Samson und Delilah 80064-483107, Auktion 466 Los 941, Van Ham Fine Art
Samson und Delilah 80064-483106, Auktion 466 Los 941, Van Ham Fine Art
Lionello Spada: Samson und Delilah aus unserer Rubrik: Gemälde Alter Meister
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Lionello Spada

1576 Bologna - 1622 Parma

Fine Art am 02.06.2021, Los 941, Ergebnis: € 270.900 (inkl. Aufgeld)

SPADA, LIONELLO
1576 Bologna - 1622 Parma


Titel: Samson und Delilah.
Technik: Öl auf Leinwand.
Montierung: Randdoubliert.
Maße: 152 x 193cm.
Rahmen/Sockel: Rahmen.

Provenienz:
Privatbesitz, Deutschland.

Das vorliegende Gemälde stammt aus einer Privatsammlung in Deutschland, wo es seit etwa einem Jahrhundert mit der Zuschreibung an die italienische Schule aufbewahrt wird. Die korrekte Zuschreibung an den Bologneser Maler Lionello Spada wurde von Davide Dossi im Rahmen der Katalogisierung des Gemäldes vorgeschlagen und von Daniele Benati bestätigt.

Das großformatige Gemälde stellt eine alttestamentliche Erzählung aus dem Buch der Richter dar, die von Samson handelt, einem Helden mit ungeheurer Kraft, die ihm direkt von Gott verliehen wurde. Die in den Helden verliebte Delilah erfährt, dass Samsons Stärke in seinen Haaren liegt, woraufhin sie - in Vereinbarung mit den Philistern, die ihr eine große, verlockende Belohnung versprochen hatten - Samson auf ihren Knien einschlafen lässt und ihm die Haare abschneidet. Nachdem er seine Kräfte verloren hat, wird Samson von den Philistern geblendet, gefangen genommen und nach Gaza gebracht, wo er in Ketten gelegt wird, um in einem Gefängnis den Mühlstein zu drehen.

Die auf dem Gemälde dargestellte Szene zeigt den Moment, in dem Samson auf dem Schoß von Delilah schläft, die wiederum von einer alten Frau im Hintergrund eine Schere gereicht bekommt - ohne dabei den Blick von dem schlafenden Samson abzuwenden. Zwei Philister auf der linken Seite beobachten die Szene, die unbestrittenen Protagonisten sind jedoch Dalilah und Samson, deren Körper den Großteil der Bildfläche einnehmen. Diese Darstellung war in den ersten Jahrzehnten des 17. Jahrhunderts besonders beliebt: Fast jeder Künstler versuchte sich an diesem Sujet, das sowohl als moralische Warnung als auch als galante Szene verstanden werden konnte.
Es ist anzunehmen, dass das vorliegende Werk, dessen Auftraggeber und Provenienz vor etwa 1900 bislang noch unbekannt sind, im zweiten Jahrzehnt des 17. Jahrhunderts gemalt wurde. Nach einem Aufenthalt in Malta zwischen 1609 und 1610, wo Lionello Spada den Auftrag erhielt, drei Räume des Großmeisterpalastes mit Fresken auszustatten, und einem etwa fünfjährigen Aufenthalt in Rom, kehrte Spada um 1614 nach Bologna zurück. Das Gemälde mit Dalilah und Samson dürfte aufgrund der offensichtlichen stilistischen Affinitäten zu weiteren Werken in seiner zweiten Bologneser Schaffenszeit entstanden sein. Diese zeichnen sich insbesondere in der in seiner frühen Jugend erlernten Fähigkeit und Neigung zur perspektivischen Dekoration (die der Künstler mehrere Jahrzehnte später erneut verwendete), dem ornamentalen Reichtum und den neo-manieristischen Farben aus. All dies sind Elemente, die sich zu einer erneuerten klassizistischen Manier summierten, die durch die Kunst von Domenichino und Annibale Carracci in Rom und Neapel belebt wurde. Ein besonders interessanter Vergleich lässt sich mit dem Werk "Das Konzert" im Louvre anstellen, das Spada um 1615 malte. Auch hier sind die oben erwähnten stilistischen Merkmale zu erkennen, die die beiden Gemälde untrennbar miteinander verbinden.

Wir danken Daniele Benati, Bologna, der die Zuschreibung des vorliegenden Gemäldes auf Grundlage einer hochauflösenden Digitalfotografie bestätigt hat.

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Taxe 466. Fine Art,
02.06.2021, Los 941,
Taxe: € 50.000
Ergebnis: € 270.900