24 Figuren und ein Notenpult aus der Affenkapelle 54540-127717, Auktion 416 Los...
24 Figuren und ein Notenpult aus der Affenkapelle aus unserer Rubrik: Porzellan
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Meissen

Europäisches Kunstgewerbe am 14.11.2018, Los 126, Ergebnis: € 9.675 (inkl. Aufgeld)

24 FIGUREN UND EIN NOTENPULT AUS DER AFFENKAPELLE.

Meissen.
Meister/Entwerfer: Modell J.J. Kaendler.
Technik: Porzellan, farbig und gold staffiert.
Beschreibung: Bestehend aus 24 Figuren und Pult: Dirigent mit Pult, fünf Sängerinnen, Klarinettist,
Flötist mit Querflöte, Fagottist, Dudelsackspieler, Hornist, Trompetenspieler,
Triangelspieler, Harfenistin, Geigenspieler, Cellist, Gitarrenspieler, Drehleierspielerin, zwei Trommelträger, Trommler, Affe mit Trommelstöcken, Affe mit Trommelstöcken und Trommel, Spinettspieler auf Affe reitend.
Maße: Höhe 9-17cm.
Marke: Schwertermarke, 60001-60022 und 3, 10, 12/ Tlw. versch. Maler- und Bossierernummern.
Zustand A-C.


Die in aufwendiger Kleidung des Rokokos gestalteten Affenfiguren parodieren in höchst überspitzter Form die oberste Gesellschaftsschicht und ihre Allüren. Historischen Überlieferungen nach sollen sie zudem im speziellen eine Karikatur der Kapelle des Grafen Brühl sein. Die männlichen Affen nehmen hierbei die Rollen der Musiker ein, während die weiblichen Affen als Sängerinnen dargestellt sind.
Die genaue Entstehungszeit der Kapelle ist bis heute nicht genau zu belegen. Allerdings lässt sich anhand der Formnummern und einem Kauf von 19 solcher Figuren durch Madame de Pompadour eine Entstehung in das Jahr 1753 zurückführen.
Wohl von Johann Joachim Kaendler erschaffen und unter Mitwirkung Peter Reinickes im Jahr 1765/66 neu überarbeitet gelten die Affen als der "skurrilste Klassiker des Meissener Barock" (www.meissen.com). Mitte des 18.Jh. erfreuten sich ähnlich wie Chinoiserien, Affendarstellungen welche in parodistischer Weise menschliche Züge annehmen größter Beliebtheit. Dieses Genre der sog. "Singerien" (franz. "singe" = Affe) wurde nicht nur in Porzellan umgesetzt, sondern findet sich ebenso in Wandmalereien, Decken und Teppichen. So lässt sich vermuten, dass u.a. wohl die Wandmalereien Christophe Hüets im sog. Affenkabinett des Schlosses Chantilly als Vorbild für die Meissener Kapelle gelten dürfen. Eine weitere französische Vorlage könnte eine Affenkapelle der Manufaktur Mennecy aus den 40er Jahren sein. Ebenso erinnert eine um 1745 entstandene Alabaster-Kapelle aus Venedig im Metropolitan Museum in New York stark an die Kaendlersche Kapelle.

Literatur:
- Adams, Len and Yvonne: Meissen Portrait Figures, Leicester 1992, S.188 und 195.
- Rückert, Rainer: Meissener Porzellan von 1710-1810. Kat. Nr.1064-1078
- VEB Staatliche Porzellanmanufaktur Meissen (Hrsg.): Figuren 1. Vgl. Kapitel Affenmusiker
- www.meissen.com (Stand 26.09.2018).

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Auktion 416. Europäisches Kunstgewerbe,
14.11.2018, Los 126,
Taxe: € 8.000
Ergebnis: € 9.675 (inkl. Aufgeld)

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