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Lyonel Feininger: Auktion 300, Los 395 aus unserer Rubrik: Mod. Gemälde, Zeichnungen, Aquarelle
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Lyonel Feininger

1871 New York - 1956 New York

Moderne und Zeitgenössische Kunst am 31.05.2011, Los 395, Ergebnis: € 38.198 (inkl. Aufgeld)

Feininger, Lyonel
New York 1871 - 1956

Geheimnisvolle Inseln. 1933. Aquarell und Tuschfeder auf dünnem Velin. 23 x 30,5cm. Signiert und betitelt unterhalb der Darstellung links: Feininger: geheimnisvolle Inseln. Datiert unterhalb der Darstellung rechts: 6 8 33. Nachlassstempel des Künstlers verso unten links: Feininger Estate. Sammlerzeichen(?) unten links. Rahmen.
Im Rahmen beschrieben.

Gutachten:
Zu diesem Blatt liegt eine Echtheitsbestätigung von Achim Moeller, The Lyonel Feininger
Project LLC, New York, vom 20. Juni 2010, vor. Es wird in das Lyonel-Feininger-Archiv der
Gemälde und Aquarelle unter der Nr. 341-06-10-10 aufgenommen.

Provenienz:
Nachlass Lyonel Feininger
Nachlass Julia Feininger


Während seiner gesamten Schaffenszeit ist für den Amerikaner Lyonel Feininger das Erlebnis
der Natur stets Ausgangspunkt für die künstlerische Auseinandersetzung. In spontan
"notierten", oft farbigen, Skizzen und Zeichnungen hält er zunächst den ersten visuellen
Eindruck fest, um dann - oft Jahre später - die flüchtige Erscheinung zu strenge Farb- und
Formenkompositionen zu verdichten und ihnen in einer Öl- oder Aquarellfassungen die
endgültige Gestalt zu geben.

Um die Natur intensiv erleben zu können, zieht es Feininger an die Ostseeküste, wo er seit
1891 beinahe jeden Sommer mehrere Wochen oder Monate verbringt. Neben der Landschaft und
den Badenden fasziniert ihn hier das Meer. Dessen unendlichen Weite, aber auch die vielen
kleinen Fischerboote und Segelschiffe hält er immer wieder in seinen Bildern fest. So auch
in den "geheimnisvollen Inseln": In der für Feininger charakteristischen Formensprache,
die nachhaltig vom Kubismus und Futurismus geprägt ist, sind die isolierten Bildelemente -
Inseln und Schiff - in geometrische Formen zerlegt. Ihre feine Schichtung bestimmt den
tektonischen Bildaufbau, wobei die Tiefenraumwirkung durch die breit-flächige Andeutung
des Meers sehr stark zurückgenommen ist. Die schwarzen Linien, die die Formen umgeben sind
nicht allein Umrisslinien, denn sie reichen über deren Grenzen hinaus und wiederholen sich
teilweise einem Echo gleich. Sie geben der Komposition halt und verleihen ihr zugleich
eine enorme Dynamik.
Eine sonderbare und rätselhafte Stimmung geht von diesem Aquarell auf. Mit aufgeblähten
Segeln wird der Zweimaster vom hohen Wellengang davongetragen. Wohin die Fahrt geht ist
nicht auszumachen. Gibt Feininger hier seiner Ungewißheit über die Zukunft angesichts des
nationalsozialistischen Regimes in Deutschland Ausdruck? 1932 zieht er mit dem in Dessau
geschlossenen Bauhaus nach Berlin. 1935 nimmt er einen Lehrauftrag am Mills College,
Oakland/Kalifornien, an. Zwei Jahre später kehrt Feininger nach fünfzig Jahren endgültig
in sein Geburtsland zurück.

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300. Moderne und Zeitgenössische Kunst,
31.05.2011, Los 395,
Taxe: € 40.000
Ergebnis: € 38.198

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