Stillleben mit Gitarre (Stillleben VI) 18660-93413, Auktion 329 Los 52, Van Ham…
Alexander Kanoldt: Stillleben mit Gitarre (Stillleben VI) aus unserer Rubrik: Mod. Gemälde, Zeichnungen, Aquarelle
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Alexander Kanoldt

1881 Karlsruhe - 1939 Berlin

Moderne + Zeitgenössische Kunst am 28.11.2013, Los 52, Ergebnis: € 199.950 (inkl. Aufgeld)

KANOLDT, ALEXANDER
1881 Karlsruhe - 1939 Berlin

Stillleben mit Gitarre (Stillleben VI). 1926. Öl auf Leinwand. 75 x 88cm. Signiert unten rechts: Kanoldt. Rückseitig auf Keilrahmen bezeichnet: VI.1926. Rahmen.

Das Gemälde wurde im Jahr 2008 von dem Stuttgarter Galerieverein an die Erben Dr. Ismar
Littmann restituiert.
Im Rahmen der Auktion besteht für den Stuttgarter Galerieverein bzw. die Staatsgalerie
Stuttgart ein Vorkaufsrecht. D.h. der Zuschlag erfolgt in der Auktion unter Vorbehalt und
der Stuttgarter Galerieverein bzw. die Staatsgalerie Stuttgart hat die Möglichkeit,
innerhalb einer Woche sein Vorkaufsrecht wahrzunehmen.

Provenienz:
Sammlung Dr. Ismar Littmann, Breslau (1926 - 1935)
Staatsgalerie Stuttgart (1935 - 2008)
Erben Dr. Ismar Littmann (2008 bis heute)

Ausstellungen:
Herbstausstellung der Secession, Berlin 1926, Kat.-Nr. 78 Abb.
Frühjahrsausstellung Neue Secession, München 1929, Kat.-Nr. 42
Haus am Waldsee, Berlin 1961, Kat.-Nr. 50, o. Abb.
Deutscher Künstlerbund, Berlin 1964, Kat.-Nr. 85, o. Abb.
Kunst- und Museumsverein Wuppertal 1967, Kat.-Nr. 55, S. 43, o. Abb.
Badischer Kunstverein, Karlsruhe 1968, Kat.-Nr. 67 mit Abb.
Kunstverein Frankfurt a.M./Hamburger Kunstverein 1968/69, Kat.-Nr.72, Farbtafel IV
Württembergischer Kunstverein, Stuttgart 1971, Kat.-Nr. 87, Abb. S. 94
Wessenberg-Gemäldegalerie, Konstanz 1973, Kat.-Nr. 5, o. Abb.
Kunsthalle Recklinghausen, 1973, Kat.-Nr. 136 mit Farbabb.
Neue Nationalgalerie Berlin 1977, Kat.-Nr.4/83, S. 4/135 mit Abb.
Museum des 20. Jahrhunderts, Wien 1977, Kat.-Nr. 100, Farbtafel S. 21
Hayward Galleries, London 1978/79, Kat.-Nr. 177, Abb. S. 69
Freiburg i. Br./Von der Heydt-Museum der Stadt Wuppertal 1987, Kat.-Nr. 52, S. 44 mit
Abb., S. 179f., Farbtafel S. 135 ("Stilleben VI")
Kunsthalle Bielefeld 1990/91, Kat.-Nr. 121, S. 69 mit Abb., Farbtafel S. 211

Literatur:
Bestandskat.: Malerei und Plastik des 20. Jahrhunderts, Staatsgalerie Stuttgart 1982,
S.165f. Abb. S. 166
Schmied, Wolfgang: Neue Sachlichkeit und Magischer Realismus in Deutschland 1918-1933,
Hannover 1969, Farbt. XII
Ausst.-Kat.: Neue Sachlichkeit, Haus am Waldsee, Berlin 1961, Kat.-Nr. 50, o. Abb.
Ausst.-Kat.:13. Ausstellung des Deutschen Künstlerbundes, Berlin 1964, Kat.-Nr. 85, o.
Abb.
Ausst.-Kat.: Magischer Realismus in Deutschland 1920-1933, Kunst- und Museumsverein
Wuppertal 1967, Kat.-Nr. 55, S. 43, o. Abb.
Ausst.-Kat.: Kunst in Baden von 1900 bis 1960, Badischer Kunstverein, Karlsruhe 1968,
Kat.-Nr. 67 mit Abb.
Ausst.-Kat.: Realismus in der Malerei des 20. Jahrhunderts, Kunstverein Frankfurt
a.M./Hamburger Kunstverein 1968/69, Kat.-Nr.72, Farbtafel IV
Ausst.-Kat.: Alexander Kanoldt, Wessenberg-Gemäldegalerie, Konstanz 1973, Kat.-Nr. 5, o.
Abb.
Ausst.-Kat.: Tendenzen der Zwanziger Jahre, Neue Nationalgalerie Berlin 1977,
Kat.-Nr.4/83, S. 4/135 mit Abb.
Ausst.-Kat.: Neue Sachlichkeit und Realismus, Museum des 20. Jahrhunderts, Wien 1977,
Kat.-Nr. 100, Farbtafel S. 21
Ausst.-Kat.: Neue Sachlichkeit and German Realism of the Twenties, Hayward Galleries,
London 1978/79, Kat.-Nr. 177, Abb. S. 69
Ausst.-Kat.: Alexander Kanoldt (1881-1931) - Gemälde Zeichnungen Lithographien, Museum für
Neue Kunst, Freiburg i. Br./Von der Heydt-Museum der Stadt Wuppertal 1987, Kat.-Nr. 52, S.
44 mit Abb., S. 179f. Farbtafel S. 135 ("Stilleben VI")
Ausst.-Kat. Neue Sachlichkeit - Magischer Realismus, Kunsthalle Bielefeld 1990/91,
Kat.-Nr. 121, S. 69 mit Abb., Farbtafel S. 211

Auf der Suche nach einer Bildsprache, die seinen Empfindungen Ausdruck verleiht, wendet
sich Alexander Kanoldt nach seinem Kunststudium in Karlsruhe (1899-1907) von der
akademisch-naturalistischen Malweise ab. Gleichgesinnte findet er zunächst in der "Neuen
Künstlervereinigung München" (1909-1912), deren Gründungsmitglied er ist. Anders als etwa
Wassily Kandinsky interessiert sich Kanoldt jedoch wenig für das Experimentieren mit den
Ausdrucksmitteln der Abstraktion. Er hält an der gegenständlichen Malerei fest, die er mit
einem malerisch-leuchtenden Kolorit versieht. Nach der Auflösung der Gruppe geben ihm die
frühkubistischen Werke Georges Braques, Pablo Picassos und vor allem André Derains
wichtige Impulse. In den folgenden Jahren malt er Kompositionen mit kubistisch
vereinfachtem und strengem Aufbau. Um 1920 nimmt er dann Ideen von den italienischen
Künstlern der "Valori Plastici" auf, die eine Rückkehr zur Gegenständlichkeit in
neuklassischer Auffassung fordern. So überträgt er nun die unmittelbare Naturanschauung in
eine strenge Tektonik und plastische Präsenz, wobei er der Dingwelt durch das Negieren
jeglichen narrativen Moments eine unverrückbare Dauer verleiht. Mit diesen Bildern wird
Kanoldt zum Mitbegründer und wichtigsten Vertreter der "Neuen Sachlichkeit"; neben Max
Beckmann ist er mit den meisten Werken auf der für diese Stilrichtung namensgebenden
Ausstellung 1925 in der Mannheimer Kunsthalle vertreten.

Das "Stillleben mit Gitarre" mag auf den ersten Blick ein typisches Beispiel für Kanoldts
Schaffen in den 1920er Jahren sein: Ohne schmückende Details sind alltägliche Dinge mit
genauster Konturen- und präziser Volumenangabe klar und überschaubar auf dem Tisch
arrangiert. Doch der Schein einer emotionslosen Erfassung des Dargestellten trügt, denn
bei genauerer Betrachtung erkennt man, dass etwas nicht stimmt - die Gitarre hat keine
Saiten, das Buch trägt keinen Titel, eine der Spielkarten ist leer und der Bilderrahmen
umfängt Nichts. Dergestalt verweisen die Gegenstände nicht nur auf sich selbst, sie haben
vielmehr Symbolcharakter. Etwas Beängstigendes geht von diesem Bild aus, das von dem
kalten, neutralen Licht und der starken Ausschnitthaftigkeit noch gesteigert wird.

In Kanoldts malerischem Oeuvre nehmen Stillleben eine herausragende Stellung ein. Dies
gilt im Wesentlichen für ein knappes Jahrzehnt während der Weimarer Republik und endet in
dem Jahr, in dem das "Stillleben mit Gitarre" entsteht. Während Künstler wie George Grosz,
Otto Dix oder Rudolf Schlichter die unruhige gesellschaftspolitische Zeit in Straßen-,
Caféhaus- oder Tanzbarszenen kritisch kommentieren, schildert Kanoldt die Bedrohung
angesichts der "kleinen Welt" eines Zimmerausschnittes, repräsentiert durch wenige
Requisiten.

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