Konrad Hentschel

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Julius Konrad Hentschel wurde am 3. Juni 1872 in Cölln in der Nähe von Meißen geboren. Bereits sein Vater, Ernst Julius Hentschel, hatte sich an der Meissner Porzellanmanufaktur als Porzellanmaler - sein Spezialgebiet war die Pâte-sur-Pâte-Malerei – hervorgetan. Zudem übte sein älterer Bruder Hans Rudolph Hentschel den Beruf des Porzellanmalers aus. Gemäß der Familientradition begab sich Konrad Hentschel 1889 schließlich selbst an die Meissner Zeichenschule, um anschließend für ein Jahr das Handwerk des Bossierers zu erlernen. Sein künstlerisches Talent wurde ab 1891 im Rahmen ein zweijähriges Studium an der Münchner Kunstakademie weiter gefördert, bevor er 1894 als Bossierer nach Meissen zurückkehrte.

1896 nahm der damals erst 24-jährige Künstler an einem Wettbewerb der Manufaktur teil, bei dem es um den Entwurf eines zeitgemäßen und gleichsam bezahlbaren Déjeuners gehen sollte. In diesem Zusammenhang präsentierte Hentschel sein "Krokus-Dejeuner", das heute als eines der ersten bedeutenden Serviceensembles des Jugendstils gilt. Das außergewöhnliche Design erregte auf der Pariser Weltausstellung im Jahr 1900 große Aufmerksamkeit und wurde zu einem großen Erfolg.

Ab 1897 arbeitete Hentschel als Modelleur für die Manufaktur. Im Rahmen seiner Entwurfstätigkeit entstand eine Vielzahl an figürlichen Entwürfen, unter denen sich besonders die Serie von 12 „Hentschel-Kindern“ bei Sammlern bis heute großer Beliebtheit erfreut. Konrad Hentschel hielt der Porzellanmanufaktur bis zu seinem frühen Tod im Jahr 1907 als Modelleur die Treue und gilt heute als einer der bedeutendsten Künstler des Meissener Jugendstils.

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