Ohne Titel 25318-94898, Auktion 344 Los 353, Van Ham Moderne + Zeitgenössische...
Sigmar Polke: Ohne Titel aus unserer Rubrik: Zeitgen. Gemälde, Zeichnungen, Aquarelle
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Sigmar Polke

1941 Oels/Niederschlesien - 2010 Köln

Moderne + Zeitgenössische Kunst am 26.11.2014, Los 353, Ergebnis: € 116.100 (inkl. Aufgeld)

POLKE, SIGMAR
1941 Oels/Niederschlesien - 2010 Köln

Ohne Titel. 1998. Acryl auf Velin. 100 x 70cm. Signiert und datiert unten rechts: Sigmar Polke. Links unten mit einer Widmung versehen. Rahmen. Im Rahmen beschrieben.

Wir danken Herrn Michael Trier, Estate of Sigmar Polke, für die freundliche
wissenschaftliche Unterstützung. Eine schriftliche Bestätigung über die Aufnahme in das
beim Estate geführte Werkverzeichnis liegt im Original vor.


Provenienz:
Privatsammlung Nordrhein-Westfalen (direkt vom Künstler)

"In der Gutenberg-Ära hat der Bilddruck auf Papier unsere Wahrnehmung der Welt geprägt, so
wie es heute zunehmend andere Medien tun. Solche Druckbilder, die immer auch Trugbilder
waren, setzen im Unterschied zu Werkoriginalen eine andere Realität, jene der Welt voraus,
die sie in Form einer Reportage vervielfältigen. Geht man ihnen aber auf den Grund, so
erweisen sie sich als vergängliche Spinnennetze, die im Windhauch der jeweils nächsten
Erinnerung zerreißen. Ihr Gegensatz zur Malerei dramatisiert sich, wenn Polke solche
Druckraster mit der Hand abmalt und damit in die Malerei als Fremdkörper einführt. (.)
Aber die Lektion über den Raster, in dem die Bilder der Welt zu uns kommen, geht noch
weiter. Eigentlich ist der Raster, ob aus Punkten oder nicht, zunächst einmal nichts
anderes als ein schönes Muster. Diese Eigenschaft teilt er mit den Eisblumen auf den
Fensterscheiben, den Krakeluren im Firnis der Gemälde und mit der Bindung des
Leinengewebes. Sobald wir das Muster sehen, sehen wir nichts anderes mehr. Sobald wir aber
etwas anderes sehen, sehen wir den Raster schon nicht mehr. Erst die Löcher im Rapport,
mit welchem die Anarchie in der schönen Ordnung ausbricht (es sind nicht die Löcher
zwischen den Punkten, sondern Löcher, wo Punkte sein müßten), setzen das in Gang, was wir
Darstellung nennen." (Ausst.-Kat. Sigmar Polke. Die drei Lügen der Malerei. Kunst- und
Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Bonn 1997, S. 138-139.).

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344. Moderne + Zeitgenössische Kunst,
26.11.2014, Los 353,
Taxe: € 30.000
Ergebnis: € 116.100

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