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Max Liebermann: Auktion 329, Los 65 aus unserer Rubrik: Mod. Gemälde, Zeichnungen, Aquarelle
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Max Liebermann

1847 Berlin - 1935 Berlin

Moderne + Zeitgenössische Kunst am 28.11.2013, Los 65, Ergebnis: € 141.900 (inkl. Aufgeld)

LIEBERMANN, MAX
Berlin 1847 - 1935

Reitknecht mit Pferd am Strand. 1909(?). Öl auf Holz. 56,2 x 74,2cm. Signiert und datiert (unleserlich) unten rechts: M Liebermann 09 (oder 07). Modellrahmen.

Provenienz:
Privatsammlung (seit ca. 1910)
Privatsammlung Westfalen
Sammlung F. Victor Rolff, Burg Gut Gladbach

Literatur:
Eberle, Matthias: Max Liebermann, 1847-1935 - Werkverzeichnis der Gemälde und Ölstudien,
Bd. II 1900-1935, München 1996, Wvz.-Nr. 1909/17, Abb.

Hier finden sie weitere Informationen zu der Sammlung:
Friedrich Victor Rolff - Burg Gladbach

Strandszenen sind ein häufiges Motiv im Oeuvre von Max Liebermann. Das Sujet entdeckt er
1871 während seiner ersten Reise durch Holland. Bis 1913 verbringt er nun immer wieder die
Sommermonate an der niederländischen Küste. Hier ziehen ihn besonders Scheveningen,
Noordwijk, Katwijk und Zandvoort in ihren Bann.

Liebermann wählt nie die Dramatik der See zum Inhalt seiner Strandbilder. Anfangs ist es
das Leben der einfachen Leute, wie Bauern oder Netzflicker, die er bei der Arbeit ohne den
distanzierten Blick eines Fremden darstellt. Nach der Jahrhundertwende, als er sich
zunehmend in den eleganten Badeorten aufhält, zeigt er dann die wohlhabenden Gäste bei
ihren modernen Freizeitvergnügungen. Zu diesen zählt das Reiten am Meer. Liebermann,
selbst passionierter Reiter, ist fasziniert von diesem Thema. So setzt er sich ab 1900 in
etwa 50 Ölstudien und Gemälden mit diesem auseinander. Dabei richtet er sein Augenmerk
überwiegend auf die Einheit und Bewegung von Mensch und Tier beim Ritt durch das von den
Wellen angespülte, seichte Wasser am Strand.
Wie bei dem vorgestellten Bild malt Liebermann nicht nur Bürgerliche bei ihrem Sport,
sondern auch Pferdeknechte - hier allerdings nicht auf dem Rücken eines Tieres als
vielmehr am Zügel führend. Auch ergänzt er die Szenerie im Hintergrund rechts mit drei
Sommergästen sowie einem Reiter, der sein Pferd bis zur Leibesmitte in die Wellen führt.
Der Reiz des Augenblicks mag Liebermann zu dieser Komposition angeregt haben: Mit pastosem
Duktus und leuchtenden, hellen Farben schildert er das Gesehene, ohne auf Details (wie
etwa Gesichtszüge) näher einzugehen. Dagegen legt er seine Aufmerksamkeit auf die
Wiedergabe der die Dinge flirrend umspielenden Luft- und Lichtreflexe. Die Würde von
Mensch und Tier hebt er allein mittels ihrer vertikalen Ausrichtung hervor, die einen
Kontrast zu den horizontalen Flächen des Himmels, Wassers und Strandes bilden. Auf diese
Weise fasst Liebermann eindrucksvoll den atmosphärischen Kontext von Figur und Raum, von
Licht und Dynamik in knappster Form zusammen. Es ist also kein Bildnis, sondern die
Momentaufnahme einer Bewegung in einer lichtdurchfluteten Landschaft, die er uns hier
veranschaulicht.

Den zu sehenden barfüßigen Reitknecht mit braunroter Pluderhose und blauem Hemd hat
Liebermann mehrmals dargestellt, so z.B. reitend in dem Gemälde "Pferdeknecht am Strand"
aus demselben Jahr (vgl. Wvz.-Nr. 1909/14).

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Auktion 329. Moderne + Zeitgenössische Kunst,
28.11.2013, Los 65,
Taxe: € 110.000
Ergebnis: € 141.900 (inkl. Aufgeld)

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