Guenther Uecker - Schrei Nagelbild, 47141-1, Van Ham Kunstauktionen
Günther Uecker: ''Schrei'' (Nagelbild) aus unserer Rubrik: Zeitgenössische Objekte
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Günther Uecker - ''Schrei'' (Nagelbild)

1930 Wendorf

Moderne und Zeitgenössische Kunst Ergebnis: € 225.750

Uecker, Günther
1930 Wentdorf

"Schrei" (Nagelbild). 2002. Nägel und Acryl (weiß) auf leinenbezogenem Holz (Sperrholzplatte mit Tannenholzrahmen).
105 x 75 x ca. 17cm. Betitelt, datiert und signiert verso: Schrei / 02 / Uecker. Darüber
Widmung.
Wir danken dem Atelier Uecker, Düsseldorf, für seine freundliche Unterstützung.

Provenienz:
Privatbesitz, Nordrhein-Westfalen.

Ueckers bildnerisches Werk ist weitgehend bestimmt vom "Nagel", den er seit 1957 als sein
charakteristisches persönliches Darstellungsmittel benutzt. Das genagelte Bild ist
zunächst zu sehen als Antithese zum gemalten Bild. Als starr ausgerichtetes, industriell
geformtes Verarbeitungsmaterial ist der Nagel zur "subjektiven Geste" des Pinselstrichs
nicht fähig. Mögliche Variationen der Gestaltung ergeben sich allein aus der verschiedenen
Anordnung der Nägel - und auch diese hat Uecker bewusst eingeschränkt. [.] In ihrem Wesen
[.] sind Ueckers Nagelbilder und -objekte bestimmt von der Intention, die Subjektivität
der informellen Kunst zu überwinden, zu objektiven "Strukturen" vorzustoßen. Mit dem Wort
"Struktur" ist dabei ein Schlüsselbegriff angesprochen. (Zit. Aus: Ausst.-Kat. Günther
Uecker, Bilder und Objekte. Das zeichnerische Frühwerk, Prägedrucke, Prägestöcke und
Frottagen, Figurinen und Bühnenbildentwürfe zum "Parsifal", Staatsgalerie Stuttgart,
13.03. - 23.05.1976, S. 15). Die Struktur bewegt sich bei Uecker im Spannungsfeld zwischen
"Material" und "Entmaterialisierung". Die Nägel als solche verlieren einerseits ihre
Dinghaftigkeit, in dem sie wie ein wogendes Feld wirbelartig zusammengetrieben werden,
andererseits gewinnen sie ihre Materialhaftigkeit wieder, indem sie uns in ihrer
Überdimensionalität entgegenwachsen und den realen Raum in Beschlag nehmen. Hier scheint
sich das besondere Spannungsfeld zwischen Materialität und Entmaterialisierung in Ueckers
Werk aufs Höchste zu verdichten.

Profilbild Marion Scharmann

Ansprechpartner

Marion Scharmann

Mail icon m.scharmann@van-ham.com

Phone icon +49 221 92 58 62 303


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