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Simon Jacobsz. Vlieger: Schiffbruch in stürmischer See aus unserer Rubrik: Gemälde Alter Meister
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Simon Jacobsz. Vlieger

1600 Rotterdam - 1653 Weesp

Fine Art am 28.05.2020, Los 1543, Ergebnis: € 14.190 (inkl. Aufgeld)

VLIEGER, SIMON JACOBSZ.
1600 Rotterdam - 1653 Weesp


Titel: Schiffbruch in stürmischer See.
Technik: Öl auf Holz.
Maße: 27,5 x 40,5cm.
Bezeichnung: Signiert unten links: S. de Vlieger.
Rahmen/Sockel: Rahmen.

Literatur:
- K.J. Müllenmeister: Meer und Land im Licht des 17. Jahrhunderts, Bremen 1973, S. 46 mit Abb.;
- H.-J. Raupp (Hrsg.): Niederländische Malerei des 17. Jahrhunderts der SØR Rusche-Sammlung, vol. 3, Landschaften und Seestücke, Münster/Hamburg/London 2001, S. 286-289, Nr. 76 mit Abb.

Provenienz:
- Privatsammlung Rom;
- Kunsthandel Silvano Lodi, München 1971;
- Privatsammlung Schweiz;
- Auktion Lempertz, Köln, 23.11.1978, Lot 287, dort erworben.


"Die Szenerie gleicht einem Albtraum. Starr und unbeweglich ragen im tobenden Chaos der Wellen mittig zwei Felsen turmartig empor. Für ein Schiff war das Aufeinandertreffen mit diesen Klippenausläufern schicksalsentscheidend. Der ehemals stolze Dreimaster versinkt in den vom Wind hochgepeitschten Wassermassen. Die Reste der zerfetzten Segel zeugen von den Gewalten, denen das Schiff und seine Besatzung ausgesetzt sind.
Der Überseefrachter segelte unter niederländischer Flagge. Bis zu 1000 Tonnen konnten solche Schiffe über die Ozeane befördern. Der Handel rund um den Globus mit kostbarer Ware aus fernen Ländern war die Grundlage der wirtschaftlich herausragenden Position Hollands im 17. Jahrhundert. Unmissverständlich weist de Vlieger aber auf die Risiken der lebensgefährlichen Schifffahrt hin. Ein einziger Sturm konnte den Untergang einer ganzen Handelsfirma bedeuten.
Auch Leiko Ikemuras Meereslandschaft erzählt nur scheinbar in ästhetisch abstrahierender Formensprache von der blauen Farbwelt des Ozeans. Bei flüchtiger Betrachtung glaubt man es lediglich mit einem, in der Tradition niederländischer Seestücke stehenden, kleinen Landschaftsbild zu tun zu haben. Niedrig ist die Horizontlinie angesetzt, subtil breiten sich die kräftigen Blaunuancen in den Bildraum aus und vermitteln dadurch das Gefühl von Ferne. Subtil ergänzt die Silhouette eines Schiffes die elegische Weite des Wassers. Erst bei genauerer Betrachtung erschließt sich der tragische Hintergrund der Szenerie. Auf leise, nahezu metaphorische Weise berichtet Ikemura anhand des gegen den Untergang ankämpfenden Schiffes von der schrecklichen Vergangenheit ihrer japanischen Heimat im 2. Weltkrieg.
Sowohl der niederländische Maler als auch die japanisch-schweizerische Künstlerin berichten von relevanten Ereignissen ihrer Heimatländer. Vordergründig nur wählen sie das Motiv des Seestücks, um dahinter wesentlich komplexere Geschichten zu erzählen: In beiden Gemälden steht das Wasser für die Gefahr der menschlichen Hybris."
Prof. Dr. Teresa Bischoff

Die Versteigerung der SØR Rusche Collection haben wir als Konzeptauktion zwischen altmeisterlichen Gemälden und Werken zeitgenössischer Künstler entwickelt.
Aufgebaut in Dialogpaare kommunizieren die Kunstwerke miteinander, wobei jedes Stück als einzelnes Los angeboten wird.
Das vorliegende Los korrespondiert mit Los Nr. 1542.

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Taxe 448. Fine Art,
28.05.2020, Los 1543,
Taxe: € 12.000
Ergebnis: € 14.190