister: Amenophis aus unserer Rubrik: Mod. Gemälde, Zeichnungen, Aquarelle
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Willi Baumeister

1889 Stuttgart

Moderne + Zeitgenössische Kunst am 26.11.2014, Los 10

BAUMEISTER, WILLI
Stuttgart 1889 - 1955

Amenophis. 1942. Öl und Kunstharz auf Hartfaser. 46 x 54cm. Signiert oben links: Baumeister. Modellrahmen.

Provenienz:
Mr. und Mrs. T. A. Noonan, Neu-Dehli/Indien
Privatsammlung Deutschland

Literatur:
Beye, Peter/Baumeister, Felicitas: Willi Baumeister - Werkkatalog der Gemälde II,
Ostfildern Ruit 2002, Wvz.-Nr. 996, mit s/w Abb. (hier mit dem Vermerk: Verbleib
unbekannt)
Grohmann, Will: Willi Baumeister - Leben und Werk, Köln 1963, Werkverzeichnis Nachtrag Nr.
1678 (hier betitelt: Amenophis II)

Bedingt durch seine Entlassung aus dem Lehramt an der Frankfurter Kunstgewerbeschule 1933
und das später erfolgende Mal- und Ausstellungsverbot durch die Nationalsozialisten ist
Willi Baumeister bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges zur inneren Emigration gezwungen.
Trotz der damit verbundenen Einschränkungen und der Kriegsereignisse - seine Wohnung wird
zerbombt und geplündert - bleibt seine künstlerische Schaffenskraft ungebrochen. Intensiv
setzt er sich mit ur- und frühgeschichtlichen, afrikanischen sowie altorientalischen
Bildzeichen auseinander und gewinnt neue, zeitgemäße Metaphern als Formeln für die Welt.
Dabei verdrängt er immer mehr das Gegenständliche aus seinen Bildvorstellungen. So nehmen
die Werke der 1930er und 1940er Jahre nicht nur eine wichtige Stellung im Oeuvre des
Künstlers ein. Sie sind auch wegweisend für die abstrakte Malerei der Nachkriegszeit in
Deutschland.

Besonders in der ersten Hälfte der 1940er Jahre beschäftigt sich Baumeister mit
unterschiedlichen Thematiken wie den Mauerformen und Positiv-Negativ-Strukturen. Auch
setzt er sich mit der afrikanischen Kunst auseinander. Im Gegensatz zu den Expressionisten
sieht er in ihr kein unmittelbares Vorbild, sondern allgemeingültige Bilder für das Werden
des menschlichen Daseins, in dem das Mythische, der Rhythmus, das Erdbezogene, das
Gleichnishafte und auch das Heilige mit einbezogen ist. Ihre stimulierende Kraft und
ornamentalen Strukturen sowie ihre Farbklänge übersetzt er in ganz eigene Formfindungen,
wobei er die meist eckigen Figurationen in ein festes, reliefartiges Gefüge einbindet.

Ein wunderschönes Beispiel aus der Frühzeit dieser Schaffenszeit ist das hier vorgestellte
Gemälde "Amenophis" (der altägyptische Name bedeutet: der Wind- und Fruchtbarkeitsgott
Amun ist zufrieden). Ob Baumeister mit dem Titel auf einen der ägyptischen Könige gleichen
Namens verweist, bleibt ungewiss. Eine eindringliche Kraft geht von dieser Darstellung
aus, deren rätselhafte Hieroglyphen uns in ihren Bann ziehen. Sie sind Äußerungen des
Unterbewussten und Symbole aus uraltem Erinnerungsgut. Baumeister gibt uns keinen Hinweis
auf die Entschlüsselung. So obliegt es uns selbst, ihrem Geheimnis auf die Spur zu kommen.

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