Almir da Silva Mavignier - Deformiertes Quadrat, 56712-1, Van Ham Kunstauktionen
Almir da Silva Mavignier: Deformiertes Quadrat aus unserer Rubrik: Zeitgen. Gemälde, Zeichnungen, Aquarelle
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Almir da Silva Mavignier

1925 Rio de Janeiro

Moderne und Zeitgenössische Kunst Ergebnis: € 90.300

MAVIGNIER, ALMIR DE SILVA
1925 Rio da Janeiro

Deformiertes Quadrat. 1954/1955. Öl auf Leinwand. 60 x 60cm. Signiert verso auf Leinwand: Mavignier. Darüber datiert: 54/55. Auf Keilrahmen nochmals signiert und datiert. Zudem auf der Rahmenrückwand nochmals signiert, datiert, betitelt und mit Angaben zur Technik versehen. Rahmen.

Provenienz:
Privatsammlung Süddeutschland (direkt vom Künstler)

Der aus Brasilien stammende Künstler Almir Mavignier ist einer der wichtigsten Vertreter
der deutschen Op-Art. Nach seinem Studium der Malerei in Rio de Janeiro wechselt er 1951
an die Académie de la Grande Chaumière in Paris. 1953 schreibt er sich als einer der
ersten Studenten in der von Max Bill und Otl Aicher neu gegründeten Hochschule für
Gestaltung in Ulm ein, die sich als Nachfolge-Institution des Bauhauses verstand. Von 1953
bis 1958 absolviert er dort ein Studium in Visueller Kommunikation und beschäftigt sich
mit den abstrakt-geometrischen Ideen und konstruktiven Gestaltungsprinzipien von Josef
Albers, Max Bill und Max Bense. Besonders die Begegnungen mit Josef Albers und die
Auseinandersetzung mit dessen Farbtheorien beeindrucken Mavignier nachhaltig. 1954
entstehen die ersten durch Punkte aufgerasterten Bilder. Zahlreiche Kontakte auch zu den
Künstlern des ZERO-Umkreises ergeben sich 1958 durch eine Einladung in das Atelier von
Otto Piene. 1961 realisiert Mavignier eine Ausstellung unter dem Titel "Nove Tendencije"
(Neue Tendenzen) in Zagreb, die eine zentrale Rolle in der Dynamik der Op-Art-Bewegung
spielt. Mit dieser von ihm mitkuratierten Ausstellungsreihe gelingt es ihm, eine ganze
Bandbreite von unabhängig voneinander arbeitenden europäischen Künstlern und Gruppen
zusammenzubringen, die sich in den 1960er Jahren mit auf serieller Struktur und Raster
basierender Kunst, Lichtkunst, kinetischer Kunst und Op-Art beschäftigen. 1965 wird
Mavignier Professor für Malerei an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg.
Mavigniers "Rasterbilder" werden Ausgangspunkt und beherrschendes Thema in seiner Kunst.
Er betont dadurch die Materialität der Farbe als reliefartige Erhebung auf der Leinwand,
deren Position im Bild er vorher akribisch errechnet. Die Farbe wird mittels eines
Nagelkopfes angesetzt und hochgezogen. Das Ergebnis sind plastische, jedoch
unterschiedlich hohe Farbkegel auf konstruierten Feldern. Diese Farbkegel-Raster gliedern,
strukturieren und rhythmisieren den Bildträger mit dem Ziel der optischen Auflösung. Diese
frühe Arbeit zeigt bereits in Tendenzen die Anwendung der Farbkegel und die Intention der
optischen Auflösung.

Profilbild Marion Scharmann

Ansprechpartner

Marion Scharmann
Zeitgen. Gemälde, Zeichnungen, Aquarelle

m.scharmann@van-ham.com +49 221 92 58 62 303


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