Pressemitteilung zur Ausstellung "Bernd Berner – Denken in Farbe. Flächenräume von 1992 bis 2001" vom 26. September 2019 bis zum 29. Februar 2020
VAN Ham Art Estate

Pressemitteilung

Van Ham Art Estate zeigt Werke von Bernd Berner im Rotonda Business Club

Van Ham Art Estate freut sich, die Ausstellung „Bernd Berner – Denken in Farbe. Flächenräume von 1992 bis 2001“ in der Rotonda Galerie und den Räumlichkeiten des Rotonda Business Club Köln zu präsentieren. Gezeigt werden 43 Gemälde aus den Jahren 1992 bis 2001. Die Ausstellung läuft vom 27. September 2019 bis zum 29. Februar 2020.

Der Maler und Grafiker Bernd Berner (24.09.1930 – 12.07.2002) zählt zu den wichtigen Vertretern der abstrakten Malerei in der deutschen Nachkriegsmoderne. Bekannt geworden ist er durch seine ausdrucksstarken monochrom wirkenden Flächenräume, wie er seine Bildfindungen selbst bezeichnet hat. Der Künstler hat Ateliers in Stuttgart, Paris und Pieterlen bei Bern unterhalten und kontinuierlich ein bis heute lebendig gebliebenes Werk geschaffen.

Die ausgewählten 43 Arbeiten aus den Spätwerk-Serien zeigen Berners Auseinandersetzung mit den Kategorien „Fläche – Farbe – Raum“. Durch nuancierte und differenzierte Überlagerung und Verdichtung der Flächenräume, die er mit Spuren und Störungen akzentuiert, erzielt er eine pulsierende Wirkung. Auf diese Weise hebt er die Flächigkeit des Bildes auf und verleiht ihm eine räumliche Tiefe. In den Bildern der 1990er Jahre werden die pastosen Farbflächen von dynamischen Strukturen überlagert. Der Gestus der Flächenräume, deren kräftig leuchtende bis hin zu pastelligen Farbtöne eine lebendige Atmosphäre erzielen, erscheint offen und expressiv.

Bernd Berner wird 1930 in Hamburg geboren. Nach der Ausbildung zum Lithografen von 1949 bis 1951 zieht Berner nach Stuttgart und nimmt Kontakt zu Willi Baumeister (1889 – 1955) auf. Dessen Kunstwerke und seine Schrift „Das Unbekannte in der Kunst“ wie auch das Schaffen von Fernand Léger (1881 – 1955) prägen seine Auseinandersetzung mit der Malerei. Willi Baumeister schreibt 1955 über den jungen Künstler: „Bernd Berner gehört zu den jungen Idealisten, die ihrer Neigung zur Kunst alle Opfer bringen. (…) Er setzt an unseren letzten großen Traditionspunkten an, an Cézanne, Picasso, Klee, Léger. Das ist der beste Humus, der alles verheißt.“

1957 arbeitet Berner an ersten skripturalen Verdichtungen im Kontext des deutschen Informel. Im Jahr darauf erhält er den Kunstpreis der Jugend Stuttgarts. Ab 1960 stellt er seine Werke im In- und europäischen Ausland sowie in den USA aus. Zu dieser Zeit beginnt er schließlich mit seiner „monochromen“ Flächenmalerei. Daneben schafft er ab 1963 auch ein umfangreiches druckgrafisches Œuvre. Gemeinsam mit den Zeitgenossen Erwin Bechtold (*1925), Rolf-Gunter Dienst (1942 – 2016), Klaus Jürgen-Fischer (1930 – 2017) und Eduard Micus (1925 – 2000) bildet er 1965 die Gruppe SYN, die bis 1970 existiert.

1967 erhält er den Villa Romana-Preis und lebt für ein Jahr in Florenz. Von 1971 bis 1993 lehrt Berner als Professor für Malerei an der Fachhochschule für Gestaltung in Pforzheim. 1973 bekommt er ein Stipendium des Landes Baden-Württemberg für einen Aufenthalt an der Cité Internationale des Arts in Paris. Neben einem Atelier in Stuttgart unterhält der Künstler ab 1975 ein Atelier im schweizerischen Pieterlen (Perles) und ab 1985 ein Studio in Paris.

In den 1980ern und 1990ern Jahren erfolgt eine steigende Produktion von Flächenräumen, die er als Angebote der Stille sieht. Berner schreibt hierzu 1994: „Wir werden mehr und mehr zugedeckt von optischen und akustischen Belästigungen, wir sind betroffen, werden verletzt. Unsere Existenz ist bedroht von Verlogenheit, vom Talmi; nicht nur politisch werden wir manipuliert. Unser Leben wird immer stärker von obskuren Medien, von Interessengruppen bestimmt. Auch Kunst ist politisch, dennoch wäre es eine Illusion, wollte man meinen, mit Kunst ließen sich gesellschaftliche Veränderungen bewirken. Aber Kunst beinhaltet auch ein Vordenken, vermittelt Denkanstöße und manchmal auch Kritikfähigkeit. Was mir wichtiger erscheint, ist, dass Kunst allen (auch optischen) Überfütterungen unserer Zeit ein kontemplatives »Gegenüber« anbietet. Auch Kunst beunruhigt, stört, verletzt, führt aber – im besten Fall – den Menschen zu sich selbst, da ich dem Lauten misstraue, geht es mir um die Stille – welche sich manchmal als scheinbar zeigt."

Begleitet wird der Maler zeitlebens von seiner Frau Ursel Berner, die gemeinsam mit ihm als Lithografin tätig gewesen ist. Im Jahr 2002 verstirbt Bernd Berner in Stuttgart.

Die vielfältige Ausstellungstätigkeit Berners in Institutionen und Galerien begleiten zahlreiche Publikationen wie in Oldenburg (1984), Göppingen/Mannheim (1991), Aschaffenburg (2002) und nicht zuletzt in der ehemaligen Galerie Wilbrand im Galerienhaus in der Lindenstraße in Köln (1981 – 2002) und der Galerie Schlichtenmaier in Stuttgart (ab 1993).

Seine Werke befinden sich in bekannten privaten und öffentlichen Sammlungen und Museen, u.a. in der Sammlung der Bundesrepublik Deutschland, der Staatsgalerie Stuttgart, der Nationalgalerie Berlin, der Kunsthalle Mannheim und im Karl-Ernst-Osthaus Museum in Hagen.

Seit 2016 betreut Van Ham Art Estate den künstlerischen Nachlass von Bernd Berner. Der Estate beinhaltet Werke aus allen Schaffensphasen des Künstlers. Das von Ursel Berner angelegte Werkverzeichnis stellt Van Ham Art Estate seit 2018 als Online-Werkverzeichnis der Öffentlichkeit zur Verfügung. Der dokumentarische Nachlass befindet sich im Deutschen Kunstarchiv im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg.

 

Bernd Berner – Denken in Farbe
Flächenräume von 1992 bis 2001
27. September 2019 – 29. Februar 2020

Rotonda Galerie (1. Etage)
Rotonda Business Club Köln
Salierring 32, 50677 Köln

Eröffnung
27. September 2019, 18 – 20 Uhr

Andrea Dressel, Clubmanagerin Rotonda Business Club Köln
Markus Eisenbeis, Geschäftsführender Gesellschafter Van Ham Kunstauktionen
Dr. Renate Goldmann, Direktorin Van Ham Art Estate
In Anwesenheit von Boris Berner

Ansprechpartnerin Rotonda Business Club
Frau Andrea Dressel
Tel. 0221 – 2919 4400
koeln@rotonda.de | www.rotonda.de
 

Eine Ausstellung von Van Ham Art Estate in Kooperation mit dem Rotonda Business Club Köln.

Pressemitteilung als PDF

Flächenraum-Störung | 1996
Öl auf Leinwand | 110 x 90 cm

Flächenraum-Störung | 1996
Öl auf Leinwand | 110 x 90 cm

Flächenraum | 1992
Öl auf Leinwand | 101,5 x 70,5 cm

Flächenraum-Störung | 2000
Öl auf Leinwand | 80 x 60 cm

Bernd Berner
© Foto: Kerstin Mosny

Ausstellungsansicht in der Rotonda Galerie
Bernd Berner – Denken in Farbe.
Flächenräume von 1992 bis 2001

VAN HAM Art Estate
Hitzelerstr. 2
50968 Köln

Telefon: +49 (221) 92 58 62-95
Telefax: +49 (221) 92 58 62-4

artestate@van-ham.com
www.art-estate.org


facebook facebook

Sie wünschen keinen VAN HAM Newsletter mehr? Abmelden